Künstliche Intelligenz spielt Poker-Profis an die Wand

20 Tage lang spielen Profis gegen die Künstliche Intelligenz Libratus um 200.000 Dollar. Bereits am ersten Tag erspielte der Bot einen Vorsprung von mehr als 70.000 Dollar.

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APA/AFP/THOMAS SAMSON

Als 1997 ein Computer einen Schachmeister besiegte, wussten viele diesen technischen Fortschritt nicht einzuschätzen. Einerseits besiegte eine Maschine einen Menschen, aber andererseits war es doch ein von Menschenhand erschaffener Computer. Wohl auch aus diesem Grund sagten sich viele Experten wohl, dass zwar Schach verloren sei, aber es noch viele andere Spiele gäbe, in denen Menschen immer gegen Maschinen obsiegen werden. Als Beispiel wurden hierfür das chinesische Brettspiel Go genannt und auch Poker. Weniger komplex in seinem Spielaufbau, umso diffiziler die Miteinberechnung der Karten der Gegner.

2016 entschied Alpha Go, eine von Google entwickelte Künstliche Intelligenz, schlug den besten Go-Spieler der Welt. Nur eine der vier Partien konnte Lee Sedol für sich entscheiden. Umso größer wurde die Hoffnung, dass die letzte Bastion Poker lange nicht fallen würde.

Die Herausforderung sei es mehrere Aufgaben, Probleme und langfristige Entwicklungen im Auge zu haben. Außerdem sei man auch gezwungen, kreative Lösungsansätze zu verfolgen, zeigten sich Ende 2016 Experten noch überzeugt. Eine Eigenschaft, die eine Künstliche Intelligenz nicht mitbringen könne.

Den ersten Tag des knapp dreiwöchigen Poker-Events "Brains vs. AI Poker Tournament" konnte die künstliche Intelligenz Libratus für sich entscheiden. Der von der Carnegie Mellon Universität entwickelte Bot erspielte am ersten Tag 81,716 Dollar. Seine menschlichen Kontrahenten lediglich 7,228 Dollar.

Zwar ließe sich laut Spielern und Libratus-Entwicklern jetzt noch nicht der weitere Spielverlauf abschätzen, aber es zeigt klar, dass im Gegensatz zur Vorjahres-Version deutliche Verbesserungen beim Bot vorgenommen wurden. Libratus ist ein ernstzunehmender Gegner.

(bagre)

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