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Nach Maps-Debakel: Apple-Chef Tim Cook baut die Führung um

30.10.2012 | 17:57 |   (Die Presse)

Apple-CEO Tim Cook nimmt einen Totalumbau an der Konzernspitze vor. Zwei Manager müssen gehen, zwei steigen auf: Der britische Designer Jony Ive ist nach dem Tod von Steve Jobs der neue Star bei Apple.

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Wien/Cupertino/jil/ag. „Laut Apple Maps ist Felix Baumgartner soeben auf Pluto gelandet.“ Es sind Tweets wie dieser vom US-Komödianten Tom Jamieson, die man bei Apple gar nicht gern liest. Das kalifornische Unternehmen leistet in der Regel außergewöhnliche PR-Arbeit. Aber wenn ein Produkt mal voll danebengeht, kann eben auch die beste Imagearbeit nicht mehr helfen.

So war das schon beim „Newton“, dem Urgroßvater des iPad. Der Newton war Anfang der 90er seiner Zeit zwar um Lichtjahre voraus – aber eben auch ein gewaltiger Flop. Die lächerlich dysfunktionale Handschriftenerkennung war damals sogar den „Simpsons“ einen Seitenhieb wert.

Rund 18 Jahre später kämpft der ehemalige Computerhersteller Apple um die Vorherrschaft auf dem mobilen Markt – weshalb man kürzlich Google Maps vom iPhone verbannen ließ und einen eigenen Kartendienst präsentierte. Und weil der voller Fehler ist, muss der verantwortliche Manager Scott Forstall seinen Hut nehmen. Apple-CEO Tim Cook nützt die Gelegenheit und nimmt ein Jahr nach dem Tod von Apple-Gründer Steve Jobs einen Totalumbau an der Konzernspitze vor.

Scott Forstall war lange ein Stellvertreter von Jobs und wurde auch zeitweise als Nachfolger gehandelt. Er war zuletzt für iPhone- und iPad-Software zuständig, hatte sich aber Meldungen zufolge geweigert, öffentlich die Verantwortung für das Apple-Maps-Debakel zu übernehmen – woraufhin CEO Tim Cook sich selbst im Namen des Unternehmens bei den Kunden entschuldigte. Nun wird Forstall dem Unternehmen nur noch bis Jahresende als „Berater“ erhalten bleiben – und dann gehen. Wohin, ist unklar.

Ebenfalls gehen muss John Browett, der erst vor sieben Monaten von der britischen Elektronikkette Dixons geholt wurde. Browett war für die Apple-Geschäfte verantwortlich und verärgerte die Mitarbeiter, weil er ihnen länger Arbeitszeiten verordnete – um Geld zu sparen.

Auftritt Jony Ive

Die Abgänge schaffen Platz für den Aufstieg des britischen Designers Jonathan Ive, genannt „Jony“. Ive ist nach dem Tod von Steve Jobs wohl bereits jetzt der bekannteste Manager von Apple. Man kennt ihn aus den Videos, die zur Präsentation von neuen Produkten veröffentlicht werden.

Ive legt in diesen Filmen als Hohepriester des Apple-Kults derartiges Pathos an den Tag, dass Fans sich nach dem Ende des Videos oft nicht ganz sicher sind, ob sie nun einen neuen Computer kaufen – oder eher unter dem Apfel-Banner in den Krieg ziehen wollen. Dass Ive in diesen Verkaufsvideos das Gesicht der Firma darstellt, ist freilich kein Zufall.

Der 45-Jährige ist seit 1997 bei Apple und hat in der zweiten Amtszeit von Steve Jobs die Verantwortung für das Gerätedesign übernommen – dem bei Apple in der Regel alles andere untergeordnet wird. Aus Ives Labors im Hochsicherheitstrakt des Apple-Hauptquartiers in Kalifornien stammen Designikonen wie das iPhone, das iPad und die Apple-Laptops, die aus einem einzigen Stück Aluminium gefräst werden. Nicht ohne Grund wird Ive also mehr denn je als möglicher nächster Apple-Chef gehandelt. Der Chefdesigner soll nun auch mehr Verantwortung für Software übernehmen.

