Neues iPad: Vierfache Auflösung für Apples Goldesel

08.03.2012 | 07:44 |   (DiePresse.com)

Das vom iPhone bekannte "Retina Display" gibt es nun auch im Großformat. Die angepriesene LTE-Unterstützung funktioniert nicht in Österreich. Das iPad trägt inzwischen maßgeblich zu Apples Umsatz bei.

Drucken Versenden AAA
Schriftgröße
Kommentieren

Mehr zum Thema:

Apple hat, wie erwartet, am Mittwochabend das neue iPad vorgestellt. Entgegen den Erwartungen heißt das Tablet nicht iPad 3 oder gar iPad HD, sondern schlicht "neues iPad". Es war eine Pflichtveranstaltung ohne sonderliche Kür. Das neue iPad ist mit einer deutlich höheren Auflösung als die Vorgängermodelle ausgestattet. Die "Retina Display" genannte und vom iPhone bekannte Technologie bringt 2048 x 1536 Bildpunkte auf das 9,7-Zoll-Display, viermal so viel wie noch beim iPad 2 (1024 x 768 Pixel). Das soll sich vor allem bei Spielen und HD-Videos bemerkbar machen. Apple verspricht, dass nun keine Pixel mehr sichtbar sind, wenn man das Gerät mit einem üblichen Betrachtungsabstand von rund 40 Zentimetern nutzt.

Mehr zum Thema:

Verbessert wurde auch die Grafikleistung des Prozessors, um die größere Auflösung bewältigen zu können. Im A5X getauften Chip arbeiten vier Rechenkerne für die Grafik und zwei "normale" für alles andere. Ein "echter" Quad-Core-Prozessor ist der A5X also nicht. Apple behauptet aber, er sei viermal so schnell wie der für viele Android-Tablets geplante Tegra 3 von Nvidia. Beweise dafür blieb der Hersteller allerdings schuldig.

Bessere Kamera, kein Siri

Neu ist auch die rückseitige Kameras, die Apple nun "iSight" getauft hat. Sie bietet eine Auflösung von 5 Megapixel und gleicht von der Technologie dahinter der des iPhone 4S. Videos können nun im Format 1080p aufgenommen werden. Der Sprachassistent Siri, der im iPhone 4S sein Debüt gefeiert hat, ist nicht integriert. Dafür gibt es die Möglichkeit, Text über Spracheingabe zu verfassen. Rein äußerlich gleicht das neue iPad dem Vorjahresmodell, es ist nur eine Spur schwerer geworden. Apple nennt das Gerät übrigens nur "neues iPad" und nicht, wie im Vorfeld vermutet wurde, iPad HD.

Apples neues iPad: Alle Neuerungen im Überblick

Alle 10 Bilder der Galerie »

Datenturbo LTE an Bord...

Um schneller surfen oder Videostreams ansehen zu können, wird das neue iPad auch mit der Funktechnik LTE ausgerüstet. Aber auch in Netzen, die diese noch nicht bietet, soll das Tablet dank vergrößerter 3G-Geschwindigkeiten flotter Daten hin und her schaufeln können. Das iPad 2 konnte maximal 7.2 Mbps über HSPA herunterladen, beim neuen iPad sind es bis zu 42 Mbps, sofern der Mobilfunkanbieter diese Geschwindigkeit bieten kann. Die LTE-Versionen sind für die US-Anbieter AT&T und Verizon zugeschnitten, die unterschiedliche Technologien dafür nutzen.

... aber nicht für Österreich geeignet

In den technischen Daten schreibt Apple, dass das LTE-Modell die Frequenzen 700 MHz und 2,1 GHz genutzt werden. Derzeit darf LTE hierzulande nur im 2,6 GHz-Bereich genutzt werden. Die niedrigeren alten TV-Frequenzen, die im Herbst versteigert werden sollen, sind im Bereich 790 bis 862 MHz. Alle anderen für Mobilfunk freigegebenen Frequenzen befinden sich bei 900 und 1800 MHz. Zwar gibt es noch 2,1 GHz, die für UMTS reserviert sind. Letztere soll aber nicht für LTE genutzt werden dürfen. Da aber auch der wichtige deutsche Markt LTE nur mit 800 MHz und 2,6 GHz betreibt, würde eine "Europa-Version" des iPad Sinn machen. Apple hat diesbezüglich aber nichts angekündigt.

