Microsoft will Apple nicht mehr die Krone des digitalen Musikgeschäfts überlassen und startet ein großes Konkurrenzprodukt. Xbox Music verspricht Musik-Streaming mit 30 Millionen Songs auf der Spielkonsole Xbox 360 und PCs oder Tablets mit Windows 8. Der Dienst soll weltweit verfügbar sein und wird in diesen Tagen auf der Xbox 360 freigeschaltet, Windows 8 soll zum Marktstart des Betriebssystems am 26. Oktober. Anfang November kommt das Handy-Betriebssystem Windows Phone 8 auf den Markt. Dann wird der Musikdienst auch darauf verfügbar sein. Ältere Betriebssystem, als auch das noch aktuelle Windows 7 und die Smartphone-Software Windows Phone 7, werden keinen Zugriff auf Xbox Music erhalten.
Kauf-Downloads weltweit
Gleichzeitig mit dem Streaming-Dienst starten mit "Smart DJ" auch ein personalisierbares Onlineradio und der Xbox Music Store, über den sich einzelne Tracks oder ganze Alben käuflich erwerben lassen. Microsoft spricht von 15 Ländern, in denen Xbox Music für Windows 8 verfügbar sein wird und 22 Ländern, in denen der Bezahldienst, genannt Xbox Music Pass, angeboten werden wird. Eine genaue Liste nennt der Hersteller bisher nicht. Microsoft hat österreichische Journalisten aber zu einem Termin rund um Xbox Music für den 18. Oktober eingeladen. DiePresse.com wird berichten. Alles in allem soll der Dienst "weltweit" zur Verfügung stehen.
Monatsgebühr für unbegrenzte Musik
Für die ersten Monate ist der Dienst unbegrenzt gratis nutzbar, danach wird die verfügbare Stundenzahl an Musik eingeschränkt. Wer mehr will, muss zahlen. Microsoft gibt in einer Aussendung eine Gebühr von 9,99 US-Dollar pro Monat für unbegrenzten Musikgenuss auf allen Geräten an. Der Hersteller warnt aber davor, dass die tatsächlichen Preise sich von Land zu Land ändern können. In Österreich wird man wohl mit einem Preis von zehn Euro statt der direkt umgerechneten 7,8 Euro pro Monat rechnen müssen.
Kartellwächter schauen auf Microsoft
Mit Xbox Music macht Microsoft gewissermaßen einen Rundumschlag. Anstatt einfach nur Apples iTunes-Modell (Download-Musik gegen Geld) zu kopieren, geht der Hersteller einen Schritt weiter und erweitert die Funktionen des Dienstes so, dass auch Anbieter wie Spotify, Deezer oder Pandora nicht gerade glücklich sein werden. Vielleicht könnte das sogar die EU auf den Plan rufen. Dass Microsoft seinen Browser und seinen Mediaplayer direkt ins Betriebssystem integriert hat, hatte die Wettbewerbshüter bereits in der Vergangenheit geärgert. Indem der Softwaregigant noch einen Musikdienst hinzufügt, der in direkter Konkurrenz zu mehreren anderen Anbietern stehen wird, könnte für weitere Untersuchungen sorgen.
(db)
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