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Apple vs. Samsung: Volle Breitseiten bei Schlussplädoyers

22.08.2012 | 08:47 |   (DiePresse.com)

Apple behauptet, Samsung hätte "rücksichtslos" das iPhone kopiert und will 2,5 Milliarden Dollar. Samsung findet das "lächerlich". Apple könne kein Rechteck mit einem Touchscreen patentieren.

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Dass Apple und Samsung nicht mehr die besten Freunde sind, ist spätestens seit den Schlussplädoyers im größten Patentprozess der Technikwelt offensichtlich. Die Anwälte beider Seiten hielten regelrechte Brandreden, bevor die Richterin den Fall an die neun Geschworenen übergab. Diese mussten davor 109 Seiten an Anweisungen über sich ergehen lassen. Richterin Lucy Koh kommentierte dieses Prozedere mit: "Ich benötige alle bei Bewusstsein während [dieser Vorlesung] - mich eingeschlossen." Damit die Jury nicht einschlief, gab es mehrere kurze Pausen, "um das Blut wieder in Schwung zu bringen", wie Koh bemerkte.

Apples Schlussplädoyer

Apple-Anwalt Harold McElhinny ließ kein gutes Haar an Samsung. Die Geräte des Konkurrenten hätten sich seit dem iPhone schlagartig diesem angepasst. "Sie haben das erfolgreichste Produkt der Welt kopiert", sagte McElhinny. Als Beweis dafür führt er Samsungs eigene Dokumente an. Der koreanische Hersteller wollte laut dem Anwalt "aus dem Erfolg des iPhones Kapital schlagen", was schließlich zur Entwicklung des Galaxy S geführt hatte. Samsung habe mit "rücksichtsloser Missachtung" gehandelt und keinerlei Gesprächsversuche seitens Apple vor der Patentklage beachtet. Die Milliarden an Gebühren, die der iPhone-Hersteller nun von den Koreanern als Entschädigung haben will, seien gerechtfertigt, weil Samsung mit seinen "kopierten" Smartphones Milliarden an Umsatz gemacht hätte.

Samsungs Schlussplädoyer

In der Antwort auf Apples Breitseite reagierte Samsung-Anwalt Charles Verhoeven mit einem Vorwurf. Apple würde den Wettbewerb per Klage bekämpfen. "Ihre Entscheidung könnte, wenn sie in Apples Richtung geht, die Art und Weise ändern, wie Wettbewerb in diesem Land funktioniert", warnte Verhoeven die Geschworenen. Apples Design des iPhone sei nicht einzigartig. Das Aussehen von aktuellen Smartphones würde sich durch die technischen Notwendigkeiten ergeben. "Es ist eigentlich faszinierend. Apple glaubt, ihnen steht es zu, ein Monopol auf ein abgerundetes Rechteck mit einem Touchscreen zu haben", sagte Verhoeven. Er streitet auch ab, dass Kunden von Samsung-Geräten verwirrt worden seien. Konsumenten würden bei derart teuren Produkten vor dem Kauf lange Nachforschungen anstellen, lautet sein Gegenargument. Apples Milliarden-Forderungen seien "lächerlich".

Samsung Galaxy S: Das Android-iPhone

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Lücken in Apples Argumenten

Gegen Apples Anschuldigung, dass Samsung dem iPhone zu stark das Wasser abgegraben hätte, sprechen zwei Beweise aus Apples eigenem Fundus. Einerseits die iPhone-Verkaufszahlen, die um ein Vielfaches besser sind als das bis zu Beginn des Prozesses meistverkaufte Samsung-Smartphone, das Galaxy S2. Andererseits zeigte eine von Apple selbst in Auftrag gegebene Kundenanalyse, dass diese nicht aufgrund einer Verwechslung mit dem iPhone sich für Samsung-Geräte entschieden, sondern vielmehr aus Treue zu ihrem aktuellen Netzbetreiber.

Lücken in Samsungs Argumenten

Samsung wiederum wird ebenfalls durch eigene interne Dokumente in die Bredouille gezogen. Auf 132 Seiten haben die Entwickler des Konzerns minutiös das iPhone mit dem Galaxy S verglichen. Die Empfehlungen: Das eigene Produkt mehr dem Apple-Handy anzugleichen. Und Samsungs Mobilsparten-Chef JK Shin schrieb selbst in einem internen Memo, der Vergleich zwischen Samsung-Smartphones und dem iPhone sei "wie Himmel und Hölle". Die Koreaner konstatierten bei sich selbst eine "Design-Krise". Und Google selbst soll Samsung davor gewarnt haben, das Galaxy S zu sehr dem iPhone anzupassen. Samsung setzt auf seinen Smartphones Googles Android-Betriebssystem ein.

Geschworene überfordert?

Nun stehen die Geschworenen vor einer schier unüberwindbaren Aufgabe. Sie sollen mehr als 700 Fragen auf 22 Seiten beantworten. Apple wirft Samsung bei 21 Geräten Patentverletzungen vor. Welche Geräte in welchem Ausmaß Apples Designs und Technologien verletzen, bestimmt letztendlich die Höhe der Lizenzgebühren, die Apple von seinem Konkurrenten verlangen kann. Die Forderungen an Samsung reichen von 500 Millionen bis 2,5 Milliarden Dollar. Die Koreaner wiederum fordern von Apple ihrerseits Gebühren für Technologie-Patente.

