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Jajah: Internetpioniere machen Kasse

21.12.2009 | 18:17 |  CHRISTIAN HÖLLER (Die Presse)

Die Jajah-Gründer Scharf und Mattes haben es bis ins kalifornische Silicon Valley geschafft. Fünf Jahre nach der Gründung wollen sie Jajah für 200 Mio. Dollar verkaufen.

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Wien. Die beiden Österreicher und Internetpioniere Roman Scharf und Daniel Mattes stehen vor dem Geschäft ihres Lebens: Der von ihnen gegründete Online-Telefonanbieter Jajah (sprich: Dschadscha) soll für 200 Mio. Dollar (139 Mio. Euro) an die Mobilfunktochter O2 des spanischen Telekomkonzerns Telefonica verkauft werden. Auch Microsoft und der US-Konzern Cisco Systems sollen Offerte abgegeben haben.

Dem Vernehmen nach haben sich die Spanier in der monatelangen Bieterschlacht durchgesetzt. Jajah und Telefonica wollten den Deal noch nicht bestätigen. Branchenkreisen zufolge müssen noch Details geklärt werden.

 

Von Wien nach Kalifornien

Die Entwicklung von Jajah zeigt, wie schwer es innovative Start-ups in Österreichs haben. Der 38-jährige Salzburger Scharf und der 36-jährige Welser Mattes hatten zwar eine gute Idee. Um sie zu verwirklichen, mussten sie jedoch ins Ausland gehen. Denn in Österreich war es ihnen nicht möglich, genügend Kapitalgeber zu finden.

Die beiden IT-Spezialisten haben schon frühzeitig das Potenzial von Internet-Telefonie erkannt. Jajah wurde 2005 gegründet. Das erste Büro befand sich in der Wohllebengasse im vierten Wiener Gemeindebezirk. „Telefonie über das Internet muss so einfach sein, wie bei Google nach einer Information zu suchen“, lautete die Devise von Mattes und Scharf. Sie entwickelten spezielle Software und ein patentiertes Kodierungsverfahren für billige Telefonate in alle Welt. Um den Massenmarkt zu erschließen, brauchten sie Geld. Nach erfolglosen Versuchen in Österreich sprang der weltgrößte IT-Finanzierer, die kalifornische Investmentfirma Sequoia Capital, mit einem zweistelligen Millionenbetrag ein.

Sequoia hatte bereits Google, Yahoo und Apple in der Anfangsphase finanziert. Auch die Deutsche Telekom und der Chiphersteller Intel stellten den Österreichern Geld zur Verfügung. Der Einstieg von Sequoia war an die Bedingung geknüpft, dass Jajah ins kalifornische Silicon Valley übersiedelte. Dort gibt es die meisten Online-Start-ups weltweit. „Sequoia ist für uns ein Türöffner, wir haben so Zugang zu den wirklich Großen des Internet“, freut sich Scharf. Neben Kalifornien wurde auch in Israel ein Forschungszentrum aufgebaut.

 

Skype als großer Rivale

Telefonieren über Jajah funktioniert denkbar einfach. Interessierte registrieren sich auf der Homepage. Dann geben sie die eigene Rufnummer und die des Gesprächspartners ein. Anschließend klickt man auf die Call-Taste. Wenig später läutet das eigene Telefon, und die Verbindung wird hergestellt. Die Tarife sind um bis zu 98Prozent günstiger als bei etablierten Festnetzanbietern. Gespräche in die USA kosten beispielsweise 2,9 Cent pro Minute.

Weltweit nutzen bis zu 15 Millionen Kunden das Service von Jajah. Ursprünglich wollten Scharf und Mattes mit ihrer Firma an die Börse gehen. Doch wegen der Finanzkrise wurde dieser Plan verworfen. Zuletzt hat sich der Internetanbieter Skype zum immer stärker werdenden Konkurrenten von Jajah entwickelt.

Skype ist mit 480 Mio. Nutzern deutlich erfolgreicher als die von den Österreichern gegründete Firma. Denn Skype bietet Telefonate auch kostenlos an. Dafür muss man allerdings eine eigene Software auf dem Computer installieren. Auch Skype hat erst kürzlich seinen Eigentümer gewechselt – allerdings für die Summe von 2,025 Mrd. Dollar.

Mit der Übernahme durch Telefonica soll die Zukunft von Jajah abgesichert werden. Der spanische Telekomkonzern ist weltweit im Mobilfunkgeschäft tätig.

