Der Dortmunder Physiker und Friedensforscher Jürgen Altmann beschäftigt sich bereits seit Jahren über die Folgen von militärischen Anwendungen der Robotik. Er setzt sich für ein Verbot von selbständig schießenden Robotersystemen ein und ist Gründungsmitglied des "International Committee for Robot Arms Control" (ICRAC). In einem Interview mit dem deutschen Technikmagazin c't erklärt Altmann, dass vollautomatische Drohnen und andere Kampfmaschinen zwar Soldatenleben retten, langfristig aber eine größere Bedrohung darstellen.
Roboter senken Hemmschwelle
Die Staaten der Welt würden laut Altmann in einer Zwickmühle stecken. Rüstet man selbst auf, steigt zwar die eigene Sicherheit, bringt aber andere Länder unter Zugzwang. Die gefährlichen Folgen so eines Verhaltens zeigte der Kalte Krieg, als er sich in den 1960er-Jahren immer stärker aufschaukelte. Mit der Möglichkeit, autonome Kampfroboter in ein Krisengebiet zu schicken, würde die Hemmschwelle sinken, einen Konflikt zu beginnen, warnt Altmann. Ein Fehler in den Schaltkreisen könnte im schlimmsten Fall sogar zu einem Krieg führen.
"Terminator" als realistische Bedrohung?
Altmann und seine ICRAC-Kollegen fordern eine internationale Vereinbarung, um derartige Systeme einzudämmen. Der Forscher würde ein komplettes Verbot unbemannter Systeme begrüßen. Andere sehen darin weniger das Problem, wollen aber immer noch einen Menschen als letztverantwortliche Instanz garantiert haben und keine selbständig entscheidenden Kampfmaschinen, wie sie in den "Terminator"-Filmen prophezeit werden. Altmann selbst muss zugeben, dass er noch keinen Film aus der Reihe gesehen hat, sieht darin aber durchaus eine mögliche Zukunftsbedrohung.
(Red.)
Hightech-Waffen: Science Fiction als tödliche Realität





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