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Quantencomputer: Wenn 0 und 1 gleichzeitig existieren

10.10.2011 | 12:43 |  von Daniel Breuss (DiePresse.com)

Aufgrund ihrer einzigartigen Eigenschaften könnten Quantencomputer sekundenschnell Probleme lösen, für die normale Rechner Jahre brauchen. Allerdings nur theoretisch. Erste Rechner soll es in zehn Jahren geben.

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Die klassische Informatik ist klar in Binärcode strukturiert. Ein Bit, das kleinste aller Elemente, kann maximal zwei Zustände haben: 0 oder 1. Dieses Paradigma versuchen Forscher auf der ganzen Welt schon seit einigen Jahren aufzubrechen. Ihr Ziel ist die Erschaffung eines Quantencomputers, der sich die Gesetze der Quantenmechanik zunutze macht, um Berechnungen anzustellen. Solche Rechner könnten aufgrund ihrer ungewöhnlichen Eigenschaften klassische Verschlüsselungsalgorithmen, die bisher nur mit großem Aufwand geknackt werden konnten, deutlich schneller auflösen. Wofür auf klassischer Binärtechnik basierende Computer Jahre benötigen, könnte mit einem Quantencomputer binnen Sekunden entschlüsselt werden. Das ist einer der Gründe, warum auch Geheimdienste sehr an dieser Technologie interessiert sind.

Die Messung bestimmt den Zustand

Kern eines Quantencomputer sind Qubits. Analog zu Bits besitzen sie maximal zwei Zustände, die durch Messung bestimmbar sind. Allerdings lassen sich Qubits nur durch die Gesetze der Quantenmechanik korrekt beschreiben. In einem Bit müssen immer 0 und 1 vorhanden sein, es funktioniert gewissermaßen wie ein Lichtschalter. Bei einem Qubit sieht die Sache wieder anders aus. Je nach Art und Weise der Messung können seine Zustände 0, 1 oder eine Überlagerung der beiden sein. Deutlich komplexer wird die Sache, wenn man mehrere Qubits zu einem Register zusammenschließt.

Aufgrund der Quantenverschränkung kann nur noch der Gesamtzustand des Registers ausgelesen werden, aber nicht mehr der Zustand einzelner Qubits. Die Zustände eines solchen Registers können sogar gleichzeitig dargestellt werden. Aufgrund dieser parallelen Fähigkeiten ergibt sich die bei bestimmten Aufgaben theoretisch höhere Rechenleistung der Quantencomputer.

Komplexe Apparaturen

Dadurch, dass Quantencomputer dermaßen unterschiedlich von herkömmlichen Computern arbeiten, steckt die Technik noch in den Kinderschuhen. Kann man heutzutage schon leistungsfähige Laptops einfach in den Rucksack stecken, so existieren Quantencomputer nur als komplexe Apparaturen auf riesigen Labortischen. Und auch hier freut man sich, wenn man ein paar wenige Qubits zur Zusammenarbeit bewegen kann. In der klassischen Informatik sorgen Feedback-Schleifen dafür, dass Informationen sich teilweise sogar automatisch korrigieren. Stimmt ein Zustand nicht mit dem erwünschten Ergebnis überein, sucht sich das System einen anderen oder gibt eine Fehlermeldung aus. Dazu muss aber der aktuelle Zustand des Systems gemessen werden. Macht man das bei einem Quantencomputer, greift man in das System ein und verändert es. Die Ergebnisse werden dann wieder unvorhersehbar.

Erste Quanten-Chips

Die Forschung leidet an den Einschränkungen der klassischen Computertechnik. Idealerweise bräuchte man einen Quantencomputer, der einen Quantencomputer simuliert. Doch bisher gelang es höchstens, ganz simple Systeme zu erschaffen. In einem Experiment gelang es bereits, so etwas wie einen Quanten-Chip zu erschaffen, der auf Ein- und Ausgaben reagiert. Ein theoretischer Durchbruch gelang Forschern, unter anderem von der Universität Wien, bei der Berechnung eines komplexen Algorithmus auf Quantensystemen. Dabei werden "negative Wahrscheinlichkeiten" genutzt, die im Alltag eigentlich keinen Sinn ergeben.

Quantencomputer in zehn Jahren fertig?

