Der anspruchsvolle Konsument will sich von der Unterhaltungselektronik nicht nur passiv berieseln lassen, sondern auch selbst kreativ sein. Aus diesem Grund wurden die „Klangbilder“, einst Fachmesse für Liebhaber von High-End-Audiolösungen, heute das österreichische Multimedia-Event schlechthin, um den Bereich Fotografie und Video erweitert. Dabei können sich die Messebesucher nicht nur über die neuesten Produkte im Bereich der Digitalfotografie informieren, sondern auch gleich an Workshops mit professionellen Fotografen teilnehmen. In diesen lernt man anhand von echten Models, worauf es bei der Porträtfotografie ankommt, und wie man mit einer gewöhnlichen Digitalkamera Bilder schießt, die den Vergleich mit Profiaufnahmen nicht zu scheuen brauchen.
Wohnzimmerkonzept
Insgesamt präsentieren mehr als 80 Aussteller in 50 Salons und Zimmern des Hotels Hilton Vienna Danube die aktuellen Highlights aus allen Bereichen der Unterhaltungselektronik. Um dem Messebesucher ein möglichst realistisches Bild zu vermitteln, wie sich der Fernseher, die HiFi-Anlage oder andere Geräte in eine reale Wohnumgebung einfügen könnten, werden die einzelnen Komponenten bei den „Klangbildern“ traditionell nicht auf typischen Messeständen, sondern in von Wohndesignern speziell adaptierten Hotelzimmern präsentiert.
Dementsprechend ist die Messe auch nicht in Themenbereiche gegliedert, sondern vereint die verschiedenen Segmente in einem gemeinsamen Ambiente. Der Besucher muss nur noch den Mut aufbringen, einen Raum zu betreten, und schon findet er sich in einem gemütlichen Wohnzimmer wieder, das mit den neuesten Technologien bestückt ist.
Bei den Camcordern ist dabei eine deutliche Entwicklung in Richtung High Definition zu beobachten, wobei sogar Minigeräte im Westentaschenformat bereits imstande sind, Filme mit mindestens 720 Bildzeilen aufzunehmen. Auch dem Trend, seine frisch aufgenommenen Videos sofort online zu stellen, wurde Rechnung getragen: „Klangbilder“-Besucher können live erleben, wie einfach es ist, entsprechend markierte Videos automatisch auf den persönlichen Webspace bei YouTube und Co. hochzuladen, sobald der Camcorder über ein USB-Kabel an einen Internet-PC angeschlossen wird.
Im Normalfall wird man seine Videos aus dem Urlaub oder von der letzten Familienfeier aber doch lieber zu Hause auf dem Fernseher genießen. Der Trend hier geht eindeutig zu LCD-Flachbildschirmen im Full-HD-Format 1080p, die schon allein durch ihre Größe das Geschehen auf der Messe dominieren. Dank LED-Beleuchtung finden die neuen Flatscreens mittlerweile auch mit deutlich weniger Energie das Auslangen wie ihre mit Kaltkathodenleuchtröhren bestückten Vorgänger.
Wobei es auch bei der dioden-basierenden Hintergrundbeleuchtung starke Unterschiede gibt: Bei den preiswerteren Fernsehern sind die Dioden am Rand des Bildschirms montiert, und das Licht wird über Glasfasern über die gesamte Bildfläche verteilt, während bei den Topmodellen, die bei den „Klangbildern“ ausgestellt sind, die LEDs direkt hinter den Flüssigkristallen des Displays sitzen, was zu deutlich besseren Kontrasten führt.
Vernetzt im Heim
Ein weiterer Schwerpunkt der „Klangbilder“, der sich im wahrsten Sinn des Wortes durch alle Ausstellungsräume zieht, ist der Einbindung der Unterhaltungselektronik in Computerheimnetze gewidmet. So erfahren die Besucher in speziellen Workshops unter anderem, wie sie Musik und Videos von der Festplatte ihres PC direkt auf die Stereoanlage oder den Fernseher holen können, oder welche Vorteile ein eigener Mediaserver im Haushalt zu bieten hat.
Schließlich kommt auch die Nostalgie nicht zu kurz: Nachdem sich analoge Komponenten aktuell einer Renaissance erfreuen, darf man auch auf herkömmliche Vinylplattenspieler gespannt sein, die in zeitgemäßem Design präsentiert werden.
■Die „Klangbilder“ finden von Freitag bis einschließlich Sonntag im Hotel Hilton Vienna Danube am Handelskai 269 in Wien statt. Der Eintritt kostet an der Tageskassa zehn, im Webvorverkauf acht Euro. Die Familienkarte für zwei Erwachsene mit Kindern inklusive einer Gratis-CD gibt's für 20 Euro.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 06.11.2009)

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