Apple griff bei der Vorstellung seiner neuen Betriebssystem-Version Mac OS X 10.6 "Snow Leopard" Microsoft und deren kommendes System Windows 7 frontal an. "Windows 7 ist nur eine weitere Version von Vista", ätzte Betrand Serlet, Senior Vice President of OS X Software. Zwar ändern sich beim Mac-System nicht viele bahnbrechende Dinge, dafür ist der Preis für das Upgrade von der Vorversion mit nur 29 US-Dollar sehr gering gehalten. Neu ist eine Funktion, mit der sich chinesische Schriftzeichen über das Trackpad eingeben lassen.
Anderer Ansatz als Microsoft
Im Gegensatz zu Microsoft versuche man bei Apple nicht die Komplexität zu erhöhen, sondern die Sache fundamental anders anzugehen, so Serlet weiter. Dennoch finden sich Gemeinsamkeiten zwischen "Snow Leopard" und Windows 7. Apples Fenster-Vorschau Expose funktioniert jetzt auch über das Dock, nicht unähnlich "Aero Peek", das in Windows 7 Einzug erhielt.
Kompatibler dank Exchange
Gleichzeitig erhöht "Snow Leopard" die Kompatibilität mit Windows-Umgebungen, indem es eine Unterstützung für Microsoft Exchange bekommt. Laut Apple benötigt man nur seine E-Mail-Adresse und sein Passwort, das System erkennt dann automatisch den Exchange Server und Synchronisiert iCal, Mail und das Adressbuch.
Bessere 64-bit-Performance
Apple verspricht mehr Rechenleistung für "Snow Leopard". Das System soll die Fähigkeit von Mehrkern-Prozessoren und Grafik-Chips besser ausnützen können. Noch dazu wurde mehr wert auf 64-bit-Funktionalität gelegt, um Speicherkapazitäten jenseits der 4 Gigabyte nutzen zu können. Über eine neue Schnittstelle soll die Rechenleistung von Grafikkarten angezapft werden.
Safari 4 und QuickTime 10
Mit an Bord sind auch der Browser Safari 4 und die Multimedia-Software QuickTime 10. Letztere kommt mit einem neuen Logo und einer Videobearbeitungs-Funktion. Dabei wird eine Zeitleiste am unteren Rand des Fensters eingeblendet. Safari 4 soll noch schneller und stabiler geworden sein, und die Konkurrenz übertreffen. Tests der endgültigen Version werden das erst bestätigen können.
Günstiges Upgrade
Ab September soll "Snow Leopard" verfügbar sein, wobei Apple beim Preis auf die Bremse steigt. Mit nur 29 Dollar für Benutzer, die bereits die aktuelle Version 10.5 "Leopard" benutzen, stößt das Unternehmen auf breite Zustimmung. Apple trotzt damit dem Ruf, überteuerte Produkte auf den Markt zu bringen. Aber Microsoft schläft auch nicht: Vista-Benutzer sollen sogar Gratis-Upgrades erhalten. Details dazu wurden aber noch nicht bekannt.