Worum es wirklich geht

Sowohl Apple als auch Samsung haben genug Geld in der Kriegskasse, um jeglichen vor Gericht von der jeweiligen Gegenseite geforderten Betrag bezahlen zu können. Beiden geht es aber um eine langfristige Entwicklung. Und Apples wahrer Feind ist Google. Dessen Android-System ist dem iPhone-Hersteller seit Anbeginn ein Dorn im Auge, konnte sich aber inzwischen zur meist verbreiteten mobilen Softwareplattform mausern. In einer Präsentation, die Apple Samsung vorgelegt hatte, werden grundlegende Funktionen von Android angeprangert. Der Prozess wird daher nicht nur von den beteiligten Parteien, sondern auch von Google und allen anderen Herstellern von Android-Geräten genauestens beobachtet. Im Endeffekt könnte dieses Verfahren entscheiden, wie sich der US-Smartphone-Markt in Zukunft entwickeln wird.

(db)

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23 Kommentare

Wenn der Krieg richtig beginnt

Wenn Microsoft Nokia kauft was ja nur mehr eine Frage der Zeit sein kann dann kommt eine macht an Patente zuvor schein wo alle weinen können.

http://mobi-test.de/allgemein/patente-wer-hat-wie-viele-eine-genaue-untersuchung/

Weil in dieser Statistik geht es um wahre Technik um die Inovationen der Branche und nicht um Ecken und Kanten.

Gast: Optimus Prime
23.08.2012 23:19
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Wo

Bleibt denn bitte das Transformers Handy? Dann könnte jede/r immer das haben was er/ sie will. Und diese ganze blöde Streiterei würde es nicht geben!

Ich hoffe das beim Prozess garnichts rauskommt, und sehen wir mal in 10 Jahren weiter!



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Re: Re: Brotdose groß Alu

OMG! Wunderbar! So wird also das neue Samsung Galaxy S4 aussehen?

Gast: vito c
22.08.2012 13:20
5 1

kraut und rüben

leider werden in der berichterstattung über diesen streit kraut und rüben vermischt. ob es im prozess geordneter zugeht wage ich - nachdem ich apples präsentation gesehen habe - zu bezweifeln.

wer der leser, und der reporter kennt den unterschied zwischen einem patent und einem geschmaksmuster, welches in den usa als design-patent bezeichnet wird?
wer kennt die voraussetzungen zur erteilung eines patents bzw. eines geschmaksmusters?
wer kennt die verfahren zur aberkennung eines patents ind en USA?
wer weiss wodurch der schutzumfang eines patents bestimmt wird?
wer kann etwas mit dem begriff erfinderische tätigkeit etwas anfangen?
wie ist eine solche gegenüber dem USPTO zu argumentieren?
usw. usw.

und wer von alljenen, die keine ahung von der sache haben, haben eine eindeutige meinung, und geben ihren senf dazu?

hiebei handelt es sich um eine komplexes und sehr spezialisiertes rechtsgebiet, und es wäre besser, die medien würden sich besser informieren und auch die vielen dreinreder und stimmungsmacher hätten wenigstens grundkenntnisse wovon sie eigentlich reden.

ich finde es auch höchst fragwürdig mit einer derartigen sache laienrichter zu befassen. nach meiner eigenen langjährigen erfahrung, ist selbst ein gebildeter mensch nicht ohne entsprechendes training in der lage einen patentanspruch inhaltlich richtig zu erfassen.

Antworten Gast: USA
22.08.2012 19:57
0 0

Re: kraut und rüben

Zu Ihrem letzten Punkt bezueglich der Laienrichter ist zu sagen dass die Parteien die Moeglichkeit gehabt haetten von einem Jury Trial abzusehen, jedoch denke ich dass keine der Parteien dies wollte.
Die Wahrscheinlichkeit den Fall vor Gericht zu gewinnen ist ganz einfach groesser wenn man eine simple Mehrheit aus 12 Leuten fuer sich gewinnen muss (Einstimmigkeit ist Strafrecht und nicht Zivilrecht bzw kommts auf den Staat an) als wenn man nur einen oder mehrere (Hausnummer 3) Richter in einem Bench Trial fuer sich gewinnen muss ... ist aber auch nur eine mehr oder weniger Laienmeinung meinerseits...

ich kann diese

generelle apple hysterie und das tägliche gelaber über apple nicht verstehen und nachvollziehen.

apple hat auf dem computer/notebook markt lächerliche 6% und auf dem handymarkt 20% marktanteil (samsung 40%). und trotzdem wird dauernd über diese ach so wertvolle und innovative firma geschwafelt. unerträglich (unnötig)!!

4 0

Re: ich kann diese

Ferrari, Bentley oder Rolls

Re: ich kann diese

Ein Zitat dazu von Tim Cook: "Wir werden niemals die meisten Produkte erzeugen, aber wir werden weiterhin die besten machen!"

