Apple hat - wie im Vorfeld erwartet - sein neues iPad mini vorgestellt. Wie der Name schon sagt, ist das neue Gerät etwas kleiner als das bisherige Tablet-Zugpferd des Herstellers. Das iPad mini bietet ein 7,9-Zoll-Display mit 1024 x 768 Bildpunkten in einem sehr kompakten Gehäuse. Es ist nur 7,2 Millimeter dünn und wiegt 300 Gramm. Im Inneren arbeitet derselbe A5-Prozessor, der im iPhone 4S und iPad 2 eingesetzt wurde. Die Camera auf der Rückseite bietet eine 5-Megapixel-Kamera und 1080p-Video. Wie schon beim iPhone 5 wurde der alte Dock-Connector entfernt und der neue "Lightning" genannte Stecker eingesetzt. Das iPad mini soll ab 2. November auch in Österreich verkauft werden, die Preise beginnen ab 329 Dollar für das 16-Gigabyte-Modell nur mit WLAN. Die Mobilfunk-Version soll zwei Wochen später auf den Markt kommen.
Apple macht Googles Nexus 7 schlecht
Apple-Marketing-Manager Phil Schiller ätzte während der Vorstellung gegen Googles 7-Zoll-Tablet Nexus 7. Dieses sei nur aus Kunststoff, während das iPad mini aus Aluminium sei, außerdem bemerkte er die dickeren Ränder des Nexus 7. Schiller zeigte auch eine Reihe an ausgesuchten Apps, die auf dem iPad besser wirkten als auf dem Nexus-Modell. Apple strich auch hervor, dass nachs einen eigenen Berechnungen die verfügbare Fläche des iPad mini für Website-Darstellung um bis zu 67 Prozent größer sei als beim Nexus 7. Dass das Konkurrenzprodukt um rund 100 Euro weniger kostet, ließ Schiller unter den Tisch fallen. Man darf gespannt sein, wie Google auf diesen Fehdehandschuh reagieren wird.
iPad nach halbem Jahr schon veraltet
Damit das neue kleine iPad mini seinen großen Bruder nicht allzu sehr aussticht, wurde dessen Hardware aktualisiert. Das iPad mit 10-Zoll-Display erhält einen neuen Prozessor, der auf den Namen A6X hört, und nach Apples eigenen Angaben die Konkurrenz im Staub zurück lassen soll. Auch wurde der umstrittene neue Dock-Connector eingeführt, den Apple "Lightning" nennt. Das Gerät, das Apple nun das "iPad der vierten Generation" nennt, wird weiterhin zum selben Preis und mit den bisherigen Speichergrößen angeboten. Käufer des iPads der dritten Generation, das gerade einmal etwas mehr als ein halbes Jahr auf dem Markt ist, werden sich wohl ärgern, dass ihr Modell bereits veraltet ist.
Vor dem iPad mini wurden noch neue Macbooks und iMacs vorgestellt. Letztere sind besonders schlank geraten. Mehr dazu gibt es hier.
Selbstbewusster Konzernchef
Apple-Chef Tim Cook hatte ebenfalls ein paar Seitenhiebe auf die Tablet-Konkurrenz parat. Allein die Verkaufszahlen dürften Samsung und andere Konkurrenten ein wenig ärgern. Vor zwei Wochen habe Apple den Meilenstein von 100 Millionen verkauften iPads erreicht, verkündete Cook. Auch sei das iPad trotz der wachsenden Konkurrenz immer noch das Tablet der Wahl. Der Apple-Chef zitierte dafür eine Statistik, nach der angeblich das iPad für 91 Prozent des gesamten Web-Datenverkehrs von Tablets sorgt.
Apples Tablet-Invasion setzt sich in den Klassenzimmern der USA immer stärker fort. Nach dem Prinzip "get them while they're young" wird die heranwachsende Generation an Apple-Gerätschaften gewöhnt. 2500 US-Klassen lehren ihre Inhalte bereits mit iBooks Schulbüchern. Um diese Zahl zu vergrößern hat Apple eine neue Version seiner iBook-Software sowohl für Nutzer als auch für Verlage vorgestellt.
Fünf Millionen iPhone 5 verkauft
Bevor das neue Gerät vorgestellt wurde, hatte Apple wieder einmal ein paar neue Zahlen auf Lager. Das iPhone 5, seit Ende September auf dem Markt, ging erwartungsgemäß weg wie die warmen Semmeln. Am ersten Wochenende wurden mehr als fünf Millionen Stück verkauft. Apple feierte das bei der Präsentation mit einem seiner inzwischen traditionellen Videos von gut aussehenden urbanen Menschen, die nach Kauf des neuen iPhone glücklich sind.
Drei Milliarden Dollar dank App Store
Auf die neuen iPod Touch und iPod Nano machen Apple glücklich. Mehr als drei Millionen iPods wurden seit ihrer Einführung im September verkauft. Cook gab aber nicht an, welches Modell welchen Anteil an den Zahlen hatte. Das wachsende Ökosystem hilft auch den App-Entwicklern. Apple hat nach eigenen Angaben bisher 6,5 Milliarden Dollar an Entwickler für im App Store verkaufte Apps ausgezahlt. Da Apple 30 Prozent des Kaufpreises einbehält, macht das mehr als drei Milliarden Dollar für den Konzern selbst aus, der mit Smartphones und Tablets über Software eingenommen wird.
200 Millionen Geräte mit iOS 6
Zusammen mit dem iPhone 5 wurde auch das neue Betriebssystem iOS 6 vorgestellt. 200 Millionen Geräte haben schon iOS 6, seit das Update Ende September auf den Markt gekommen ist. Nach Cooks Angaben handelt es sich um die rascheste Adoption eines neuen Betriebssystem in der Technik-Geschichte. Über die Maps-Misere, die eine offizielle Entschuldigung des Apple-CEOs zur Folge hatte, wurde kein Wort verloren.
(db)
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