Online-Chef Eddy Cue übernimmt (wieder einmal) die Rolle des „Feuerwehrmanns“ und wird dazu abgestellt, den misslungenen Kartendienst zu retten. Dass er ein Talent als Retter in der Not hat, konnte Cue bereits beweisen, als er den schlecht funktionierenden Cloud-Dienst MobileMe zur mittlerweile erfolgreichen iCloud umgebaut hat.

Auch Siri braucht Rettung

Cue ist schon seit 2011 für den iTunes-Store verantwortlich – und damit auch für AppStore und den Apple-Bücherladen. Der Krisenmanager soll neben Apple Maps auch „Siri“ auf Vordermann bringen. Die Spracherkennungssoftware ist zwar Pionierarbeit – liefert aber in der Praxis derart lustige (und unbrauchbare) Ergebnisse, wie Nutzer sie seit den Tagen des Newton nicht mehr erlebt haben.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 31.10.2012)

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37 Kommentare
 
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WLAN Probleme

ich bin bis jetzt ein wahrer Apple Fan, doch meine liebe beginnt zu bröckeln! Das WLAN Problem mit dem neuen iOs 6 wird totgeschwiegen, mich macht das wahnsinnig wenn ich Zuhause kein WLAN nutzen kann, bzw. nur eingeschränkt. Auch das mit dem neuen Stecker ist Abzocke pur, werde mich mal am Mark umschauen es gibt ja eine Menge neuer Produkte die USB, usw. auch noch haben!!

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Apple...

ist ein unseriöses Unternehmen und bedarf anscheinend der vielen Postingautoren hier, die ein übertrieben positives Bild vom Eindruck der Konsumenten zeichnen. Das ist wirlich nurnoch peinlich.

Wenn ich vergleichbare Life-Style- und Active-Life-Produkte will, dann nehm ich lieber die Hello-Kitty-Sachen von meiner Tochter... Aber die hat Apple gaaaaanz wahrscheinlich auch erfunden...

Das ist doch nurnoch lächerlich... wann werden diese peinlichen und innovationsfreien Säcke endlich dem Erdboden gleich gemacht...

Der Markt wirds schon irgendwann machen... zumindest soweit kann man in das Chaos des Weltmarktes noch vertrauen haben...

Re: Apple...

was haben sie denn für Probleme/komplexe?
so ein tiefes applebashing hab ich ja noch selten gesehen..
ja ich verwende ein iPhone schon seit langem aber habe sehr viel vergleiche von Kollegen, die mich nie überzeugt haben, jemals über einen Wechsel nachzudenken..
aber ist ja auch egal, weil es mein! Handy ist und es jedem sch.egal sein kann was ich verwende, genauso sch.e.wies mir ist was andere haben!
falls ich wirklich von einem anderen Produkt jemals überzeugt werden könnte, würde ich vielleicht auch wechseln-die Marke ist mir doch wurscht!

Re: Re: Apple...

Roma... eh klar...

Gast: Jusstudent
31.10.2012 12:59
4 2

Is eh lieb was die Presse immer so schreibt...

...der Schritt zu einer eigenen Maps-Applikation war für Apple dennoch nötig. Wer sich jedoch nicht eingehend mit der Materie befasst (wie manche Journalisten), wird das natürlich nicht kapieren.

Dass das Produkt fehlerhaft sein wird, war sowieso klar, denn Google hat für die Perfektion seiner "Karten" Jahre gebraucht. Trotzdem musste Apple diesen Schritt irgendwann machen...

Ich bekenne...

ich bin ein Apfel User aus Leidenschaft, aber es ist für mich nicht zu übersehen:

Siri: Eine Baustelle
Apple Maps: Eine Baustelle
iCloud: Funktioniert auch nicht wirklich so, wie ich mir das von Apple erwarten würde.

