Apple-Geräte gelten hierzulande fast schon als Modeaccessoire. Für 240.000 Chinesen im Werk des Herstellers Foxconn sind die aber lebensnotwendig. Für Löhne von umgerechnet 11 Euro pro Tag schrauben sie unermüdlich die trendigen iPads und iPhones zusammen. Wer länger dabei bleibt, erhält nach ein paar Jahren eine Verdoppelung des Lohns. Ein Journalist des American Public Media Marketplace hat die Fabrik besucht und per Video die Arbeitsschritte dokumentiert, die ein iPad durchläuft, bis es schlussendlich an deutlich wohlhabendere Menschen als in der Fabrik arbeiten ausgeliefert wird.
Maschinen- und Handarbeit
Die Arbeit sei "mühsam und langweilig", berichtet Reporter Rob Schmitz, Zuerst wird das Motherboard des iPad zusammengebaut, später wird es zusammen mit anderen Komponenten ins Gehäuse geschraubt. Die Batterie wird in wenigen Sekunden mit einer Maschine hineingepresst. Kurz vor der Fertigstellung wird noch der Touchscreen installiert. Eine Maschine testet den Lagesensor und das Gyroskop, das für Spiele genutzt wird, Arbeiter überprüfen den Bildschirm auf Fehler, bevor das iPad schlussendlich verpackt wird.
Fangnetze für Selbstmörder
Foxconn kam aufgrund mehrerer Selbstmorde von verzweifelten Arbeitern in die Schlagzeilen. Als Reaktion wurden Fangnetze installiert, die potenzielle Springer beschützen sollen. In einem Fall gelang das, in einem anderen nicht, heißt es in dem Bericht. Der durchschnittliche Foxconn-Arbeiter ist zwischen 18 und 25 Jahre alt und kommt aus dem ländlichen Teil Chinas. Jeden Tag suchen hunderte neue Bewerber Arbeit an den Fließbändern von Foxconn. Der Hersteller gilt in China als einer der besseren Arbeitgeber, da er seine Löhne, so gering sie sein mögen, auch tatsächlich auszahlt.
(db)
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