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Praxistest: Größer allein ist nicht großartig

21.06.2012 | 18:12 |  ANDREAS TANZER (Die Presse)

Galaxy SIII und Lumia 900 positionieren sich als aktuelle Flaggschiffe ihrer jeweiligen Plattformen Android 4 und Windows Phone 7. Zwei gelungene Stapelläufe - um der Konkurrenz davonzusegeln braucht es aber mehr.

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Das Design: Evolution statt Revolution war wohl die Designvorgabe für die aktuellen Prestigemodelle von Samsung und Nokia. Das SIII ist rundlicher als der Vorgänger, wirkt aber vertraut, sein herausragendes Merkmal ist das übergroße 4,8Zoll-Display. Das Lumia 900 ist im Wesentlichen ein größeres Lumia 800. Das neue Galaxy wirkt zwar wertiger als der Vorgänger, ein Top-Smartphone fühlt sich aber anders an. Das Lumia 900 sieht edler aus, vor allem von hinten. Dafür ist es deutlich schwerer als das überraschend leichte Galaxy. Zudem ist es fast so groß wie das SIII und damit ebenfalls nichts für kleine Hände. Während die Größe des SIII für viele schon grenzwertig ist, ist die Qualität des Super Amoled-Displays mit 1280 x 720 Pixel unbestritten. Das Nokia-Display ist mit 4,3 Zoll und 800 x 480 Pixel unspektakulärer, hat aber dank Kontrast und Leuchtkraft im Freien die Nase vorn.

Samsung Galaxy S3 im Test

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•Die Kameras: Beide Handys haben Kameras mit acht Megapixel. Der Vergleich zeigt, dass dies alleine wenig aussagt. Das SIII filmt und fotografiert um Welten besser und im Gegensatz zum Lumia auch rasch. Abgesehen vom optischen Zoom ist das SIII auf Kompaktkamera-Niveau. Schade, dass der Ein/Aus-Knopf des SIII nicht auch als Auslöser dient.
•Handling und Betriebssystem:
Beide Hersteller setzen auf Micro-SIM, die bei Nokia nur mit mitgeliefertem Werkzeug gewechselt werden kann – man muss Apple nicht alles nachmachen. Der Ein/Aus-Knopf des Lumia ist etwas unergonomisch angebracht. Der Datentransfer ist beim Galaxy dank Speicherkarte und Drag & Drop am USB-Anschluss einfach. Beides fehlt beim Lumia. Die Akkus reichen (knapp) für einen Tag.

Beide Betriebssysteme haben ihre Stärken. Das anfangs schlicht wirkende Layout von Windows Phone 7 erweist sich als praktischer weil übersichtlicher als Android 4. Auf beiden Handys sind Fehlbedienungen häufig weil die sensiblen Touchscreens nahe an den Rand reichen und unbeabsichtigt berührt werden. Das Surfen mit dem SIII war – trotz sehr guter Benchmarks – mitunter recht zäh, was auf Empfangsschwäche hindeutet. Beim Lumia stört die Fixierung auf Bing als Suchmaschine. Aus Microsoft-Sicht logisch, aber nicht die Präferenz der User.
•Besonderheiten: Der App-Flut von Android hat das Gespann Windows/Nokia nur einzelne Highlights wie Office oder Navigation mit Offlinemodus, entgegenzusetzen. Das Galaxy SIII will mit S-Voice Sprachassistenten und intelligentem Display-Timeout punkten. Das vielbeworbene Feature hat im Test aber enttäuscht. Offensichtlich ist dem SIII nicht jedes Gesicht genehm.
•Fazit:
In Summe ist das Galaxy SIII dennoch ein beeindruckendes Stück Hardware. Um sich gegen das kommende iPhone 5 in Stellung zu bringen wird Samsung sich aber mehr einfallen lassen müssen. Das Argument Displaygröße ist nun endgültig ausgereizt.

Das Lumia 900 krankt vor allem daran, dass die User mittlerweile an Android und iOS gewöhnt sind. Was objektiv betrachtet nur „anders“ ist, wird – mitunter zu Unrecht – als schlechter wahrgenommen. Und um den Umstieg schmackhaft zu machen fehlt dem Lumia 900 das gewisse Etwas.

Fazit: Galaxy SIII

Gefällt. Großes, gutes HD-Display, sehr gute Kamera, trotz Größe leicht und schlank.

Gefällt nicht. Insgesamt etwas zu groß, S-Voice und intelligentes Display-Timeout im Test enttäuschend. Material könnte wertiger sein.

Fazit Lumia 900

Gefällt. Wertige Anmutung, helles, kontrastreiches Display, Bedienung nach Eingewöhnung recht übersichtlich.

Gefällt nicht. Kamera
mittelmäßig, Datentransfer nur via Zune, kein Multitasking.


E-Mails an: hightech@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 22.06.2012)

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1 Kommentare

„… man muss Apple nicht alles nachmachen.“

Das ist ein Meinung und kein objektiver Journalismus!

Es wäre schön wenn künftig so etwas wenigsten in der Presse nicht vorkommt. Rosa bis dunkel rot eingefärbte Qualitätsblätter mit eindeutiger Meinung gibt es eh schon.