Auf der Game Developers Conference (GDC) in San Francisco zeichnet sich eine kleine Revolution ab. Das Unternehmen OnLive hat anlässlich der Konferenz ein System vorgestellt, dass für Spiele das sein soll, was YouTube für Videos war. Sofern sie eine Breitband-Internetverbindung besitzen, können Spieler alle Games direkt über einen zentralen Server spielen. Übermäßig starke Hardware auf Benutzerseite ist nicht mehr notwendig. Zwar wollte OnLive seine Technologie erst am Dienstagabend vorstellen, Variety verstieß aber nach Angaben der Financial Times gegen ein Informations-Embargo und veröffentlichte die Neuheit schon am Montag.
Spiele werden über das Internet gestreamt
Die Spiele laufen auf den Servern von OnLive ab. Mit Videokomprimierung werden Spielegrafik und -inhalte über das Internet zu den Benutzern übertragen. Dabei soll die Latenzzeit auf gerade mal eine Millisekunde heruntergedrückt worden sein, was auch Multiplayer-Spiele ermöglicht. Möglich wird das über ein Browser-Plugin für Windows- und MacOS-Betriebssysteme. Wer nur einen Fernseher besitzt, kann von OnLive eine Set-Top-Box erwerben, die über HDMI angeschlossen wird. GameDaily zeigt sich in einem ersten Bericht begeistert von dem neuen Angebot. Anscheinend ist es möglich, das grafisch sehr fordernde Crysis auf einem normalen MacBook flüssig zu spielen.
Keine Wettrüsten mehr bei Hardware
Was OnLive allen vorhandenen PCs und Konsolen voraus hat, ist die Zukunftssicherheit. Da es die Aufgabe des Unternehmens ist, für flüssige Spielerlebnisse zu sorgen, werden die Server regelmäßig aufgerüstet. Der Spieler muss sich nicht mehr um lästige Hardwarekäufe oder Kompatibilitätsprobleme kümmern, sondern kann einfach nur seine Spiele genießen.
Community-Funktionen wie Xbox Live
Auf der GDC will OnLive seinen Dienst mit zunächst 16 Titeln präsentieren. Das Benutzerinterface soll es sehr einfach machen, durch die verfügbaren Spiele zu navigieren. Für die User gibt es zahlreiche Community-Funktionen, die zum Teil denen von Microsofts Xbox Live-Diensten ähneln. Für besonders eitle Zocker sind die "Brag Clips" gedacht: Wer eine besonders gute Aktion in einem Spiel geleistet hat, kann 15 Sekunden davon als Video allen anderen verfügbar machen.
Bereits neun Partner an Bord
OnLive hat die letzten sieben Jahre an der Technologie gearbeitet. Einer der Gründer ist Steve Perlman, der bereits für Apple maßgeblich an der Entwicklung des QuickTime Videostandards beteiligt war. Mit den "Großen Drei" der Konsolenhersteller (Nintendo, Microsoft und Sony) hat OnLive bisher keine Kooperationen vereinbart. Das heißt, dass beliebte Titel wie "Super Mario" oder "Gears of War" weiterhin nur auf Konsolen spielbar sein werden. Allerdings wurden bereits Partnerschaften mit "neun großen Publishern" eingegangen, die zum Start des Dienstes das Spieleangebot aufbessern sollen. Preise und ein genauer Starttermin stehen aber noch nicht fest. Ab Sommer soll eine Betaphase beginnen, im Winter könnte der Dienst loslegen.
Kopierschutz wird überflüssig
Einer der Gründe, warum noch einige Spielehersteller auf den OnLive-Zug aufspringen werden, könnte der vieldiskutierte Kopierschutz sein. Das neue System würde ihn defacto überflüssig machen. Mit dem Online-Dienst bekommen Spieler ja nur Zugang zu dem Spiel. Auf der Festplatte wird keiner der Titel je installiert. Damit bleibt die Kontrolle voll in der Hand von OnLive und den Herstellern.
(db)


Sonnen-Anbeter Gadgets für heiße Tage
Unschöne Anglizismen Sprechen Sie Facebookisch?
Android Das beste Zubehör für Google-Smartphones
Windows-Mustang Wenn Microsoft Autos bauen würde
iPhone vs. Android Die derzeit besten Foto-Apps