Ab 23. März in Österreich

Preislich bleibt alles beim alten. Das Einsteigermodell mit 16 Gigabyte Speicher wird nach wie vor für 499 US-Dollar angeboten, 32 und 64 Gigabyte kosten 599 beziehungsweise 699 Dollar. Wer ein LTE-Gerät möchte, muss mit 629 Dollar für 16 Gigabyte, 729 Dollar für 32 Gigabyte, und 829 Dollar für 64 Gigabyte rechnen. Österreich-Preise will Apple "rechtzeitig vor der Einführung" bekannt geben. Diese ist für den 23. März angesetzt. Davor kommen allerdings schon die USA, Kanada, Deutschland, Frankreich, Japan, die Schweiz und Großbritannien dran. Sie erhalten das neue iPad schon am 16. März. Das bisher aktuelle iPad 2 wird weiterhin auf dem Markt bleiben und wird verbilligt angeboten. Apple spricht von 399 Euro für das Einsteigermodell mit 16 Gigabyte und nur WLAN-Verbindung.

iOS 5.1 und neues Apple TV

Gleichzeitig mit dem neuen iPad hat Apple auch iOS 5.1 veröffentlicht. Das neue Betriebssystem-Update für iPad, iPhone und iPod Touch bringt insbesondere Unterstützung für den Sprachassistenten Siri in japanischer Sprache. Einen Ausblick auf iOS 6 gewährte Apple allerdings nicht. Dafür gibt es ein Update für die kleine Settop-Box Apple TV. Sie beherrscht nun das HD-Format 1080p und hat ein neues Interface erhalten, das stark an iOS auf dem iPhone und iPad erinnert. Ab 16. März soll das neue Gerät für 109 Euro in den Handel kommen.

100 Konkurrenz-Tablets

Seit Einführung des ersten iPad kamen rund 100 Konkurrenzprodukte auf den Tablet-Markt. Der Großteil davon entfiel auf Geräte mit Googles Android-Betriebssystem, etwa Samsungs Galaxy Tab 10.1, das Angelpunkt eines wilden Rechtsstreits zwischen Apple und den Koreanern ist. Viele der Konkurrenz-Tablets sind aber schon verschwunden, unter anderem das HP TouchPad, das nach langer Wartezeit kaum Käufer fand. Das erste Android-Tabletbetriebssystem "Honeycomb" litt auch unter Kinderkrankheiten - etwas, das bei Apple von Anfang an verpönt war und sich auch in den Produkten (und im Preis derselben) niederschlägt.

Tablet Wars: Die fünf größten iPad-Herausforderer

Alle 11 Bilder der Galerie »

Apples Erfolg hängt von iPad und iPhone ab

Apple muss darauf hoffen, dass die Konkurrenz auch in Zukunft hinter den eigenen Verkäufen bleibt. Inzwischen macht die Sparte der Mobilgeräte 76 Prozent des Umsatzes des kalifornischen Herstellers aus. 172 Millionen iPads, iPhones und iPods konnte Apple im Vorjahr absetzen, allein im letzten Quartal waren 15,4 Millionen davon iPads - mehr, als HP, der weltgrößte PC-Hersteller an "Personal Computer" verkaufen konnte. Wenn sie sich weiter anstellt wie bisher, kann Apple ruhig noch ein bisschen Konkurrenz verkraften. 

Sollte aber tatsächlich ein ernsthafter Widersacher auf den Markt kommen, könnte das für Apple allgemein ein Problem werden. Mit Windows 8 hat Microsoft hier ein heißes Eisen im Feuer, das voraussichtlich im Oktober das Licht der Welt erblickt. Bisherige Eindrücke bescheinigen dem neuen Betriebssystem, auf Tablets eine gute Figur zu machen. Wenn Windows 8 erscheint, wird der Tablet-Krieg erst so richtig entflammen.

(db)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Lesen Sie hier weiter zum Thema:

Mehr aus dem Web

70 Kommentare
 
12

Ist sicher nicht schlecht, das Ding.

Hat nur einen Fehler: es ist von Apple, der Firma die heute schlimmer ist als vor 20 Jahren Microsoft und IBM zusammen.

Daher: no go. Samsung und Huawei haben in zwei Monaten ohnehin besseres. So lange kann ich auch nocht warten.

Re: Ist sicher nicht schlecht, das Ding.

Sie meinen wohl zu scherzen?

Eines ist klar

das iPad ist echt scharf (wenn Du weisst was ich meine). Da oute ich mich gerne als Fanboy!