Vor einem Jahr dachte man noch, ein brauchbarer Quantencomputer werde erst in 25 Jahren existieren. Aufgrund der aktuellen Entwicklungen vermuten Forscher aber, dass sich diese Zeitspanne auf zehn Jahre verkürzen könnte. Zumindest zeigten sich die Entwickler eines optischen Quanten-Chips an der Universität Bristol davon überzeugt. Sollte das tatsächlich der Fall sein, würde das nicht nur Forscher freuen. Neben den offensichtlichen Anwendungen in der Kryptografie gibt es noch andere relevante Bereiche, in denen Quantencomputer vorteilhaft wären. So könnten damit etwa die Eigenschaften von einer Legierung, Flüssigkeit oder von Plasma korrekt vorhergesagt werden. Mit heutigen Mittel sind nur Näherungswerte möglich.

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28 Kommentare
 
1 2
Gast: Lustinowitschkaja
11.10.2011 09:09
0 5

Je schneller, desto tot.

1. Kann mir jemand den Unterschied zum Analogrechner erklären? und 2. Verhungern dann einige Millionen Kinder weniger, oder sind die schnellen Rechner optimal für Jagdbomber?

Antworten Gast: bledsinn
11.10.2011 11:11
3 0

Re: Je schneller, desto tot.

je dümmer, desto tot -- wäre angemessener.
Was hat ein Technologiefortschritt mit hungernden Kindern zu tun ?

Gast: Ein Konsument
11.10.2011 08:03
0 1

Wer es wirklich braucht!

Ich will endlich als Konsument perfekt geschützte DVD's und CD's haben, es geht nicht an das ich meine Sammlung auf den PC kostenlos speichern und dort abspiele und neu zusammenstellen kann, und wenn Sie kaputt sind kaufe ich sie doch gerne noch mal, die arme Unterhaltungsindustrie muß doch gefördert werden. Das die Künstler dabei im wahrsten Sinn des Wortes verrecken interessiert mich nicht, viel wichtiger ist es da schon die Aktionäre befriedigt werden.

Sœur Sourire
http://de.wikipedia.org/wiki/Sœur_Sourire

dadada
11.10.2011 07:56
0 1

das ist wie bei unseren banken

die schaffen das auch alles gleichzeitig

verluste in milliardenhöhe und gehälter und zuwendungen in millionenhöhe


Michael H.
10.10.2011 20:32
0 1

Offensichtliche Anwendungen in der Kryptografie

Korrupte Regierungen und reiche Kriminelle können dann meine verschlüsselten Passwörter, E-Mails und Festplatten noch schneller knacken. Toll!

0 0

Re: Offensichtliche Anwendungen in der Kryptografie

Sofern Sie, was ich nicht annehme, da es doch zur Einrichtung einigen Aufwands bedarf, nicht mittels RSA-Verschlüsseln, kann auch jetzt schon alles von Ihnen relativ problemlos mitgelesen werden.

Und zu ihrer Beruhigung: Sollte es jemals Quantencomputer geben, (glauben Sie mir, wir befinden uns gerade mal am Anfang und ich glaube auch nicht, dass es jemals so weit kommen wird) so kann ich Sie dahingehend beruhigend, dass durch Quantencomputer auch neue Verschlüsselungen ermöglicht werden, (die bereits erfunden sind) welche selbst Quantencomputer nicht in annehmbarer Zeit lösen können.

mfg

Antworten Gast: Aber...
10.10.2011 21:13
0 0

Re: Offensichtliche Anwendungen in der Kryptografie

... die andere Seite schläft halt auch nicht ;)

mongoose
10.10.2011 19:42
0 0

www.dwavesys.com


Antworten Gast: krutagog
10.10.2011 20:52
0 0

Re: www.dwavesys.com

das sind betrüger, wie mehrere wissenschaftler schon dargelegt haben

Antworten Antworten mongoose
10.10.2011 21:14
0 0

Re: Re: www.dwavesys.com

Google verwendet deren HW: http://techtalks.tv/talks/54457/

0 0

Quantenverschlüsselung ist sexy

denn wenn die beobachtung das messergebnis verfälscht, dann wäre so eine leitung 100%ig abhörsicher!

durch verschränkte quanten könnten überdies daten mit "überlichtgeschwindigkeit" um den planeten kreisen und das würd ich gern noch erleben...

es gibt aber mMn nur eine fraktion die unbedingt quantencomputer (also quanten CPUs) benötigt: die codeknacker der geheimdienste!

lang lebe aes256!