Anstatt sich auf ewige Patentkriege mit Samsung einzulassen, könnte Apple wieder einmal mehr Geld für die Entwicklung in die Hand nehmen und auf Qualität setzen, so wie man es immer gewohnt war. Wenn Appelkunden zu Beta-Tester werden, werden sie bald trotz Patentstreite mehr und mehr gefallen an den Konkurrenzprodukten finden.

Gast: Steven Paul Gates
30.10.2012 22:21
9 1

Gute Entscheidung! Der Geist der Innovation bleibt erhalten

Sir Jonathan Ive hat massiv dazu beigetragen, dass Apple das ist, was es ist. Er denkt ähnlich wie Jobs und wenn er gemeinsam mit Bob Mansfield an Innovationen basteln kann, wird wirklich Großartiges herauskommen.

Dass die Betriebssysteme nun eine gemeinsame Führung haben, ist sinnvoll und läßt Synergien zu.

Apple bleibt damit organisiert wie ein Start-Up, flexibel und kann Innovationen und Weiterentwicklungen gründlich vorbereiten.

Apple muss führend bleiben und den Geist der Innovation erhalten. Schön, dass Tim Cook darauf achtet. Nur so bleibt das Unternehmen gesund und denkt wirklich "different," es denkt dann besser.

3 7

Re: Gute Entscheidung! Der Geist der Innovation bleibt erhalten

Sie sollten auch für Faymann schreiben.

4 0

Re: Re: Gute Entscheidung! Der Geist der Innovation bleibt erhalten

und sie gar nicht mehr

13 7

war da nicht schon mal was ???

ohne steve jobs läuft apple einfach nicht! auf der spitze des berges gibt es nur einen weg, und der geht nach unten! der aktienkurs bestätigt es, über 10% kursverlust im letzten monat!

Gast: Ostermayer
30.10.2012 14:24
8 9

Läuft nicht mehr

Das Sekteninterne Köpferollen hat begonnen - und weiter Köpfe werden folgen. Der unaufhaltsame Abstieg hat bereits begonnen...

2 11

Ein "Manager" aus Großbritannien


Aus diesem Land kommen nur absolute Blender.

In der Finanzbranche mag das ja durchaus tragbar sein, weil es da in erster Linie ums Blenden geht.

Wenn britische Manager aber mit der Realität konfrontiert werden, dann stellt sich heraus, dass sie gerade einmal als Schönwetterkapitäne in Southhampton brauchbar sind.

Re: Ein "Manager" aus Großbritannien

wow, profunde Analyse! sie scheinen sehr anglophil zu sein - ein Kenner des Brittanischen sozusagen. bitte unterlassen sie doch künftig solche unqualifizierten und dummen Kommentare. danke!

9 18

Außer Design ist an Apple sowieso nichts mehr dran.

Also paßt der auch.

Gast: Scully2
30.10.2012 09:14
2 5

Der Umbau zeigt NICHT, dass Cook die Zügel fest in der Hand hat

Personalrochaden an der Konzernspitze sind eher ein Warnzeichen. Sie deuten auf Orientierungslosigkeit und Schwäche in der Führung hin.

Wenn langjährige Mitarbeiter eine Firma verlassen, ist dies ein Problem. Wenn diese Mitarbeiter aber auch noch rausgeschmissen werden, ist es eine Katastrophe.

Re: Der Umbau zeigt NICHT, dass Cook die Zügel fest in der Hand hat

Wenn Arbeiter ibre arbeit nicht gut machen werden sie entlassen. Ganz einfach. Und apple legt hohen Wert auf anständige arbeit

Re: Re: Der Umbau zeigt NICHT, dass Cook die Zügel fest in der Hand hat

Im Normalfall werden sie gekündigt.

Entlassen wird man nicht so schnell.

