Der Name Chris Roberts wird PC-Spieleveteranen noch ein Begriff sein. Unter seiner Ägide entstand 1990 das legendäre Weltraum-Actionspiel "Wing Commander". Nach mehreren Fortsetzungen, einem miserablen Film und langen Jahren der Abwesenheit ist Roberts jetzt mit seinem ambitionierten Projekt "Star Citizen" zurück. Angelegt als Weltraum-Flugsimulator mit Kampf- und Handels-Missionen in einem dynamischen, ständig erweiterbarem Universum, soll das Spiel die Tradition von Roberts Ur-Erfolg fortsetzen. Dafür setzt er bewusst auf die PC-Plattform und auf erweiterte Multiplayer-Optionen. Roberts will mit "Star Citizen" beweisen, dass die Zukunft der Videospiele nicht nur bei Konsolen, Smartphones und Tablets liegt.
Händler oder Kämpfer
Der Spieler wird in das Jahr 2942 versetzt und hat zwei Möglichkeiten. Einerseits als Mitglied von "Squadron 42" klassische Weltraum-Kampfeinsätze im Stil von "Star Wars" zu absolvieren. Andererseits als freischaffender Pilot sein Schicksal im "Star Citizen"-Universum selbst steuern und seine Weltraum-Bürgerschaft zu verdienen. Denn in der Zukunft, so die Vision, muss man erst einen gewissen Status erreichen, um diese zu erhalten. Dafür kann man mehrere Rollen spielen, etwa die eines Händlers, oder als Kampfpilot für die Raumflotte.
Zwei Millionen Dollar Fan-Kapital
Das Spiel ist allerdings noch lange nicht fertig. Roberts peilt Ende 2014 dafür an. Um zu beweisen, dass der PC-Markt noch lange nicht tot ist, will Roberts zwei Millionen US-Dollar über Crowdfunding lukrieren. Dafür hat er aber nicht auf Anbieter wie Kickstarter zurückgegriffen, sondern ein eigenes System aufgebaut. Binnen kürzester Zeit, nachdem es gestartet ist, hatten Fans bereits zigtausende Dollar als Finanzierung bereitgestellt. Wenig später brachen die Server aufgrund des Ansturms zusammen. Inzwischen ist die Website von Roberts Space Industries wieder erreichbar, der Fortschritt der Zahlung lässt sich derzeit aber nicht einsehen.
Ambitioniertes Projekt
In einem ersten Trailer präsentiert sich "Star Citizen" grafisch von seiner besten Seite. Das Spiel kann vom Piloten bis hin zu weiten Weltraum-Ansichten frei skalieren. Raumschiffe sollen sich physikalisch korrekt durchs All bewegen und ihre Richtung nur mittels Schubdüsen ändern können. Wird eine davon in einem Kampf beschädigt, büßt das Raumschiff seine Manövrierfähigkeit ein. Wenn "Star Citizen" dann verfügbar ist, sollen regelmäßig neue Sonnensysteme entdeckt werden können, die dann nach den Spielern, die sie finden, benannt werden. Allerdings müsste das ambitionierte Weltraum-Epos bis dahin erst fertiggestellt werden. Und Roberts hat mit mehreren Projekten bereits bewiesen, dass er sich gerne viel Zeit für die Entwicklung lässt.
(db)
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