Antworten Gast: Ein Märchen
11.10.2011 08:12
1 0

Re: Quantenverschlüsselung ist sexy

In einem bereits älteren Artikel in Spektrum der Wissenschaft ist dieses Märchen von Abhörsicherheit durch Verschränkte Teilchen bereits ebenso widerlegt, und auch die 100%ige Sicherheit ist eine Erfindung jener die hoffen sehr viel Geld für diese Projekt zu bekommen obwohl sie wissen das Sie diese Sicherheit niemals bieten können.

Eine Steigerung an Sicherheit läßt sich nur gewährleisten durch Einschränkungen, in dem ich den Zugang eben weitgehend oder ganz unterbiete, wie jetzt im Stromnetz das durch die neuen Smartstromzähler und dem EU Wahnsinn aufgehoben wird.

Gast: Bösmensch dauerzensiert
10.10.2011 17:28
0 0

"Erste Rechner soll es in zehn Jahren geben."

na dann steht der übernächsten Windows-Version ja nichts mehr im Weg.

*SCNR*

Gast: Han
10.10.2011 17:10
0 0

Bei Mr. Beam

handelt es sich um Prof. Zeiler der uns einmal die praktische Seite seiner Quantenforschung erklären sollte.
Vielleicht werden wir eines Tages unsere Pakete nicht mehr körperlich übersenden müssen, sondern beamen können!

Antworten Gast: Analyst 829
10.10.2011 19:45
1 1

Beamen funktioniert, da jede Bewegung nur scheinbar ist, allerdings ist nichts 100 %ig möglich!

SCHEINBAR wird es möglich sein Pakete zu beamen, aber eben nicht wirklich und nie 100 % richtig. Das wiederum liegt am tatsächlichen Aufbau der Materie, die es nicht wirklich gibt, wobei man natürlich als kleinste Einheit Quanten definieren kann, aber egal was man als kleinste Einheit definiert, man darf nie vergessen, dass es immer noch viel kleinere "Teilchen" - nichts ist wirklich existent - gibt.

Kurzum man sieht immer das was man sehen will. Je nach Standpunkt eben, wobei man in Wahrheit genau genommen gar nichts sieht, da alles nur eine Darstellung von Null ist.

Der Quantencomputer ist also gar nichts abartiges, sondern nichts anderes als unsere Natur selbst, wo auch immer wieder Null beliebig und scheinbar parallel dargestellt wird. Zeit ist ja nur eine Täuschung, das zeigt ja eben auch der Quantencomputer der überlichtschnelle Übertragung zulässt, die nicht möglich wäre, wenn es Zeit wirklich gäbe.

Man ist scheinbar immer man selbst, wird aber nie mehr so sein wie man scheinbar ist, war auch nie wie man scheinbar ist. Das liegt einfach daran, da es nichts wirklich gibt. Nachweisen lässt sich das experimentell, indem man sich und andere fragt, ob sie von sich selbst weglaufen können. Da man und es andere nicht können muss man annehmen, dass es kein Körper kann. Logisch folgt daraus, dass jeder Körper im Ursprung ist und somit Raum eine Täuschung ist. Daraus weil sich Zeit aus Bewegung im Raum (z. B. Lauf Erde um Sonne) ableitet, muss sie eine Täuschung sein.

Antworten Antworten Bluesman
23.04.2012 07:20
0 0

Re: Beamen funktioniert, da jede Bewegung nur scheinbar ist, allerdings ist nichts 100 %ig möglich!

Tut mir leid, ich verstehe Ihr esoterisches Geschwurbel nicht. Dagegen ist das Studium der Literatur über die Verschränkung von Photonen direkt Trivialliteratur.

Antworten Antworten Burgos
10.10.2011 21:23
0 0

Re: Beamen funktioniert, da jede Bewegung nur scheinbar ist, allerdings ist nichts 100 %ig möglich!

Wittgenstein hat im "Tractatus..", erinnerungs- und sinngemäß, ausgeführt, dass der Mensch alles was er "denke" möglich sei zu verwirklichen, was er hingegen "nicht denke" nicht zu realisieren sei!
Vielleicht läßt sich auch mit Philosophie ein Reisen durch Raum und Zeit leichter ermöglichen.
Vom CERN wird mittels der Messung von Neutrinos versucht Überlichtgeschw. zu beweisen.

