Wider den iPad-Hype: "Es gibt keine post-PC-Ära"

Während Apple am liebsten das Ende des klassischen Computers ausrufen will, gibt es Widerstand gegen dieses Denken. Selbst Tablets seien nichts anderes als "personal Computer", heißt es.

The iPad 2 with a Smart Cover is shown in use in the demonstration area after the iPad 2 launch durin
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The iPad 2 with a Smart Cover is shown in use in the demonstration area after the iPad 2 launch durin
(c) REUTERS (Beck Diefenbach)

Steve Jobs ist Meister darin, der ganzen Welt "Buzz Words" ins Hirn zu impfen. Bei der Vorstellung des ersten iPad war es die Eigenschaft "magisch", die er seinem Lieblingsgerät anhängte. Jetzt sollen wir gar schon (dank des iPads natürlich) schon in der "post-PC-Ära" angekommen sein. Und die Apple-Fans wiederholen die Phrase brav. So auch Nutzer von DiePresse.com, die das Schlagwort brav unter Artikeln über das neue iPad 2 weiterverbreiten. Dem Cnet-Autor Stephen Shankland geht dieser Hype inzwischen zu weit. In einem Artikel macht er seinem Ärger über die Apple-Marketing-Maschinerie Luft.

Nur Formfaktor und Bedienung anders

Gleich zu Beginn stellt er klar: "Es gibt keine post-PC-Ära." Für Shankland steht PC immer noch für "personal Computer" und genau das seien Tablets in Wahrheit auch, selbst wenn sie sich rein durch ihren Formfaktor und ihre Bedienung von klassischen Heimcomputern unterscheiden. Shankland hat einen prominenten Unterstützer für seine These. Microsoft-Chef Steve Ballmer erklärte voriges Jahr in einem Interview, dass auch er Tablets als "personal Computer" ansehe. Bei Apple wiederum steht PC als Sinnbild für die in gewissen Kreisen verpönte Kombination aus Intel-CPU und Windows-Betriebssystem.

Der Cnet-Autor nimmt auch die zahlreichen Zubehör-Teile für Tablets her, um Parallelen zu normalen Standrechnern zu ziehen. Das iPad kann mit einer Bluetooth-Tastatur kommunizieren. Das (ansonsten als gescheitert anzusehende) WeTab unterstützt Maus und Tastatur über USB. Stellt man derartige Tablets auf und die nötige Peripherie daneben, wird der Unterschied zu einem klassischen Computer immer geringer. Mit der konstanten Weiterentwicklung der Geräte wird sich bald auch deren Leistung an die von (schwächeren) Standrechnern annähern.

Informationen in Kontaktlinsen

Selbst wenn in Zukunft "Smartphones Informationen in unsere Kontaktlinsen beamen" und "Nano-Roboter zwischen unseren Neuronen schwimmen, damit wir die Fähigkeit, Mandarin-Chinesisch zu sprechen, herunterladen können", würden Shankland zufolge immer noch am Ende des Tage zwei Fragen bleiben: Ist es persönlich? Ist es Datenverarbeitung? Wenn die Antwort auf beides Ja sei, gibt es für Shankland nur eine Schlussfolgerung: "Dann ist es ein personal Computer."

(Red.)

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