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Rettet das neue iPhone Amerika?

11.09.2012 | 18:11 |  MATTHIAS AUER (Die Presse)

Apples neues iPhone soll nicht nur den Konzern reich machen, sondern auch die US-Wirtschaft antreiben. Aber wie genau soll das funktionieren?

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Wien. Große technische Wunder darf man sich nicht erwarten, wenn Apple-Chef Tim Cook Mittwochabend das neue iPhone 5 aus dem Hut zaubern wird. Ein bisschen größer, ein bisschen schneller, ein bisschen besser wird es eben sein. Aber wie sieht es mit dem ökonomischen Wunder aus? Schenkt man dem Bankhaus JP Morgan Glauben, dann hat das iPhone 5 nicht nur das Zeug, Apples Kassen zu füllen. Der Konzern setzt in den Augen der Analysten zur Rettung der US-Volkswirtschaft an.

Allein das neue Smartphone-Modell werde das amerikanische Wirtschaftswachstum in den letzten drei Monaten des Jahres um bis zu 0,5 Prozent antreiben, schreibt JP-Morgan-Chefvolkswirt Michael Feroli in einer Mitteilung an die Kunden des Investmenthauses. Nicht schlecht. Eine Produkteinführung des weltweit wertvollsten börsenotierten Konzern würde damit entscheiden, ob sich die größte Volkswirtschaft der Welt Richtung Stagnation oder halbwegs stabiles Wachstum bewegt.

Aber wie genau soll das eigentlich funktionieren? Natürlich ist Apple in den USA eine große Nummer. Jeder zweite amerikanische Haushalt nennt zumindest ein Apple-Produkt sein Eigen. Aber so gut wie keines der 70 Millionen iPhones oder 30 Millionen iPads und 59 Millionen anderen Geräte, die das Unternehmen im Vorjahr verkauft hat, wurden in den USA produziert. 700.000 Menschen beschäftigt das Unternehmen vor allem in asiatischen Zulieferbetrieben. Dagegen fallen die 40.000 Amerikaner, die direkt bei Apple arbeiten, eher bescheiden aus.

Alle Bemühungen des US-Präsidenten Barack Obama, mehr Apple-Jobs in die USA zurückzuholen, sind gescheitert. Seit drei Jahren ist die Arbeitslosenrate im Land jenseits der magischen acht Prozent. Seit dem Zweiten Weltkrieg wählten die Amerikaner bei einer derart hohen Arbeitslosigkeit keinen Präsidenten ein zweites Mal ins Amt.

 

Pro iPhone 400 Dollar für die USA

Aber Apples Einfluss auf die US-Wirtschaft sollte dennoch nicht unterschätzt werden. Obwohl die Produktion überwiegend ausgelagert ist, hat es der Konzern geschafft, den Großteil der Wertschöpfung im Haus zu behalten.

Am wertvollsten an einem iPhone sind nicht die Einzelteile, sondern das ursprüngliche Design. Und das kommt aus amerikanischer Hand. Ebenso wie die starke kalifornische App-Industrie, die erst mit iPhone zum Leben erweckt wurde. Über 200.000 Arbeitsplätze will Apple so in den USA geschaffen haben. Für JP-Morgan-Ökonom Feroli ist die Rechnung einfach: Angenommen, das neue iPhone kostet 600 Dollar, dann müssen 200 Dollar davon an ausländischer Wertschöpfung importiert werden. Die restlichen 400 Dollar würden dem amerikanischen BIP zugutekommen. Er rechnet damit, dass Apple bis Jahresende noch acht Millionen Stück verkaufen wird. Das brächte eine zusätzliche Wirtschaftsleistung von 3,2 Mrd. Dollar oder ein zusätzliches Wachstum von 0,33 Prozent.

Wie daraus das versprochene halbe Prozent an zusätzlichem Wachstum werden soll, weiß niemand so gut wie die Statistikbehörde der USA. Diese berechnet die Inflation nämlich „hedonisch“. Das bedeutet: Nicht nur die Preise, sondern auch qualitative Verbesserungen von Produkten werden gewürdigt. Durch das bessere iPhone „sinkt“ also die Inflation. Da diese vom nominalen Wachstum abgezogen wird, fällt die reale BIP-Erhöhung höher aus.

