Apple und E-Books: "Wir haben Amazons Monopol gebrochen"

13.04.2012 | 10:42 |   (DiePresse.com)

Im Streit rund um Preisabsprachen für E-Books schießt Apple zurück. Die Behauptungen der Kartellbehörde seien "einfach nicht wahr". Auch zwei Verlage wehren sich gegen die Anschuldigungen.

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Dass Apple von sich selbst überzeugt ist, wundert angesichts des Erfolgs des Unternehmens niemanden. Nun hat der Konzern gegen das US-Justizministerium zurückgeschossen, nachdem dieses Apple und mehrere Verlage der Kartellbildung beschuldigt hat. Die Anschuldigungen seien "einfach nicht wahr", erklärte ein Sprecher. Im Gegenteil, durch den iBookstore hätte Apple vielmehr "Innovation und Wettbewerb gefördert" und "Amazons monopolistischen Griff auf die Verlagsindustrie gebrochen", berichtet All Things D.

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Zwei von fünf Verlagen wehren sich

Auch zwei große Verlage, Penguin und MacMillan, wehren sich gegen die Behauptungen, es hätte Wettbewerbsverzerrungen durch Preisabsprachen gegeben. Die drei anderen, HarperCollins, Hachette und Simon & Schuster, haben sich unmittelbar nach der Kartellklage mit dem US-Justizministerium außergerichtlich geeinigt. Auch MacMillan-CEO John Sargent schreibt in einem Blogeintrag, man hätte sich lieber gütlich geeinigt. Die Bedingungen der Behörde hätten es aber Amazon ermöglicht, wieder das Monopol für E-Books zu erlangen. Man werde daher vor Gericht gehen.

Preise seit iBookstore gestiegen

Mit dem Erscheinen des iPad und dem Start des iBookstore setzte Apple ein neues Preissystem für E-Books durch, bei dem die Verlage die Preise festsetzen und Apple 30 Prozent des Buchpreises einbehält. In der Folge stiegen die Preise für E-Books. Amazon musste daraufhin die Konditionen mit den Verlegern neu aushandeln. Vor dem iPad-Start hatte Amazon die elektronischen Ausgaben vieler Bestseller für seine Kindle-Geräte für den Preis von 9,99 Dollar (derzeit 7,61 Euro) verkauft.

Vielfältige E-Book-Konkurrenz

Zahlreiche Anbieter haben E-Books im Programm. Die elektronischen Romane und Zeitschriften können entweder auf speziellen Geräten, wie etwa Amazons Kindle oder dem Sony Reader gelesen werden. Wahlweise kann das jeweils genutzte E-Book-Format aber auch in geeigneten Apps auf Smartphones und Tablets konsumiert werden. Zahlreiche Anbieter nutzen das Epub-Format (wie Thalia, Libri, Kobo oder Sony), während Amazon auf seine eigene Technologie setzt und Epub auch nicht auf dem Kindle unterstützt. Es gibt aber Software, mit der sich die E-Books umwandeln lassen.

(db)

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4 Kommentare

Fiese Sache

Dass Amazon die eBooks zu Dumpingpreisen verkauft hat, ist zwar für den Kunden angenehm, aber dass die Kreativen dahinter auch kaum Geld sehen, das darf eigentlich nicht sein.

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Re: Fiese Sache

Das würden sie wegen der Verlage sowieso nicht. Es gibt Verlage, die bis zu 90% des Verkaufspreises einbehalten und da bleibt dann für den Autor nicht mehr viel übrig. Leider können nur die allerwenigsten von ihren Büchern allein Leben.

Antworten Antworten Gast: MandiMac 2.0
13.04.2012 14:34
1 0

Re: Re: Fiese Sache

Geben tut's auch Verlage, die ihre Druckkosten zu 100 % auf den Autor abwälzen und von 8000 bis 21000 Euro im Voraus vom Schreiberling selbst (!) verlangen. Solche Verlage gehören sowieso weg vom Fenster, zumindest die fairen sollten am Leben erhalten werden. Amazon hilft da kein Stück weiter.

Re: Re: Re: Fiese Sache

das sind einige Verlage wenn nicht die Mehrheit, traurig.

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