Mehr ist dazu eigentlich nicht zu sagen.

Antworten Gast: vito c
22.08.2012 13:30
9 1

aber

aber sie beteiligen sich nicht nur daran, sie sind auch ganz vorn dabei. wenn sie es nicht verstehen können, ergründen sie ihr inneres. stellen sie sich die frage: was hat mich bewogen zu diesem thema, das sie vorgeben abzulehnen, doch meine meinung zu posten?

wenn keiner drüber reden würd, gebs auch keinen hyp. und mit dem reden muss einen anfangen. und sie waren ganz vorn dabei.

um mir ein wort aus dem fachgebiet der metallurgie auszulehnen: sie sind ein kristallisationskeim.

Antworten Antworten Gast: Sophistication
22.08.2012 16:41
10 4

Re: aber

Was heißt hier Markanteile, wovon? Von Plastik-Kopien von Apple-Produkten?
Was Glauben Sie interessiert einen Porsche-Fahrer die Verkäufe vom Golf? Also, Golf -Fahrer, die Samsung-Produkte passen doch vortrefflich zu Ihrem Lebensstil, oder nicht?
Der Neid des kleinen Mannes scheint nur zu deutlich durch Ihre Bemerkungen.
Bitte Apple Produkte einmal kaufen, dann lassen der Neid und die Verbitterung deutlich nach.

Re: aber

was soll denn dieses pseudophilosophische gefasel? sie wissen genau was ich meine.

dauernd hört man in den medien irgendwas von apple...apple apple apple...dabei ist apple, im vergleich zu anderen herstellern, welche weit höhere marktanteile haben, viel weniger bedeutend. nichts anderes wollte ich damit sagen.
der aktuelle ach so gigantische "wert" von apple ist meiner meinung nach nur eine riesige blase.

wenn die dieses i-phön nicht hätten, das scheinbar jeder lemming heute haben muss, (oder es sich zumindest einbildet) würden die wieder so bedeutungslos sein wie in den 90ern (bevor bill gates apple rettete -> siehe wikipedia). denn die aktuell 6% marktanteil am pc/notebook-kuchen würden kein tägliches geschrei über den apfel rechtfertigen.

4 1

Re: Re: aber

Sie irren sich - aus gegebenem Anlass muss ich (leider) von Zeit zu Zeit ein Windows Produkt benutzen. Glauben sie mir, Apple Produkte sind nach wie vor logischer aufgebaut, wesentlich kundenfreundlicher. Mit dem Kauf eines Samsung TV's habe ich ein Samsung Galaxy dazubekommen. So sauber die Bildqualität des TÜV Gerätes ist, der Aufbau ist total unlogisch, auch hier erwarte ich vom geplanten APPLE Fernseher wesentlich Besseres. Das Galaxy im direkten Vergleich kann leider dem IPad an logischer Einfachheit nicht das Wasser reichen. Der Platz würde hier nicht für die Details ausreichen.
Apple denkt nun in erste Linie an seine Kunden und nicht an die ,eigenen IT Freaks und deren Spielwiesen.

Antworten Antworten Antworten Gast: vito c
23.08.2012 08:41
0 0

Re: Re: aber

ich lese nur was sie schreiben. woher soll ich wissen was sie meinen, wenn sie es nicht schriftlichen ausdrücken?
beschweren sie sich also nicht bei mir über ihre eigenen mängel sich auszudrücken.

Re: Re: aber

Sowweit ich gelesen habe ist vor allem der iPod die große Einnahmequelle, das iPad bringt auch was, also ist der Mac Markt finanziell gesehen nicht das Standbein. Davon abgesehen, dass durch Apps und iTunes auch beständig Geld in die Kassa fließt.
Ich bin aber ihrer Meinung, dass mit dem Tod von Steve Jobs der große Visionär fehlt, der auch ehrgeizig genug war schier unmögliches durchzusetzen. Das wird den Wert allmählich schmälern.

Re: Re: aber

Sorry Herr Traugott,

Apple ist keine Blase, nur in. den privaten Medien überrepräsentiert.
Und wenn mir schlecht wird dann bei denen

wäre mensch etwas intelligent

würd er beides nicht mehr kaufen

10 0

Re: wäre mensch etwas intelligent

Der Nokia-CEO meldet sich zu Wort! Oder wie soll das zu verstehen sein?!?

Re: wäre mensch etwas intelligent

... sondern ein HTC. Das hat auch abgerundete Ecken.

Re: Re: wäre mensch etwas intelligent

Und jetzt kommt's knüppeldicke: HTC wurde nicht verklagt. Weil Sense (der UI-Layer von HTC) sich sehr wohl von iOS und Samsungs TouchWiz abgrenzt.

Geht's tatsächlich nur um die Ecken, hmhmhmhmmmm? (Übrigens: Bei den abgerundeten Ecken ging's weniger ums Gerät als vielmehr um die Icons der Software. Kthxbye.)

1 0

Re: Re: wäre mensch etwas intelligent

Und ist ebenfalls weniger kundenfreundlicher aufgebaut. Wir haben von IT Freaks genug!

Re: Re: wäre mensch etwas intelligent

und SEHR anders.