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Apple: Wandel nach einem Jahr ohne Steve Jobs

05.10.2012 | 14:10 |   (DiePresse.com)

Ein Jahr nach dem Tod von Steve Jobs hat Nachfolger Tim Cook einen eigenen Weg gefunden, mit dem schweren Erbe umzugehen.

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Vor einem Jahr - am 5. Oktober 2011 - starb Apple-Gründer Steve Jobs, der Mann hinter den großen Erfolgen wie iPhone und iPad. Seine Nachfolger um Tim Cook versuchen einen schwierigen Balanceakt zwischen seinem Erbe und neuen Ideen.

"Mit Steve Jobs wäre das nicht passiert!", lautet das Leitmotiv vieler Kommentare zu Apples Debakel mit dem fehlerbehafteten eigenem Kartendienst. Selbst die "New York Times" ließ sich zu der Frage hinreißen, ob der legendäre Firmengründer wohl die falschen Adressen-Markierungen und zerknüllten 3D-Bilder toleriert hätte. Die aktuelle Debatte um den seltenen Apple-Fehltritt belegt, wie groß die Jobs-Nostalgie ein Jahr nach seinem Tod ist - und dass Erinnerung verklärt: Denn auch unter dem "iGod" lief bei weitem nicht alles rund.

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So verpatzte Apple 2008 den Start des Online-Speicherdienstes MobileMe durch massive technische Probleme. Der für seine Wutausbrüche berüchtigte Jobs tobte und tauschte die Führung des MobileMe-Teams aus. Zwei Jahre später folgte das "Antennagate": Vor allem US-Nutzer klagten massenhaft über Empfangsprobleme beim iPhone 4 mit der ungewöhnlichen Design-Lösung, die Antennen in einem Metallring an der Außenkante unterzubringen.

Cook sagt schneller "Sorry"

Damals dauerte es mehrere Wochen, bis Apple auf die wie ein Schneeball anwachsende Kritik reagierte: Jobs lud zu einer Pressekonferenz, in der er das iPhone verteidigte und angebliche Schwächen von Konkurrenzgeräten anprangerte. Die aufgeregten Kunden wurden schließlich mit einer kostenlosen Schutzhülle für das iPhone besänftigt. Bei den aktuellen Karten-Problemen reagierten die Jobs-Nachfolger viel schneller. Apple gelobte schon nach einem Tag Besserung. Und eine Woche später folgte ein öffentliches "Sorry" des neuen Konzernchefs Tim Cook, gepaart mit der außergewöhnlichen Ermutigung, vorerst ruhig mal auf Konkurrenzdienste etwa von Google oder Nokia umzusteigen.

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Diese größere Offenheit ist der auffälligste Unterschied zwischen dem Apple der Jobs-Ära und der Handschrift seines Nachfolgers Cook. Nach abermaligen Vorwürfen der Ausbeutung chinesischer Arbeiter beim Auftragsfertiger Foxconn ließ der Konzern erstmals externe Prüfer in die Betriebe und veröffentlichte eine Liste aller Zulieferer. Der Austritt aus einem Umweltsiegel wurde schnell wieder zurückgenommen. Und die Aktionäre bekommen die langersehnte Dividende, die Jobs ihnen immer verweigert hat - angesichts des auf rund 120 Mrd. Dollar (93 Mrd. Euro) angewachsenen Geldberges war die bisherige Knausrigkeit allerdings auch immer schwerer zu erklären.

Bloß nicht: "Was würde Jobs tun"?

Tim Cook scheint also ganz nach dem letzten Geheiß seines Mentors zu agieren: "Bloß nicht sich die Frage stellen, was würde Steve tun." Der Bruch mit scheinbaren bisherigen Dogmen geht bis in technische Details: Das iPhone 5 bekam nach fünf Jahren erstmals einen größeren Bildschirm, für die nächsten Wochen wird mit einem kleineren iPad-Modell gerechnet, während Jobs die Geräteklasse einst als "Totgeburt" abgestempelt hatte.

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Und doch schwebt der Geist des Gründers immer noch über allem, was Apple heute tut: Die strategischen Weichen - iPhone, iPad, Mac-Design, der Online-Speicher iCloud als Herzstück der Apple-Welt - sind alle noch unter Jobs gestellt worden. Auch das neue iPhone 5 wirkt mehr als eine Weiterentwicklung denn als Vorstoß in unbekanntes Terrain. Die erste große eigene Innovation oder der erste große Fehler von Cook und seiner Mannschaft müssen erst noch kommen.