Gast: <random>
08.03.2012 14:43
0

Auflösung

Sehr geehrte Redaktion,

4 mal so viele Bildpunkte/Fläche ergeben sich aus der doppelten Auflösung.

Bei 4-facher Auflösung hätten sie 4x4=16 mal so viele Bildpunkte auf der selben Fläche.

Re: Auflösung

ein "alter" punkt wird mit 4 "neuen" punkten aufgelöst.

Re: Auflösung

Nicht ganz.

Auflösung bezeichnet immer die Gesamtanzahl von Bildpunkten auf einer gegebenen Fläche. In der Technikwelt hat sich der Begriff als Synonym für die Pixeldimension fälschlicherweise eingebürgert. Allerdings wird etwa bei Digitalkameras korrekt von einer Auflösung von 3, 5 oder 8 Megapixel gesprochen.

mfg,
db

Gast: fugazi
08.03.2012 11:58
0

...

nach einem langen waldspaziergang juckt es mich jetzt mein leben hier aufzugeben und zu foxconn zu gehen als fliesbandarbeiter...

ich würde sooo gern zur begeisterung über diese ganzen wundervollen und wertvollen produkte beitragen..

was gibt es schöneres als einen völlig unterbezahlten 12h schichtjob...

im notfall bleibt mir immer noch der selbstmord..

Re: ...

Von welchem wundervollen und wertvollen Produkt, das Foxxcon produziert, reden Sie denn? Hewlett-Packard, Dell, Nintendo DS, Wii, Xbox 360 oder PlayStation?

Oder meinen Sie gar das Foxconn, das als Haus-und-Hof-Lieferant für Intel, dient, dass in so gut wie jedem PC steckt?

es ist gut, haut mich aber nicht vom Hocker

hätte mir Siri erwartet.

Re: es ist gut, haut mich aber nicht vom Hocker

http://www.alicebot.org/

Bitteschön, viel Spaß.

Naja

Als iPhone- und MacBook-User war ich gespannt, was das neue Tablet bringen wird. Es sind zwar schöne technische Sachen und Apple treibt den Markt und Mitbewerber vor sich her, aber aus den Socken gehauen hat es mich nicht.

Vor allem ist der Mehrwert nicht ganz klar. Das MacBook startet genau so sofort in den Betriebsmodus, wie ein Tablet, verfügt aber über bedeutend mehr Speicherplatz...

Das Tablet wäre außerdem nur ein größeres iPhone und das wars.

Hätte man Siri auf das neue iPad gebracht und gestern vorgestellt, wer weiß, ob ich das MacBook nur mehr als Mediacenter für Fotos und Musik, aufgrund des größeren Speichers, verwendet hätte und mir erstmalig ein iPad zusätzlich genommen hätte.

So, warte ich auf das nächste iPad....

Re: Naja

*
Chatbots gibts es übrigens schon ewig, siehe zB. A.L.I.C.E im Jahr 2000(!). Dass Apple eine derartige Software nun als neues Feature promotet und sich die Leute wie die Irren ohne darüber nachzudenken das Zeug holen ist wirklich fast schon bewundernswert..

Re: Naja

Eine Spracherkennungssoftware mit Chatbot* im Betastadium hätte also ihre Entscheidung beeinflusst?

Vielleicht sollten sie sich dann nach einem Androidtablet umschauen, viele Full-HD Displays sind angekündigt, die paar Bildpunkte mehr des IPad sind ja nur Werbegeck, zwischen 1920x1080 und 2048 x 1536 merkt der Standardnutzer in der Praxis null Unterschied. Habe auch das Galaxy Note mit 1280x720 und ich sehe nur mit viel Anstrengung eine Verbesserung gegenüber zum Iphonedisplay, dass nur 960x640 bildpunkte bietet.

Außerdem haben sie dann die von ihnen gewünschte ausgereifte Spracherkennung, wahlweise gratis im Market auch mit witzigen Antworten erhältlich(-> Alice)

Ansonsten sieht man ja leider, dass Apple nichts mehr einfällt und sie nur technisch zur Konkurrenz nachziehen(zB: HD-Display, LTE, Kamera..) und nichtmal das gescheit hinbekommen(zB: Kamera,Lte). Die Pläne für einen Stift dürften auf Eis gelegt worden sein, anscheinend haben sie doch Angst sich lächerlich zu machen wenn sie nun doch mit einem Feature kommen, dass ja angeblich laut eigener Aussage massiv antiquiert ist..

