Apples Aktionäre wollen an Milliarden

Der streitbare US-Hedgefonds-Manager David Einhorn will, dass das Unternehmen die angesparten 100 Mrd. Euro an die Aktionäre ausschüttet. Die Aktie profitiert von der Publicity.

Apples Aktionaere wollen Milliarden
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Apples Aktionaere wollen Milliarden
(c) REUTERS (EDUARDO MUNOZ)

Cupertino/Wien/Ag./Red. Der wahrscheinlich derzeit berühmteste Konzern der Welt kommt nicht zur Ruhe. Apples dank iPhone- und iPad-Verkäufen prall gefüllte Schatztruhe weckt Begehrlichkeiten: Der streitbare US-Hedgefonds-Manager und Apple-Großaktionär David Einhorn will den kalifornischen Technologiekonzern mit einer Klage sowie massivem öffentlichen Druck dazu bewegen, einen größeren Anteil seines Reichtums an die Aktionäre abzutreten. Apple hatte zum Jahreswechsel gut 137 Milliarden Dollar (101,35 Mrd. Euro) auf der hohen Kante liegen.

 

„Es ist euer Geld“

Einhorn startete seinen Vorstoß am Donnerstag mit Auftritten bei US-Fernsehsendern sowie einem Brief an die anderen Anteilseigner. „Es ist euer Geld“, schrieb er. Parallel dazu reichte er seine Klage beim Bezirksgericht in Manhattan ein. Mit dem juristischen Schachzug will er verhindern, dass Apple es durch eine Satzungsänderung erschwert, verzinste Vorzugsaktien auszugeben.

Dadurch beschneidet das Management unnötig seine Möglichkeiten, Werte auszuschütten, argumentiert Einhorn. „Wir wissen von keinem anderen Unternehmen, welches diesen Schritt jemals freiwillig getan hätte.“ Apple reagierte am Nachmittag (Ortszeit) mit einer Stellungnahme und erklärte, man werde den Vorschlag von Einhorn zur Ausgabe von Vorzugsaktien „gründlich prüfen“.

Einhorns Vorstoß ist insofern ein wenig eigenartig, als Apple erst kürzlich einen Schwenk zum Vorteil der Aktionäre gemacht hat. Im März vergangenen Jahres hatte der Konzern unter seinem neuen Chef Tim Cook einen Kurswechsel vollzogen und angekündigt, nach 17 Jahren überhaupt wieder eine Dividende zu zahlen. Zudem startete Apple einen Aktienrückkauf. Durch die beiden Aktionen sollen binnen drei Jahren 45 Milliarden Dollar (33,29 Mrd. Euro) an die Anteilseigner gehen; knapp zehn Milliarden (7,40 Mrd. Euro) davon sind bereits geflossen.

Es habe auch Gespräche darüber gegeben, weiteres Geld an die Aktionäre auszuschütten, erklärte Apple nun. Bis Börsenschluss stieg die in den vergangenen Monaten stark gefallene Aktie um drei Prozent. Viele Börsianer scheinen zu hoffen, dass Einhorn sich durchsetzen kann: Sein finanzkräftiger Hedgefonds Greenlight Capital ist ein großer Apple-Anteilseigner mit 1,3 Millionen Aktien, die nach aktuellem Stand gut 600 Millionen Dollar wert sind (448 Mio. Euro). Einhorn ist einer der lautstärksten und bekanntesten Investoren an der Wall Street. Allein seine Medienpräsenz wird dafür sorgen, dass Apple in den Schlagzeilen bleibt.

 

iPhone verliert gegen Android

So gesehen tut der Kläger dem Konzern mit seiner Kampagne sogar einen Gefallen. Der Kurs des Unternehmens war zuletzt von rund 700 Dollar pro Aktie auf rund 450 Dollar gefallen. Apple war nach dem Tod des Gründers Steve Jobs unter Druck geraten.

Am Handymarkt verliert Apple offenbar die Schlacht gegen Googles Betriebssystem Android. Während dessen Verkaufszahlen explodieren, schrumpfen die des Apple-Systems iOS, das auf dem iPhone installiert ist. Nach der Vorstellung des iPhone 5 hatte Apple mit Kritik zu kämpfen, der Konzern biete keine Innovationen mehr. Hintergrund war der Vorwurf, das iPhone 5 sei nicht mehr als eine „ein wenig vergrößerte“ neue Version des iPhone 4. Zuletzt meldete sich zudem Blackberry-Hersteller RIM mit einem neuen Betriebssystem zurück.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 09.02.2013)

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