Dem Vernehmen nach will Telefonica das Konzept der in Wien gegründeten Internetfirma nutzen, um seinen Kunden günstige Telefonate anzubieten.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 22.12.2009)

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8 Kommentare
Gast: gast
22.12.2009 06:39
0 3

noch so eine Firma...

die ich nur aus den Medienberichten kenne, die mir aber im richtigen Leben noch nie begegnet ist...

Und was soll an einer Firma die grade mal 5 Jahre alt ist, als Pionierleistung gelten?
Hätten die schon 199x mit Internet-Telefonie gehandelt, dann wär das eine Pioniertat, aber erst irgendwann 2004?
Aber wahrscheinlich ist das wieder so ein Deal hinter den Kulissen zwischen diePresse und jajah. So wie diePresse ja auch immer so wohlwollend über die Pharma-Industrie berichtet...

Antworten Gast: peixe
23.12.2009 14:59
0 0

Re: noch so eine Firma...

wie kann man so einen unsinn schreiben ohne die geringste ahnung zu haben. verwende jahjah seit mindestens 3 jahren und funktioniert im gegensatz zu skype immer einwandfrei auch mit meiner extrem langsamen internetverbindung. ausserdem benoetigt man nichts von dem klimbim das fuer skype benoetigt wird.

allerdings dass telefonica jahjah in derselben form weiterfuehrt darf bezweifelt werden. die wollten sich wahrscheinlich nur einen laestigen konkurrenten vom leib schaffen.

Antworten Peregrin
22.12.2009 16:48
1 0

Re: noch so eine Firma...

Die zuendende Idee war, Internettelephonverbindungen auf normale Telephone zu routen, sodass man ohne Headset, Hlifsprogramm und dienstspezifische Adresse in den Genuss guenstiger Tarife kommen kann.

Antworten kaludhi
22.12.2009 09:56
0 0

Re: noch so eine Firma...

na, simma neidisch! anstatt sich für diese 2 erfolgreichen österreicher zu freuen kommt von ihnen nur bösartiges gerede! leute wie sie sind der grund warum es in Ö eine innovative idee so schwer hat erfolgreich zu sein. in den usa gratuliert man erfolgreichen menschen. bei uns werden sie mit argwohn betrachtet. lächerlich und kleinkariert!
sie sind wahrscheinliche nie über Basic programmieren hinaus gekommen und haben desswegen auch keinen 200mio deal im silicon valley zusammengebracht. naja,... armselig

Antworten Antworten Gast: Ing. Humer
13.01.2010 12:08
0 0

Re: Re: noch so eine Firma...

Ich gratuliere ihnen. Das sind die Helden die Österreich braucht. Die sind nämlich keine Maulhelden. Hut ab vor der Leistung.

Antworten Gast: Schullie69
22.12.2009 09:48
0 0

Re: noch so eine Firma...

Das ist halt so, wenn man auf der Ofenbank den Anschluss verpasst und dann die Welt an einem vorbei zieht.
Aber Schuld hat natürlich immer ein Anderer. Gut Nach schlafen Sie weiter.

Antworten Gast: gast 2
22.12.2009 09:43
1 0

Re: noch so eine Firma...

noch so ein kommentar, das vor neid nur so platzt!! statt sich für diese 2 erfolgreichen österreicher zu freuen, versuchen sie irgendeinen ...... grund zu finden, um diese 2 schlecht zu machen. wahrscheinlich haben sie irgendwann in den 90ern auf basic programmiert aber haben es aber nie ins silicon valley zu einem 200 mio dollar deal geschafft sondern sitzen immer noch in der 30m2 gemeindebauwohnung und ärgern sich über windows.

desswegen geht in den usa sowas auch, dort ist keiner dem anderen was neidig sondern jeder versucht selbst das beste zu machen.

gruss

Antworten Gast: Traurig
22.12.2009 09:34
2 0

Re: noch so eine Firma...

Nicht nur, dass man es in Österreich als start-up schwierig hat (Kapitalgeber, Bürokratie, ...), die Leute hinterfragen auch noch die Geschäftsidee nachdem eine Firma erfolgreich wurde....

Ich habe mir mit jajah sehr viel Geld gespart (Freundin wohnt in Moskau). Hab mir erst unlängst gedacht, dass ich der Person, die mir jajah empfohlen hat, etwas schenken sollte.