Antworten Antworten Gast: fu hu
10.10.2011 21:06
0 0

Re: Beamen funktioniert, da jede Bewegung nur scheinbar ist, allerdings ist nichts 100 %ig möglich!

warum sollte es eine täuschung sein?
entscheidend für den eindruck ist doch nur der zoomfaktor - für raum oder zeit. die sache selber ist was sie ist.
und auch der standpunkt ist nur abhängig vom zoomfaktor von raum und zeit.
täuschung ist nur, wenn man behauptet, daß sich die sache ändert wenn man die einstellungen der betrachtung ändert.

Antworten Antworten Antworten Gast: Analyst 829
12.10.2011 11:29
0 0

Re: Re: Beamen funktioniert, da jede Bewegung nur scheinbar ist, allerdings ist nichts 100 %ig möglich!

Eben der Zoomfaktor, so wie sie es nennen, ist entscheidend und wenn sie immer weiter zoomen, dann kommen sie eben auf exakt Null!

Wenn eben jedes Teil immer wieder teilbar ist - so muss es sein, wenn Raum und Zeit nur scheinbar existent sind, wie sie ja experimentell (siehe oben) beweisen lässt - dann kommt man im Endeffekt auf Null.

Man kann auch jede Aussage bis auf die Aussage, dass alles in Summe Null ist, widerlegen und daraus wiederum folgt logisch, dass alles den Wert Null hat.

Beipiel: Jemand sagt die Erde ist eine Scheibe. Stimmt nicht, die Erde ist gekrümmt. Jemand sagt die Erde ist eine Kugel. Stimmt nicht, die Erde ist an den Polen abgeflacht. Jemand behaupt die Erde sei eine Kugel, die an den Polen abgeflacht sei. Stimmt nicht, die Erde hat auch Berge. Jemand beauptet die Erde ...bis eben Berge und blabla. Stimmt nicht, denn die Erde besteht aus Atomen und da ist schon mal fast alles Zwischenraum. Dann weiter mit Atomteilen... Kein Platz hier, aber auf jeden Fall ist jede Beschreibung widerlegbar außer die Behauptung die Erde sei in Wahrheit inexistent und eine Täuschung, denn jedes Teil ist immer wieder teilbar, die Summe der Teile daher Null.

Beim Quantencomputer ist auch Null, Eins und ein Zwischenwert möglich. Je nach Blickrichtung hat man ein anderes Ergebnis. Im Prinzip leben wir in einem großen Quantencomputer, aber eben nur scheinbar. Wir waren nie wirklich, sind nie und werden nie wirklich sein. Zeit ist mit absoluter Sicherheit nur eine Täuschung!

lurch
10.10.2011 16:46
1 0

Mailüfterl

Erfreulicherweise lese ich da, daß wieder einmal in Wien in Bezug auf Computertechnik ein großer Schritt nach vorne geprobt wird.

Hoffentlich hat diesmal die hiesige Wirtschaft auch was davon und es passiert nicht so wie seinerzeit bei Heinz Zemanek mit seinem Mailüfterl, den man im Regen stehen gelassen hat und der dann von der IBM als "Fellow" aufgekauft wurde!

cuttly
10.10.2011 15:07
1 0

further reading, wenns interessiert...

http://www.electrosuisse.ch/display.cfm?id=127828

Gutmensch
10.10.2011 14:15
0 0

Qbits = Fuzzy?

Ich sage : Sackgasse!

Antworten Gast: Der Hut
10.10.2011 14:38
0 0

Re: Qbits = Fuzzy?

Qbits != Fuzzy.

Die Qbits haben schon einen eindeutigen Status. Aber man kann den Status nur erkennen wenn man genau hinschaut und beim hinschaun wird jedoch das Ergebnis verändert ;-)


Antworten Antworten Gast: 1234567qwertzu
10.10.2011 17:12
0 0

Re: Re: Qbits = Fuzzy?

das ist leider absolut nicht korrekt...qbits haben eben nicht sowas wie einen internen status, den man halt erst erkennt, wenn man misst und gleichzeitig dann einen internen status verändert...das ist eben genau nicht der fall...

für weitere informationen, warum dem nicht so ist --> bell ungleichung

Antworten Antworten Gutmensch
10.10.2011 16:30
0 0

Sag ich ja - Sackgasse, blind kann

ich keine Programme schreiben :) ...

Antworten Antworten Antworten Gast: fu hu
10.10.2011 21:09
0 0

Re: Sag ich ja - Sackgasse, blind kann

:) wieso denn nicht?

du kannst es, mach es.

 
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