Re: Der Umbau zeigt NICHT, dass Cook die Zügel fest in der Hand hat

Browett war kein halbes Jahr bei Apple und das war schon zu lange. Fehler zu korrigieren ist keine Schwäche.

Antworten Antworten Gast: Pepsi4
30.10.2012 19:52
0 2

Re: Re: Der Umbau zeigt NICHT, dass Cook die Zügel fest in der Hand hat

Browett war eine totale Fehlbesetzung, in den uk-Foren war die Meinung über ihn schon vorher sehr schlecht. Solche Fehler macht man nicht, wenn man Wert auf "anständige Arbeit" legt.

Dass Forstall gehen *darf*, ist allerdings eine Katastrophe. Und das skeuomorphic Design war zumindest für mich einer der Gründe, warum ich Apple schätz(t)e. Nun wird wohl alles weiss werden ... wie im Spital.

Antworten Antworten Gast: Pepsi4
30.10.2012 19:47
0 2

Re: Re: Der Umbau zeigt NICHT, dass Cook die Zügel fest in der Hand hat

Browett war eine totale Fehlbesetzung, in den uk-Foren war die Meinung über ihn nie gut. Solche Fehler macht man nicht, wenn man Wert auf "anständige Arbeit" legt.

Dass Forstall gehen *darf*, ist allerdings eine Katastrophe. Und das skeuomorphic Design war zumindest für mich einer der Gründe, warum ich Apple schätz(t)e. Nun wird wohl alles weiss werden ... wie im Spital.

jony ive

Dass der Brite jetzt für Design und Software verantwortlich ist finde ich sehr gut. iOS 6 war für mich ein ziemlicher Reinfall da ich so viele Features vermisste, die schon lange standard sein sollten und ist von Android schon lange überholt worden. Hoffentlich gibt es in iOS 7 dann mehr Veränderungen, Innovationen und nützlichere Funktionen als bei iOS 6. Denn immer noch alle offenen Apps einzeln zu schließen anstatt mit einem einzigen Tastendruck ist alles andere als einfache Bedienung und Apples nicht würdig.

Ähm…

Wozu wollen sie alle Apps schließen? Ich schließe ja nicht einmal eine, außer sie hängt wirklich und das kommt so gut wie nie vor. App schließt iOS automatisch im Hintergrund, dass ist etwas worum sie der Anwender überhaupt nicht kümmern soll.

Wer gegenteiliges behaupte sitzt einem Irrglauben auf.

3 1

Re: Ähm…

Das iPad braucht deutlich mehr Strom, wenn Apps im Hintergrund offen sind, was auch immer das System damit macht!

Re: Ähm…

offene Apps verbrauchen Arbeitsspeicher und bei meinem iPhone war der RAM immer voll ausgelastet. Erst durch das Schließen aller offenen Apps hatte ich wieder freien Speicher und eine deutlich bessere Performance.

Antworten Antworten Antworten Gast: PSEF9
30.10.2012 20:02
3 0

Re: Re: Ähm…

wenn Apps über den HOME Button beendet werden, sind sie noch einige Sekunden im Arbeitsspeicher und dann werden sie daraus entfernt. In der Taskleiste liegen sie bloss als Link für schnelleren Zugriff.

Es stimmt allerdings, dass einige Spiele sich nicht dran halten. Kann man mittels Apps (welche die laufenden Prozesse anzeigen) überprüfen.

Da kann aber Apple nicht viel machen - wenn sie diese Apps nicht zulassen heisst es gleich wieder "Zensur".

Re: Re: Re: Ähm…

Das ist Blödsinn.

Es werden sehr viele Apps rejected, genau wegen solchen Sachen. Die sind einfach durchgerutscht. Kann passieren, der Review-Prozess wird nämlich sehr genau und gewissenhaft seitens Apple durchgeführt.

Wenn Apple die scheinheilige amerikanische Prüderie vertritt - was sie ja tun - oder politische Aussagen verhindern wollen, tun sie das.

Zensieren tun die so oder so.

 
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