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Revolution: Spiele wie YouTube über das Internet streamen

24.03.2009 | 12:55 |   (DiePresse.com)

Statt teurer Hardware daheim soll ein simples Browser-Plugin in Zukunft reichen. Das Unternehmen OnLive stellt die neuartige Technologie auf der GDC vor.

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Auf der Game Developers Conference (GDC) in San Francisco zeichnet sich eine kleine Revolution ab. Das Unternehmen OnLive hat anlässlich der Konferenz ein System vorgestellt, dass für Spiele das sein soll, was YouTube für Videos war. Sofern sie eine Breitband-Internetverbindung besitzen, können Spieler alle Games direkt über einen zentralen Server spielen. Übermäßig starke Hardware auf Benutzerseite ist nicht mehr notwendig. Zwar wollte OnLive seine Technologie erst am Dienstagabend vorstellen, Variety verstieß aber nach Angaben der Financial Times gegen ein Informations-Embargo und veröffentlichte die Neuheit schon am Montag.


Spiele werden über das Internet gestreamt

Die Spiele laufen auf den Servern von OnLive ab. Mit Videokomprimierung werden Spielegrafik und -inhalte über das Internet zu den Benutzern übertragen. Dabei soll die Latenzzeit auf gerade mal eine Millisekunde heruntergedrückt worden sein, was auch Multiplayer-Spiele ermöglicht. Möglich wird das über ein Browser-Plugin für Windows- und MacOS-Betriebssysteme. Wer nur einen Fernseher besitzt, kann von OnLive eine Set-Top-Box erwerben, die über HDMI angeschlossen wird. GameDaily zeigt sich in einem ersten Bericht begeistert von dem neuen Angebot. Anscheinend ist es möglich, das grafisch sehr fordernde Crysis auf einem normalen MacBook flüssig zu spielen.

(c) OnLive

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Keine Wettrüsten mehr bei Hardware

Was OnLive allen vorhandenen PCs und Konsolen voraus hat, ist die Zukunftssicherheit. Da es die Aufgabe des Unternehmens ist, für flüssige Spielerlebnisse zu sorgen, werden die Server regelmäßig aufgerüstet. Der Spieler muss sich nicht mehr um lästige Hardwarekäufe oder Kompatibilitätsprobleme kümmern, sondern kann einfach nur seine Spiele genießen.

 

Community-Funktionen wie Xbox Live

Auf der GDC will OnLive seinen Dienst mit zunächst 16 Titeln präsentieren. Das Benutzerinterface soll es sehr einfach machen, durch die verfügbaren Spiele zu navigieren. Für die User gibt es zahlreiche Community-Funktionen, die zum Teil denen von Microsofts Xbox Live-Diensten ähneln. Für besonders eitle Zocker sind die "Brag Clips" gedacht: Wer eine besonders gute Aktion in einem Spiel geleistet hat, kann 15 Sekunden davon als Video allen anderen verfügbar machen.

(c) OnLive

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Bereits neun Partner an Bord

OnLive hat die letzten sieben Jahre an der Technologie gearbeitet. Einer der Gründer ist Steve Perlman, der bereits für Apple maßgeblich an der Entwicklung des QuickTime Videostandards beteiligt war. Mit den "Großen Drei" der Konsolenhersteller (Nintendo, Microsoft und Sony) hat OnLive bisher keine Kooperationen vereinbart. Das heißt, dass beliebte Titel wie "Super Mario" oder "Gears of War" weiterhin nur auf Konsolen spielbar sein werden. Allerdings wurden bereits Partnerschaften mit "neun großen Publishern" eingegangen, die zum Start des Dienstes das Spieleangebot aufbessern sollen. Preise und ein genauer Starttermin stehen aber noch nicht fest. Ab Sommer soll eine Betaphase beginnen, im Winter könnte der Dienst loslegen.

 

Kopierschutz wird überflüssig

Einer der Gründe, warum noch einige Spielehersteller auf den OnLive-Zug aufspringen werden, könnte der vieldiskutierte Kopierschutz sein. Das neue System würde ihn defacto überflüssig machen. Mit dem Online-Dienst bekommen Spieler ja nur Zugang zu dem Spiel. Auf der Festplatte wird keiner der Titel je installiert. Damit bleibt die Kontrolle voll in der Hand von OnLive und den Herstellern.

(db)

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5 Kommentare
Gast: player1
24.03.2009 16:11
0 0

lol!

Na da bin ich mal gespannt, wie die die Latenz in den Griff bekommen wollen! Da kommt 2x die Übertragungszeit übers WAN + Reaktionszeit des Servers (gering) + Dekomprimierungszeit des Video-Codecs... sicher mehr als 1ms. Ein H.264 Codec allein bräuchte mindestens 30ms. Noch lustiger in Mobilfunknetzen... Kurz, mit der heutigen Technik und Infrastruktur nicht machbar.

Frotzel
24.03.2009 14:24
0 0

Habe mit Spielen nichts zu tun, bin aber im Xinf0 Team für Chaos Informatics!

Die Überlegung - da gehen etwa 300Bytes über das Kabel und was macht man damit?

Hat der Rechner alles parat und kann das als "Befehl", für was immer, nutzen ist es viel, soll das eine Formel darstellen, muß erst noch gerechnet werden.

Das geht je nach Technik gleich auf den Screen oder zum Auspacken ins "Archiv".

Bei uns ist es so, dass eine ganze DVD in ein bis zwei Sekunden konventionell übertragen ist, aber erst "entpackt" werden muß.

Die Sequenz kommt nach etwa 3 Sekunden zum Scrren und es kann im Hintergrund weiter entpackt werden, weil das schneller geht als der Stream abgearbeitet wird.

Allerdings braucht man einen Stick mit der Software, aber man soll damit Bargeld simulieren können wie mit einem Handy.

Gast: Dejan Korzanovic
24.03.2009 14:09
0 0

crysis auf einem netbook

wär der Hammer!!

Gast: cupito
24.03.2009 13:10
0 0

das kann ich so nicht stehen lassen

Latenzzeit unter einer ms? Jeder der das glaubt soll mal bitte einen ping zu seinem eigenen router mittels kabel durchführen, kommt meist 0,5 ms raus... mehr muss ich nicht sagen.

Antworten WINMAN
24.03.2009 13:24
0 0

Re: das kann ich so nicht stehen lassen

dann muss man halt goldene Kabel extra angefertigt von onlive kaufen, dann klappts auch mit dem Ping *gggg*