26.05.2012 15:24 | Meine Presse Merkliste 0

Forscher: "Roboter sind gefährlich"

23.08.2010 | 11:52 |   (DiePresse.com)

Ein deutscher Friedensforscher warnt vor den Gefahren von selbständig entscheidenden Kampfrobotern. Er fordert ein komplettes Verbot. Autonome Systeme würden die Hemmschwelle für Konflikt senken.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Der Dortmunder Physiker und Friedensforscher Jürgen Altmann beschäftigt sich bereits seit Jahren über die Folgen von militärischen Anwendungen der Robotik. Er setzt sich für ein Verbot von selbständig schießenden Robotersystemen ein und ist Gründungsmitglied des "International Committee for Robot Arms Control" (ICRAC). In einem Interview mit dem deutschen Technikmagazin c't erklärt Altmann, dass vollautomatische Drohnen und andere Kampfmaschinen zwar Soldatenleben retten, langfristig aber eine größere Bedrohung darstellen.

Roboter senken Hemmschwelle

Die Staaten der Welt würden laut Altmann in einer Zwickmühle stecken. Rüstet man selbst auf, steigt zwar die eigene Sicherheit, bringt aber andere Länder unter Zugzwang. Die gefährlichen Folgen so eines Verhaltens zeigte der Kalte Krieg, als er sich in den 1960er-Jahren immer stärker aufschaukelte. Mit der Möglichkeit, autonome Kampfroboter in ein Krisengebiet zu schicken, würde die Hemmschwelle sinken, einen Konflikt zu beginnen, warnt Altmann. Ein Fehler in den Schaltkreisen könnte im schlimmsten Fall sogar zu einem Krieg führen.

Roboter-Revolution: Mechanische Helfer für den menschlichen Alltag

Alle 20 Bilder der Galerie »

"Terminator" als realistische Bedrohung?

Altmann und seine ICRAC-Kollegen fordern eine internationale Vereinbarung, um derartige Systeme einzudämmen. Der Forscher würde ein komplettes Verbot unbemannter Systeme begrüßen. Andere sehen darin weniger das Problem, wollen aber immer noch einen Menschen als letztverantwortliche Instanz garantiert haben und keine selbständig entscheidenden Kampfmaschinen, wie sie in den "Terminator"-Filmen prophezeit werden. Altmann selbst muss zugeben, dass er noch keinen Film aus der Reihe gesehen hat, sieht darin aber durchaus eine mögliche Zukunftsbedrohung.

Hightech-Waffen: Science Fiction als tödliche Realität

Alle 12 Bilder der Galerie »

(Red.)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo
Als Gast kommentieren

...oder einloggen um als registrierter Benutzer zu kommentieren (Vorteile dieser Variante)


Mit dem Absenden Ihres Kommentares erklären Sie sich mit den Forenregeln einverstanden.

*... Pflichtfelder

Sicherheitscode
(Was bringt das?)*



Schwer lesbar?
Neuen Code generieren

Verbleibende Zeichen

6 Kommentare
Toghar
24.08.2010 06:22
0 0

Was habts den gegen T-800

Skynet wirds schon richten

0 0

welche hemmschwelle senken?


Antworten Gast: Markus Trullus
24.08.2010 08:26
0 0

Re: welche hemmschwelle senken?

Scheinbar den Artikel nicht aufmerksam gelesen: Die Hemmschwelle des Einsatzes und damit das gegenseitige Aufschaukeln einer neuen Rüstungsspirale... Denn wenn da kein Toter aus dem Schlachtfeld, sondern "nur" ein Haufen Schrott zurückkommt (auf meiner Seite, der "guten", klar!), dann haben Machthaber keine Hemmungen mehr, diese Dinge einzusetzen.....

0 0

sorry - aber die hemmschwelle der herrschenden...

...soldaten zu verheizen ist auch null. der unterschied für mich nicht erkennbar.

da wuzzi
23.08.2010 16:37
0 0

Trotteldilemma

Das eigentliche Dilemma sind nicht die Blechtrottel, sondern deren humanoide Befehlshaber. Da ist wohl leider so manches an Asozialem und sträflicher Dummheit im Busch.

1 1

Schlafen die in der Pendeluhr,

die gewerbsmäßigen Pazifisten. So neu ist die Sache mit den automatischen Kampfrobotern ja nicht mehr...
http://www.kritikus.at/2006/11/28/koreas-eiserne-waechter
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/23/23972/1.html