Nur das US-Finanzministerium kann sich vom „Retter Apple“ herzlich wenig abschneiden. 70 Prozent der 25,9 Milliarden Dollar Gewinn, die der Elektronikkonzern im Vorjahr gemacht hat, erwirtschaftete er im Ausland. In den USA bezahlt er – dank einer guten Finanzabteilung – kaum Steuern.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 12.09.2012)

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65 Kommentare
 
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Schön für's US-BIP,

den Finanzminister und natürlich auch Apple. Der US-Wirtschaft und vorallem dem US-Arbeitsmarkt bringen diese Zahlen aber ziemlich wenig ...

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"Wir haben Leute in Amerika, die Kias und Hyundais fahren", so Obama vor einem Jahr. "Ich will aber Menschen in Korea Chryslers und Chevrolets fahren sehen."
</>

Das iPhone 5...


...rettet wohl eher Finnland!

They are doomed

Wenn die USA auf ein Produkt setzen muss, dann sind sie arm dran.

Außerdem stellt sich die Zukunft so dar:
Derzeit werden die meisten Komponenten bei Samsung bestellt, weil kein anderer die Qualität liefern kann.

Samsung selbst testet die nächsten Technologiesprünge aber schon bei Fernsehern und Monitoren aus.

Außerdem ist in Europa bereits eine Beamer-Technologie schon in der Serienreife, die unseren Umgang mit mobilen Geräten vollkommen ändern wird und Apple nicht mehr zur Verfügung steht, weil schon andere Firmen (Osram, BenQ, Acer) drauf sitzen.

Auf Apple zu setzen ist genaus eine Blase und nichts wert wie das Geschäftmodell von JP Morgan.

Gast: vito c
12.09.2012 13:29
2 1

iphone?

ich dachte superman rettet amerika.

Gast: hortsder
12.09.2012 13:14
1 1

tracerphone

hehe, noch ein spionage-phone von big brother?

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Ich schätze,

es rettet Nokia.

2 1

Wer hat sich diesen Artikel ausgedacht bzw. berechnet?

Einerseits gab es ja auch letztes Jahr ein Iphone... Daher können wir nur von einem BIP Beitrag sprechen und keineswegs von einer Rettung.

Der Beitrag macht bei 8 Mio verkauften Iphones nach meiner Rechnung auch nur 0,02 % aus. GDP in US rund 15.000 Mrd

Wäre Apple ein Ö Unternehmen, dann wäre der BIP beitrag rund 1 %.

Schönen Nachmittag allerseits :-)

Gast: Gast 11223000
12.09.2012 12:27
2 4

Propaganda von Apple

Keiner redet vom viel zu kleinen Display des IPhone. Das Telefonieren macht ja nur mehr einen verschwindet kleinen Teil der Benutzungszeit aus.
Samsung hat mit dem Galaxy Note die richtigen Erkenntnisse umgesetzt.

Re: Propaganda von Apple

Ich darf daran erinnern, dass dieses "viel zu kleine Display" 2007 bis ca. 2009 noch als "Jausenbrett" bezeichnet wurde. 3,5" ist im Vergleich mit der Konkurrenz heute nicht allzu groß, das ist wahr. Aber für mich reicht es völlig aus, wobei ich natürlich auch mit dem vermeintlichen 4" Display des iPhone 5 gut zurecht kommen werde.

1 0

Re: Propaganda von Apple

Ich schätze Samsung hat sich jetzt, nach dem Streit, die Bildschirmgröße weltweit patentieren lassen ;-)

Gast: KarlO1
12.09.2012 12:15
1 0

Die Überschrift sagt schon alles.

Wäre es wirklich so, dann muesste es den Amis sehr sehr gut gehen. Genauso gut wie die Aktie von Apple sich sehr gut entwickelt hat.

Lieber Applejünger, nocheinmal nachdenken und sich andere Überschriften einfallen lassen.

iPhone

kann man das essen ?
JP- Morgan gibt Prognosen ab und das Ding ist übermorgen schon wieder überholt
faszinierend der Glaube ,mit Internet die Welt neu erfunden zu haben nur weil man sie schneller gemacht hat

Gast: Bruder Kain
12.09.2012 11:52
0 2

na ja, das iPhone nicht,

aber möglicherweise Batman, oder war es Superman?

