Apples Gewinn fällt erstmals

24.04.2013 | 17:04 |   (Die Presse)

Börsendarling Apple kommt ins Schleudern: Der Gewinn fällt, der Druck steigt. Nun will man Aktien zurückkaufen und die Dividenden erhöhen. Apple kündigt auch neue Produkte an – allerdings nicht vor Herbst 2013.

Drucken Versenden AAA
Schriftgröße
Kommentieren

Cupertino/Wien/Ag./Red. Ärger im Paradies: Dank seiner begehrten iPhones und iPads wächst Apple zwar weiterhin – der Gewinn fiel im abgelaufenen Quartal aber erstmals seit mehr als einem Jahrzehnt. Nachrichten, wie man sie vom erfolgsverwöhnten IT-Konzern nicht oft zu hören bekommt. Konzernchef Tim Cook räumte in ungewohnter Offenheit ein, dass die sehr hohen Margen aus der Vergangenheit nicht mehr zu halten sind. Er kündigte auch neue Produkte an – allerdings nicht vor Herbst 2013.

Kurzfristig dürfte sich damit die Situation nicht bessern. Der inzwischen weltgrößte Technologiekonzern scheint nach dem Tod des legendären Firmengründers Steve Jobs vor 18 Monaten seine Kunden nicht mehr mit Neuheiten begeistern zu können. Der südkoreanische Rivale Samsung hat das US-Unternehmen bei den Smartphone-Verkäufen bereits überholt. Das letzte große Update des iPhone fiel eher enttäuschend aus. Und auch an der Softwarefront verliert Apple: gegen Googles Android-System – das auch bei Samsung zum Einsatz kommt.

Apple musste in seinem zweiten Quartal des laufenden Geschäftsjahres einen Gewinnrückgang von satten 18 Prozent auf 9,5 Mrd. Dollar (7,3 Mrd. Euro) hinnehmen. Die Rohertragsmarge, die zeigt, was pro Produkt als Gewinn hängen bleibt, stürzte um rund zehn Prozentpunkte auf nur noch 37,5 Prozent ab. Das ist noch ein Punkt weniger, als Analysten befürchtet hatten.

Aktien unter größten Verlierern

Darin spiegelt sich unter anderem wider, dass immer mehr günstige Smartphones auf den Markt kommen. Der gesamte Umsatz legte zwar überraschend stark um elf Prozent auf 43,6 Mrd. Dollar zu, aber lange nicht mehr so schnell wie in den Jahren zuvor. Vor allem in den wichtigen Märkten China und USA verliert das Unternehmen an Tempo.

Das reflektiert auch die Entwicklung der Aktie:  Im September hat das Apple-Papier bei 702,10 Dollar ein Allzeithoch erreicht, seitdem geht es steil bergab. Vergangene Woche rutschte die Aktie unter die Marke von 400 Dollar. Ein Börsenwert von 280 Mrd. Dollar ging dabei verloren – das ist mehr Geld, als etwa Apples Rivale Google insgesamt wert ist. Apple-Aktien sind damit an der Börse keine sichere Wette mehr, sondern gehören zu den größten Verlierern in diesem Jahr.

Erstmals Schulden bei Apple

Dem Druck der Aktionäre, deutlich mehr Kapital auszuschütten, gibt das Management nun nach – offenbar, um die Eigentümer zu besänftigen. Seit Langem wird kritisiert, dass das Unternehmen zu viel Geld horte. In der Schatztruhe liegen mehr als 145 Mrd. Dollar. Das entspricht in etwa dem Dreifachen der Wirtschaftsleistung Bulgariens.

Apple will sogar erstmals Schulden machen, um Aktienrückkäufe zu finanzieren und höhere Dividenden bis Ende 2015 zahlen zu können. Das Gesamtvolumen dieser Maßnahmen soll bei 100 Mrd. Dollar liegen. Das ist doppelt so viel, wie 2012 zunächst vorgesehen war. Apple wird so zum weltgrößten Dividendenzahler an der Börse.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 25.04.2013)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

29 Kommentare
 
12

Marge!

Wenn die Gewinn-Marge sinkt, sinkt eben der Gewinn - logisch. Der Umsatz stieg ja trotzdem an. Alles gut demnach ;)

Das Zusammenspiel ist top

Wer ein MacBook, ein iPhone, ein iPad, einen AirPort und ein Apple TV hat weiß zu schätzen, wie toll alles ohne Aufwand zusammenspielt. Ich bin einfach zufrieden.

Re: Das Zusammenspiel ist top

habe LG TV, Windows 7 PC, Windows 8 Notebook, Windows 8 Tablet, Windows 8 Handy Lumia 920.
auch mit geht nichts ab.

