Apple will seine Produkte nicht mehr unter das US-Zertifikat Electronic Product Environmental Assessment Tool (EPEAT) stellen. Mit dieser Ankündigung hat Apple für Aufsehen und teilweise für Unverständnis gesorgt. Wie das Wall Street Journal berichtet, will die Stadt San Francisco seinen 50 Behörden mitteilen, dass Apple-Macs und MacBooks nicht mehr für einen Erwerb durch städtische Budgetgelder qualifiziert seien. EPEAT, der von mehreren Herstellern, inklusive Apple, entwickelt wurde, soll garantieren, dass Elektronikprodukte leicht zu recyclen sind und eine hohe Energieeffizienz aufweisen.
Apple verweist auf eigene Umwelt-Website
Apple selbst hat nun gegenüber The Loop eine Stellungnahme zu der Entscheidung abgegeben. Alle Produkte des Herstellers würden die "striktesten" Standards für Energieeffizienz erfüllen, unter anderem auch die Richtlinie Energy Star 5.2, erklärte eine Firmensprecherin. Die EPEAT-Zertifizierung sei veraltet, wird in dem Artikel ferner behauptet. Apple verweist außerdem auf seine Website, auf der die Umweltschutzbemühungen des Herstellers aufgelistet werden. Das alles liefert aber noch keinen genauen Grund, warum der Hersteller auf das Umwelt-Zertifikat verzichtet.
Neues MacBook Pro kaum reparaturfähig
EPEAT zielt vorrangig auf die Recyclingfähigkeit von Computern ab. Viele neuere Apple-Produkte, darunter das MacBook Pro mit Retina-Display und das iPad, sind aber nur schwer wiederverwertbar. So ist etwa in beiden genannten Geräten ein Teil des Gehäuses fix verklebt, was Reparatur und Zerlegen nahezu unmöglich macht, wie unter anderem die Reparatur-Spezialisten von iFixit belegen. Apple verspricht aber, dass das aktuelle Produkt-Lineup frei von Umweltgiften wie Blei, PVC, Quecksibler oder Arsen sei.
Greenpeace vs. Apple
Naturgemäß versucht sich Apple als der Saubermann unter den Elektronikproduzenten hinzustellen. In der Greenpeace-Analyse Guide to Greener Electronics belegt das Unternehmen Platz vier hinter HP, Dell und Nokia. Die Bewertungen sind aber schon älter und stammen aus 2011. Und im April hatten die Umweltschützer in der Studie "How Clean is Your Cloud" bemängelt, dass Apple für seinen Online-Dienst iCloud zu viel "dreckige" Energie, wie etwa Kernkraft, einsetzen würde.
(db)
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