Gast: wahrsager
12.09.2012 11:40
0 3

wahrscheinlich

wird apple bald das patent die rettung amerikas anmelden...

Antworten Gast: barackromney
12.09.2012 21:22
0 0

Re: wahrscheinlich

...und Obama danach verklagen...

Gast: gast555
12.09.2012 11:20
1 2

und was bringt das??

"Allein das neue Smartphone-Modell werde das amerikanische Wirtschaftswachstum in den letzten drei Monaten des Jahres um bis zu 0,5 Prozent antreiben, schreibt JP-Morgan-Chefvolkswirt Michael Feroli"

jobs werden in amerika deshalb nicht entstehen, die handys werden in asien produziert

es werden nur ein paar reiche noch reicher und die ärmeren werden noch ärmer, ist im system des zinseszins nicht anders möglich

Gast: merauder
12.09.2012 10:54
1 2

eine sekte namens apple ?


Rettung ?

Wohl eher der untergang nahe !

Beim beobachten von menschen im umgang mit ihren apple produkten, liegt die vermutung nahe,
viele wären einer art "apfel sekte" beigetreten ?


Antworten Gast: keinfundi
12.09.2012 20:17
0 0

Re: eine sekte namens apple ?

Genau, wie auch Marktingexperte Lindstrom bezeugt: "Apple-Jünger ... ähneln engagierten Christen". Er meint wohl Fundis von der Megachurch.

Die USA können einem schon leid tun......

.......wenn ein Gerät das zu 99% in China hergestellt wird als Rettung für die amerikanische Wirtschaft herhalten muss!

Antworten Gast: gast555
12.09.2012 11:21
0 0

Re: Die USA können einem schon leid tun......

mein mitleid hält sich aber in grenzen

iPhone for President!

<Beep>

Gast: hkljgfk
12.09.2012 09:23
1 0

armes Amerika

waffengeschäfte gehen nicht gut

Gast: Hermann vom Gipfel
12.09.2012 09:22
0 2

Zwangsabgabe für alle Handybenutzer weltweit

Für jede telefonierte Minute: 10 Cent an die US-Wirtschaft. Gehts der Wirtschaft gut, ... (Grössenwahn)

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Globalisierung

Die Globalisierung hat ihren Preis, Vor- und Nachteile.

Die Aufschrift "Designed in California, Made in China" ist sehr aussagekräftig. Die Politik kommt mir so hilflos vor. Man soll/darf/kann die Reichen nicht vertreiben.

Beim Wahlkampfbus von Obama musste er sich rechtfertigen, warum nicht alles in den USA produziert wurde. Das Vorzeigeunternehmen Apfel zeigt die Tücken der Globalisierung auf wie kein anderer - derzeit.

Die Leute kaufen es trotzdem. Aus Ignoranz. Aus Trotz. Aus Unwissenheit. Aus Mangel an Alternativen. Ich weiß es nicht.

Das iPhone rettet rein gar nichts. Maximal das eigene Depot.

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Re: Globalisierung

Ah ja.
Und wer würde das iphone kaufen wenn es das doppelte kosten würde nur weil apple statt 200.000 Chinesen die selbe Anzahl von Amerikanern für die Produktion entlohnen müsste?!
Niemand. Die Leute würden Samsung-Geräte kaufen, die in China produziert werden und Weltverbesserer würden sich in Foren die Finger wund schreiben, warum Samsung nicht in einem teureren Land produziert und ob die Leute denn kein Gewissen hätten.

Gast: gerry
12.09.2012 08:13
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Wieviel sind 0,33% vom BIP der USA

Mal abgesehen von all den geposteten Einwänden und Fragwürdigkeiten zum obigen Artikel sind aus meiner Sicht jedenfalls die Zahlen falsch :
Das amerikanische BIP ist in etwa so hoch wie die Schulden der USA, nämlich ca. 15.000 Mrd.$. Davon 0,33% sind aber ungefähr 50 Mrd.$ und nicht bloß 3,2 Mrd.$. Auch dies spricht wohl nicht für die Qualität dieses Artikels

 
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