Re: Das Zusammenspiel ist top

also ich hab mit meinen Samsung TV, Sony PC, ASUS Tablet, LG Mobile und iPad dank Google Konto ebenfalls ein perfektes Zusammenspiel ;)

Re: Re: Das Zusammenspiel ist top

Stimmt, ein Google Konto ist gratis und alles flutscht bestens bei weit billigerer Hardware. Vielleicht sollte die Apple Jünger mal jemand aufklären, aber nur wenn man sparen will.


Den Apple-Nerds...

geht sicher jetzt schon einer ab....

Re: Den Apple-Nerds...

Nerds sind solche, die sich mit Apple nicht auskennen, also; da gibt's viele.

Re: Den Apple-Nerds...

Sehe mich zwar nicht als 'Nerd'...

Aber: JAAAAAAA!

Aua, GEWINN (GEWINN) nur 7 Milliarden und ein paar Millionen

der Weltuntergang

Hm...


...irgendwie wird mir Apple immer unsympatischer. Das letzte iTunes ist wohl ein schlechter Witz, der ständige Drall nach Cloud,- und iTunes Store. Es geht mir gründlich auf die Nerven. Dieses ständig neue Versionen für was immer auch produzieren,- ...wird mir immer kitschiger,....


Re: Hm...

Na dann, kaufst halt keine Apple-Produkte mehr. Gibt mehr als genug Alternativen.

Weiters: iTunes und me.com sind keine Pflicht.

Wie war das schnell wieder ...

... mit "das" und "dass"? Wurscht, ein Buchstabe mehr oder weniger ist egal.

Bitte lass es einen Mac Pro sein. Nur besser...

Man darf ja wohl noch träumen... ;(

Re: Bitte lass es einen Mac Pro sein. Nur besser...

Die gibts ja eh schon, ein Upgrade auf Haswell wird auch kommen. (Brauchst du mehr als 16 Kerne und 64GB Ram?) Eine "aufregend neue Produktkategorie" ist ein Mac Pro nicht.

Nichts desto trotz, ich träume mit dir ;-)

Wird wahrscheinlich ein TV und/oder Uhr.

Re: Bitte lass es einen Mac Pro sein. Nur besser...

das abnehmbare laptopdisplay als Tab ist ja schon patentiert :-)

Re: Bitte lass es einen Mac Pro sein. Nur besser...

Nichts für mich, (zu groß), doch für Zehntausende Andere.

37 Mio iPhones

wurden verkauft, soviel wie nie zu vor. Die Käufer leiden wohl alle an Realitätsverlust, zahlen angeblich für ein viel zu kleines Bildschirmchen und einem veralteten OS Unmengen.
Das denken sich wohl nur Samsung Fans mit ihren Plastik Jausenbettern und dann war ihr Bettchen nass.

Re: 37 Mio iPhones

bei über 100 mio. verkauften galaxys :-) eh net schlecht !!!

Re: Re: 37 Mio iPhones

ja die unzähligen Asiaten, die samung kaufen reißens wieder raus (;

Re: 37 Mio iPhones

Wer sich unbedingt zu etwas äußer(l)n muß, von dem er nichts versteht, blamiert sich (meistens).

untergang...

seit steve jobs tot ist, ist apple dem (noch) langsamen aber stetigem untergang geweiht...

Re: untergang...

haha und du glaubst es wird dann auf einmal keiner mehr was von itunes und co kaufen... Alleine dadurch hat sich Apple abgesichert..

Re: untergang...

Apple hat erneut die eigenen Verkaufsrekorde gebrochen und hat Cash-Reserven von 145 Milliarden US-Dollar.

Wie kann man da bitteschön von einem Untergang sprechen?

Re: Re: untergang...

Im Jahr 2000 war Nokia an der Börse mehr als 300 Mrd. Euro wert. Seit der Einführung des iPhone von Apple vor fünf Jahren wurden 90 Prozent davon vernichtet – zuletzt blieben gerade noch 6,8 Mrd. Euro an Börsenwert übrig. Warum soll das Apple nicht passieren können ??

Re: Re: Re: untergang...

Dafür gibt es meiner Meinung nach zwei wesentliche Gründe:

1. Apple hat schon während Steve Jobs' Zeit einen hochkompetenten Mitarbeiterstab aufgebaut. Die Innovationen kamen auch damals nicht aleine von Steve Jobs (obwohl ich ihm keineswegs absprechen will, ein visionäres Genie gewesen zu sein), sondern v.a. auch von Jony Ive & Co. Diese Menschen arbeiten auch heute noch bei Apple.

2. Apple "fängt" seine Kunden in einem eigenen Ökosystem. Das ist in dieser Branche einzigartig, Samsung usw. können davon nur träumen.

 
12
AnmeldenAnmelden