22.11.2009 01:21 | Meine Presse Merkliste0

Musikinstrumente: Spielen im Duett per Internet

05.11.2009 | 18:36 |   (Die Presse)

Disklaviere kombinieren die Vorteile des traditionellen Tasteninstruments mit modernster Digitaltechnik.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Wien (ufw). Bei den heurigen „Klangbildern“ dürfte unter den zahlreichen Ausstellungsstücken ein Objekt für besondere Aufmerksamkeit sorgen: Es sieht zwar aus wie ein herkömmliches Klavier, ist jedoch beim genaueren Hinsehen ein mit Hightech voll gestopftes Musikinstrument. „Disklaviere“ nennen sich diese Flügel, in denen der Hersteller Yamaha traditionellen Instumentenbau mit modernster Digitaltechnologie verbunden hat.

 

In echt oder per Kopfhörer

Wie von Geisterhand bewegen sich die Tasten, wenn das Piano ein Musikstück von einem USB-Stick oder einer Festplatte abspielt. Die Wiedergabe erfolgt nicht synthetisch, sondern in echten Klavierklängen. Disklaviere sind wie ein normales Piano mit Hämmern und Saiten ausgestattet, ein speziell entwickeltes, kontaktfreies Sensorsystem aus Glasfasern erkennt dabei jede noch so feine Nuance und sorgt dafür, dass der individuelle Anschlag jedes Pianisten detailgetreu wiedergegeben wird. Das Grundprinzip ist zwar nicht ganz neu, wurde jedoch wesentlich verfeinert und mit aktuellen Technologien wie Netzwerktechnik und Internet an die Möglichkeiten des digitalen Zeitalters angepasst.

Im Unterschied zu einem herkömmlichen Klavier kann man die Musik nicht nur über die Saiten des Flügels, sondern auch in elektronischer Form über einen Kopfhörer wiedergeben. Schöner Nebeneffekt: Man kann auch nach Mitternacht noch in die Tasten schlagen, ohne Schwierigkeiten mit den Nachbarn zu bekommen. Es lässt sich aber auch die eigene, über den Klangkörper des Instruments erzeugte Musik mit elektronisch generierten Klängen mischen, etwa wenn sich der Spieler von einem virtuellen Orchester begleiten lassen möchte.

Die neuesten Disklaviere, die in Kooperation mit dem Wiener Klavierhaus A. Förstl bei den „Klangbildern“ heuer erstmals einer breiteren Öffentlichkeit präsentiert werden, können aber noch viel mehr. So ist es via Internet auch möglich, in Echtzeit vierhändig mit einem anderen Pianisten zu spielen, der am anderen Ende der Stadt, in New York oder Taipeh sitzt. Auch die Einbindung einer Digitalkamera ist möglich, sodass sich der Musiker später auf dem Fernseher selbst beim Spielen zusehen kann.

Eine Besonderheit ist der Radiomodus, der den elektronischen Flügel mit einem Streaming-Server verbindet. Der Anwender muss sich nur in einen gewünschten Channel einwählen, und schon beginnen sich die Tasten wie von Geisterhand zu bewegen – das Klavier bringt quasi Live-musik ins Wohnzimmer. Eine CD mit 400 Titeln, die das Disklavier auch ohne Internetanbindung abspielen kann, wird mit dem Instrument mitgeliefert.Die Disklaviere sind in verschiedenen Bauformen vom Piano bis zum Konzertflügel erhältlich.

Ein ganz billiges Vergnügen ist der musikalische Luxus allerdings nicht: Je nach Modell muss man mit bis zu 40.000 Euro rechnen, ein Einstiegsmodell schlägt mit etwa 12.000 Euro zu Buche.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 06.11.2009)

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Artikel kommentieren Kommentieren BookmarkBookmarken bei [Was ist das?]

Als Gast kommentieren

...oder einloggen um als registrierter Benutzer zu kommentieren (Vorteile dieser Variante)

*... Pflichtfelder

Sicherheitscode
(Was bringt das?)*


Schwer lesbar?
Neuen Code generieren

Verbleibende Zeichen

1 Kommentare
Das Wort
14.11.2009 12:23
0 0

Und mir wollen Lehrkörper (endlich dreißig) im Rosablatt einreden, Unterricht im Web ist nicht möglich!

Dabei kann man schon Rubinstein nachlernen.

Avatare werden die gesamte Education erobern und alte Wissensträger weit überholen, so wie wir User unsere Lehrkörper überholen mußten um bestehen zu können.

Das Faulenzen auf Befehl von Hr. Betriebsrat wird bald zu Popoklatsch führen, weil sich BürgerIn nicht ständig die Butter vom Brot klauen läßt.

Proporzler der Grokonellen sollten nützliches lernen - sie werden nicht mehr als Abzocker gebraucht.