Bin ich froh...

...dass die Welt keine anderen Sorgen hat.

also mich als...

...iPad 2 User juckts jetzt nicht in den Fingern, dass ich mir ein neues besorg.. hmm

Re: also mich als...

Sehen Sie sich vor! Apple-User mit einer solchen Einstellung wird the late Steve, archdemon of marketing, zu sich in die Hölle holen.

Re: also mich als...

Hätte ich ein iPad 2, würde ich mir's wohl auch nicht kaufen. Aber vom originalen iPad auf das neue ist es schon ein gewaltiger Sprung.

Gast: gruselbauer
08.03.2012 07:15
3

das ist halt die (apfel)presse


Es ist natürlich

ein wesentlicher Unterschied, ob das Tablet $ 499 oder € 499 kostet...

Re: Es ist natürlich

Der Großteil der Differenz dürfte an der europäischen Umsatzsteuer liegen. Die USA-Preise sind netto, vor regionaler Sales Taxes, die Europa-Preise sind inklusive.

Damit überholen schließlich Tablets Notebooks in Sachen Auflösung

Die meisten Notebooks werden nach wie vor mit 1366x768 angeboten, was für ernsthaftes Arbeiten eher ein Witz ist. Selbst Luxusnotebooks (ab 2000 Euro aufwärts) bieten maximal 1920x1200. Bei Desktop TFTs schaut die Sache kaum besser aus.

Vielleicht könnte die Industrie, und da gehts immerhin um einen weltweiten Markt, mal so schlau sein und einfach hochauflösende Displays anbieten.

Antworten Gast: siebenuhreins
08.03.2012 07:09
6

wie bitte?

Was verstehen Sie unter ernsthaftem arbeiten? Und wie nah kleben sie vor ihrem Notebookbildschirm? Ernsthaftes arbeiten so sie ich es verstehe beinhaltet professionelle Software die auf einem Notebook sowieso mehr schlecht als recht läuft und für die Arbeiten für die Notebooks gedacht sind ist die Auflösung heutzutage mehr als ausreichend. Natürlich ist eine bessere Auflösung hübsch anzusehen, aber sie.ist verdammt noch einmal sicher nicht für "ernsthaftes arbeiten" notwendig.

Alle Achtung.

Sie kennen sich aber aus. Komischerweise hatte ich aber auf dem alten IBM Thinkpad vor Jahren mit einer Auflösung von 1920 x 1200 wesentlich bessere Übersicht über meine diversen Eclipse-Views als mit dem 16:9-Dreck mit 1400 x irgendwas, der heute marktbeherrschend ist und dummerweise von ahnungslosen Einkäufern als Firmennotebook in großen Stückzahlen gekauft wird.

Aber Sie wissen das ja sicher besser, Sie haben ja die Liste mit den "Arbeiten, für die Notebooks gedacht sind". Software Entwickeln steht da sicher nicht drauf. Was machen Sie beruflich? Tetris spielen?

Antworten Antworten Gast: Nadoch
08.03.2012 09:38
2

Re: wie bitte?

Ich vermute, dass es auch Menschen gibt, die für "ernsthaftes Arbeiten" gute Grafik und Auflösung benötigen (zB Grafikberufe, professionelle Fotografie)

Antworten Antworten Antworten Gast: snowydd
08.03.2012 10:28
0

Re: Re: wie bitte?

seien wir uns doch ehrlich, das ist keine "ernsthafte arbeit"


Antworten Antworten Antworten Gast: wasd
08.03.2012 10:11
1

Re: Re: wie bitte?

Ich bezweifle, dass es irgendjemanden in diesen Betätigungsfeldern gibt, die wirklich (und ich meine wirklich) professionell an einem Notebook arbeiten. Und selbst wenn, dann konnten mit den bisher üblichen Auflösungen trotzdem hervorragende Ergebnisse erzielt werden, wie man an "gephotoshoppten" Bildern immer wieder sieht. Ich arbeite selbst an zwei Full-HD Monitoren mit einem Programm das (fast) kein Laptop auf dieser Welt flüssig ausführen könnte aber wirklich nötig sind die 1920x1080 Pixel nicht. Ich halte diese ganzen ultrahohenAuflösungen ebenfalls für nett, aber vor allem für eine nette Spielerei, die niemand wirklich (und ich meine wirklich) braucht.

 
12
AnmeldenAnmelden