Das iPad 2 ist da: Kleine Updates, Revolution bleibt aus

Apple hat den iPad-Nachfolger enthüllt. Die größte Neuerung sind zwei Kameras und iOS 4.3. In Österreich wird es am 25. März erhältlich sein. Der eigentliche Star der Präsentation war aber Steve Jobs.

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Steve Jobs präsentiert das iPad 2 – (c) REUTERS (BECK DIEFENBACH)

Die Spekulationen haben ein Ende: Apple hat das iPad 2 am Mittwoch offiziell vorgestellt. Einige Erwartungen der Fangemeinde wurden erfüllt, einige Hoffnungen enttäuscht. Apple hat sein Tablet auf den neuesten Stand gebracht, die große Revolution ist jedoch ausgeblieben. Der eigentliche Star des Abends war Apple-Chef Steve Jobs, der sich das Event trotz seiner krankheitsbedingten Pause nicht entgehen ließ. Gleich zu Beginn betrat er unter tosendem Applaus die Bühne - merkbar dünner als noch Monate zuvor.

Hundert gegen Eines

"Come and see what 2011 will be the year of". Mit dieser selbstbewussten Ansage lud Apple am Mittwoch Journalisten in das Yerba Buena Center for Art in San Francisco. Diese Kampfansage an die angekündigte Flut an Tablets mit Googles neuestem Android-System 3.0 "Honeycomb" konnte Steve Jobs bei der Präsentation nur teilweise bekräftigen. Vielmehr scheint Apple das iPad lediglich auf den Stand gebracht zu haben, den Tablets von Motorola, HTC und Samsung bereits haben. Sie alle haben Kameras, bieten diverse Anschlüsse, mitunter Platz für Speicherkarten und ein aktuelles Betriebssystem, dessen Angebot an Apps zwar nicht an Apples App Store heranreicht, sich aber längst nicht mehr verstecken braucht. Noch ist Apple zwar mit großem Abstand Marktführer, doch das könnte sich ändern. Mittlerweile steht dem iPad eine Armee von mehr als 100 Tablets von Dutzenden Herstellern gegenüber.

iPad 2: Das neue Apple-Tablet im Kurztest

Mit Kamera und ...

Das iPad 2 selbst ist mit 8,8 Millimetern etwa ein Drittel schlanker als sein Vorgänger und mit rund 600 Gramm ein wenig leichter. Die augenscheinlichste Änderung sind aber die beiden Kameras auf der Vorder- und Rückseite. Wie am iPhone steht dafür nun auch am iPad Facetime zur Verfügung. PhotoBooth, bekannt von Mac OS, legt Filter über das Livebild der Kamera und ermöglicht damit witzige Aufnahmen.

... in Schwarz und Weiß

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(c) AP (Jeff Chiu)
Der neue Prozessor heißt A5 und kommt mit zwei Kernen. Die Grafik soll dadurch neun Mal schneller sein als beim iPad. Neu ist außerdem ein Gyroskop, das auch im iPhone steckt. Wie bereits zuvor spekuliert wurde, wird das iPad 2 in Schwarz und Weiß geliefert - vom ersten Tag an, wie Jobs scherzte. Das angekündigte iPhone 4 in Weiß ist bis heute nicht erhältlich. Die Akkulaufzeit gibt Apple wie beim Vorgänger mit zehn Stunden an. Unverändert bliebt die Bildschirm-Auflösung mit 1024 x 768 Bildpunkten. Ein neues Design hat auch die viel kritisierte iPad-Hülle von Apple bekommen. Tatsächlich handelt es sich diesmal lediglich um einen Deckel, der mit Magneten hält und gefaltet auch als Ständer dient. Der Deckel kommt in verschiedenen Farben.

iOS 4.3 fertig

Mit dem neuen iPad hat Apple außerdem iOS 4.3 vorgestellt. Das neue Betriebssystem bringt Verbesserungen für Safari, der nun doppelt so schnell laufen soll. iTunes Home Sharing bringt das erwartete drahtlose Streaming von Musik über iTunes. Wie bereits in der Betaversion von iOS 4.3 kann AirPlay nun auch von Drittanbieter-Apps verwendet werden, um Videos oder Musik drahtlos auf Abspielgeräte zu senden. Der Schieberegler an der Seite des iPads kann nun mit zwei unterschiedlichen Funktionen belegt werden: Entweder als Mute-Schalter oder als Orientation-Lock. Mit der Personal-Hotspot-Funktion kann die eigene Internetverbindung über WLAN mit bis zu fünf Geräten geteilt werden.

Mut zur Lücke

Trotz aller Neuerungen gibt es noch immer eine lange Wunschliste, die regelmäßig von Fans und Kritikern an Apple herangetragen wird. So weigert sich das Unternehmen nach wie vor standhaft, die Internettechnologie Flash zuzulassen. Flash wird noch immer auf sehr vielen Webseiten eingesetzt, deren Inhalte dann auf iOS-Geräten nicht angezeigt werden können. Anders als andere Tablets sucht das iPad zudem eher verzweifelt nach Anschluss: Weder USB ist vorhanden, noch kann man Speicherkarten ohne Adapter einstecken. Dafür hat Apple einen neuen Adapter vorgestellt, der einen HDMI-Anschluss bietet.

Apples Trumpf

Auch wenn die Konkurrenz bei Apps längst begonnen hat aufzuholen und gerade Google einen durchaus konkurrenzfähigen Marktplatz anbietet, hat Apple hier die Nase deutlich vorne. Am Mittwoch hat Steve Jobs zwei neue Apple-Apps vorgestellt. Die eine ist das von Mac OS bekannte iMovie zum Bearbeiten von Videos, das ab 11. März um rund fünf Dollar angeboten wird. Die zweite App ist Garageband, eine Instrumente-App, die es ebenfalls um rund fünf Dollar geben wird. Derzeit stehen im App Store mehr als 64.000 Apps zur Verfügung, die speziell für das iPad entwickelt wurden.

Preis des ersten iPads bleibt

Der Preis des iPad 2 gleicht dem des Vorgängers: Das billigste Modell wird 499 Dollar kosten, das teuerste 829 Dollar. Die Preise werden üblicherweise direkt in Euro übernommen, ohne umzurechnen. Erhältlich ist es in einigen Ländern ab 11. März. Österreich muss sich bis 25. März gedulden.

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