"Steve Jobs würde Cook feuern"

Als solche ultimative Bewährungsprobe zeichnet sich der Vorstoß ins Fernsehgeschäft ab. Seit Monaten wird über den ersten Apple-Fernseher spekuliert. Aber immer noch scheint das Ausbleiben eines Inhalte-Deals mit den mächtigen US-Kabelbetreibern ein Bremsklotz zu sein. Schon der charismatische Jobs hatte jahrelang vergeblich versucht, ihre Blockade zu brechen - und das Fehlen seines berühmten "realitätsverbiegenden Kraftfelds" sei für Apple jetzt das größte Handicap, urteilte etwa ein Kommentator im "Wall Street Journal". Cook sei ein starker Manager - aber eben kein Steve Jobs. "Wenn Steve Jobs lebte, würde er Tim Cook feuern", erklärte kurzerhand das Magazin "Forbes".

Jobs war der detailversessene Visionär, der Apple mit einer einzigartigen Serie von Innovationen aus der Beinahe-Pleite auf den Industrie-Olymp beförderte. Er überzeugte im Vorfeld des Starts von iTunes persönlich Musiker wie Bono von U2 oder Neil Young, ihre Scheu vor der Digitalisierung der Musik abzulegen und ihre Songs für den Apple-Musikladen zur Verfügung zu stellen. Legendär ist auch die Geschichte, wie er den US-Konzern Corning dazu brachte, binnen weniger Monate die Produktion einer völlig neuen Glassorte für das iPhone auf die Beine zu stellen.

Neuer Teamgedanke bei Apple

Der 51-jährige Cook versucht ganz bewusst nicht, Steve Jobs zu imitieren. Die Präsentation des iPhone 5 Anfang September wäre seine Chance gewesen, voll ins Rampenlicht zu treten - das Vorgängermodell hatte Cook noch im Schatten des Übervaters vorgestellt, Jobs starb einen Tag später an den Folgen seines langjährigen Krebsleidens. Doch Cook hielt sich auch jetzt weiter zurück und überließ erneut viel Raum seinen Top-Managern wie Marketing-Mann Phil Schiller. Die Botschaft: Das neue Apple wird von einem Team statt einer einzelnen Lichtgestalt geführt. "Ich vermisse Steve jeden Tag", bekannte Cook im Mai in einem der seltenen Interviews. Aber jetzt bestimmt er die Regeln in Cupertino.

Zugleich könnte das Karten-Debakel die Gewichte in der Apple-Spitze verschieben: Der Dienst fällt als Teil des Betriebssystems iOS in die Verantwortung des ehrgeizigen Scott Forstall, dem Apple-Kenner durchaus auch Chef-Ambitionen nachsagen. Das öffentliche Fehlereingeständnis von Cook macht Forstalls Position nicht gerade stärker. Allerdings habe einst auch der große Steve Jobs erst wenige Wochen vor der iPhone-Vorstellung überhaupt eine Karten-App in Auftrag gegeben, die dann schnell zusammengezimmert worden sei, erzählten frühere Mitarbeiter jetzt der "New York Times".

 

(APA/dpa)

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8 Kommentare

das ist doch lächerlich

glaubt denn wirklich jemand ernsthaft, Jobs hätte nur für ein bis zwei Monate vorausgeplant?
ich bin überzeugt dass er (gerade im angesicht seines nahendes Todes) bereits das konzept für die nächsten jahre festgelegt hat.

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Re: das ist doch lächerlich

Sorry, aber in der Computer und Handy Brache kann man nicht Jahre Vorplanen. Da ja unbekannt ist was die Konkurrenz macht wäre es ein Desaster für Apple wenn es nicht reagieren würde. Derzeit hat Android einen Marktanteil von fast 75 Prozent. Apples iOS von 12 Prozent. Ein unbeweglicher Apple würde dramatisch an Marktanteilen verlieren.

Antworten Gast: Towarisch Jobs
08.10.2012 00:39
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Re: das ist doch lächerlich

Planwirtschaft also :-) Passt doch zur Clientèle :-)

selber Artikel

selber Artikel steht auch auf Bild.de..
werdet mal selber kreativ und schreibt eigene Berichte ;)

Antworten Gast: was?!?!
05.10.2012 19:41
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Re: selber Artikel

Was?!?! Die Presse fladert bei der Bild?!?!

Re: Re: selber Artikel

Ist ja auch ein APA-Artikel. Steht doch drunter...

Antworten Antworten Antworten Gast: was?!?!
06.10.2012 23:35
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Re: Re: Re: selber Artikel

Ahso...

Re: selber Artikel

tatsächlich. :O einige Wörter wuden zwar geändert aber das nenne ich mal echten Diebstahl^^