Überblick: Das neue iPad in ersten Tests

Viel Lob erntet das Display des neuen iPads - sonst gibt es aber nicht viel Neues. Das Tablet muss auch einige Kritik einstecken.

A member of the media take a look at the new iPad in the demo area during an Apple event in San Franc
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A member of the media take a look at the new iPad in the demo area during an Apple event in San Franc
(c) REUTERS (Robert Galbraith)

Am Freitag startet Apple den Verkauf des neuen iPads in einigen Ländern wie den USA und Deutschland. Tags davor erscheinen in beiden Ländern die ersten Testberichte. DiePresse.com hat sich die Urteile von dem deutschen Fachverlag Heise, dem Nachrichtenmagazin Der Spiegel, der Tageszeitung New York Times und dem Technik-Blog Techcrunch näher angesehen. Insgesamt gab es zum Testen nicht viel Neues, lediglich die nun vierfache Displayauflösung, ein stärkerer und damit dickerer Akku, ein besserer Grafikchip und eine bessere Kamera. In Österreich ist das Tablet erst am 23. März erhältlich. 

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Keine Kaufempfehlung für iPad-2-Besitzer

David Pogue von der New York Times findet, dass Apple das iPad mit der Versionsnummer 2S versehen hätte können. Das neue Tablet ist tatsächlich keine große Neuerung, sondern wurde bloß technisch auf den neuesten Stand gebracht. Eben genauso wie das iPhone 3GS und das iPhone 4S im Vergleich zu deren Vorgängermodellen. Pogue lobt das neue Display, allerdings sei der Unterschied nur in angepassten Apps wirklich bemerkbar und die lassen sich noch an zwei Händen abzählen. Bei älteren Apps sei die geringere Auflösung zum Teil sogar beim Text sichtbar, was dem Journalisten vor allem bei der E-Book-App Kindle auffiel. Gerade zum Verkaufsstart werden die meisten Apps noch nicht aktualisiert sein, Updates sind aber wohl in fast allen Fällen zu erwarten. Lobend erwähnt Pogue dann nur noch den Akku, der neun Stunden durchhält, die neue Diktierfunktion und die Unterstützung der nächsten Mobilfunkgeneration 4G, die in Österreich nicht funktionieren wird. Für iPad-2-Besitzer sieht Pogue keine Notwendigkeit, das neue iPad anzuschaffen. Insgesamt sei das Apple-Tablet aber nach wie vor die beste Wahl am Markt.

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Kritik an Gewicht, Maps und Akku

Den Testern des Heise-Verlages ist gleich zu Beginn der Gewichtsunterschied negativ aufgefallen. Das neue iPad wiegt 60 Gramm mehr, was "schonmal den Unterarmmuskel ermüden" kann. Außerdem ist es bei gleicher Belastung wärmer geworden als der Vorgänger und Heise kann sich vorstellen, dass das im Sommer mit anspruchsvollen Spielen unangenehm werden könnte. Auch Heise lobt das neue Display, hat aber bei Google Maps einen Nachteil gefunden. Die Maps-App reagierte langsamer, da für die hohe Auflösung mehr Daten geladen werden müssen. Auch das Spiel Real Racing HD 2 hätte beim Testen ein wenig geruckelt. Der Akku hat bei Heise beim "Videogucken" 8,5 Stunden durchgehalten, über drei Stunden kürzer als das iPad 2. Das Aufladen habe fast doppelt so lange gedauert. Obwohl die neue 4G-Unterstützung auch in Deutschland nicht funktioniert, konnte Heise im Direktvergleich oft höhere Geschwindigkeiten beim mobilen Surfen feststellen, da das iPad nun Download-Geschwindigkeiten von bis zu 21 Megabits pro Sekunde (HSPA+) zulässt.

Frontkamera-Enttäuschung

Matthias Kremp vom Spiegel-Magazin ist einer der wenigen Tester, denen das höhere Gewicht und das dickere Gehäuse nicht aufgefallen sind. "Hand aufs Herz, die 0,6 Millimeter, die das neue Modell dicker geworden ist als sein Vorgänger, kann ich weder sehen noch die rund 50 Gramm zusätzliches Gewicht spüren". Kremp hat die verbesserte Rückkamera ausprobiert und im Vergleich zum iPad 2 bessere Fotos gemacht - vom iPhone 4S ist die Kamera allerdings noch weit entfernt. Enttäuscht ist der Journalist von der gleichgebliebenen Frontkamera. Man müsse sich schon ins Licht setzen, damit das Bild bei Videotelefonaten gut sei. Das Display findet er so gut, dass er darin durchaus ein Kaufargument für iPad-2-Besitzer sieht.

Speicher-Probleme

Eines der größten Probleme des neuen iPads dürfte aber der Speicherplatz sein. Ein Beispiel von Techcrunch zeigt, dass das 16-Gigabyte-Modell in den meisten Fällen wohl nicht mehr ausreichen dürfte: "Ich habe drei Seiten voller Apps, ein paar hundert Fotos, einen HD-Film und ein Musik-Album. Das ist nicht so viel, aber es benötigt 20 Gigabyte Speicher. Die Apps alleine benötigen 10 Gigabyte." Das Grafik-Update erhöht den Speicherbedarf der Apps enorm - Apple hat seine eigenen Apps bereits aktualisiert und alleine die iWork-Apps benötigen nun zusammen 269 Megabytes statt vorher 95 Megabytes.

 

(Red. )

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