Surface im Test: Das arbeitsfreudigste aller Spaß-Geräte

07.11.2012 | 12:05 |  von Daniel Breuss (DiePresse.com)

Das Microsoft-Tablet beherrscht Surfen und Spiele genauso wie den gelegentlichen Arbeitseinsatz. Das App-Angebot ist noch dürftig, in manchen Bereichen übertrifft das Gerät aber die Konkurrenz.

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Microsofts Surface-Tablet ist ein historisches Produkt. Erstmals stellt das Unternehmen nicht nur sein Windows-Betriebssystem zur Verfügung, sondern baut auch gleich den passenden Computer dazu. Der Schritt hatte in der Branche kurzzeitig für Unmut gesorgt. Inzwischen ist das Surface aber erhältlich - zumindest in acht Ländern. DiePresse.com hat sich ein Exemplar aus Deutschland bestellt, da es offiziell in Österreich noch nicht angeboten wird. Es handelt sich um die Variante mit 64 Gigabyte und Touch Cover. Bei den Modellen mit 32 Gigabyte kostet die Abdeckung extra. Tablets sind vorrangig Luxusgüter und Spaßmaschinen. Spielen, Surfen und Videos schauen sind die Dinge, für die sie meist benötigt werden. Microsoft will aber mit dem Surface eine Brücke zwischen Spaß und Ernst schlagen und preist sein Tablet auch als Arbeitsgerät an.

Schlank, solide und elegant

Rein äußerlich gibt sich das Surface RT schlicht, aber stilvoll und robust. Es fühlt sich recht schwer für ein 10-Zoll-Gerät an. Die 680 Gramm sind aber eigentlich noch im Rahmen. Das iPad der vierten Generation wiegt 652 Gramm, das Nexus 10 hingegen 603 Gramm. Aber auch mit 680 Gramm ist das Surface immer noch rund halb so schwer wie etwa ein handelsüblicher Laptop. Selbst das sehr leichte Macbook Air mit 11-Zoll-Bildschirm wiegt mehr als ein Kilogramm. Ansonsten präsentiert sich das Tablet zurückhaltend. Dunkles eloxiertes Magnesium (Microsoft nennt das aufgrund des Fertigungsprozesses "VaporMag") und schwarze Rahmen rund um das Display werden nur von dezenten Windows-Logos vorne und hinten geziert. Modellbezeichnung und Seriennummer verbergen sich hinter dem ausklappbaren Standfuß. Die Latte für andere Hardware-Hersteller ist damit recht hoch.

Microsoft Surface: Die Bilder zum Testbericht

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Der Standfuß hat sich im Test als eine sehr praktische Ergänzung herausgestellt. Sei es als zweites Display, wenn das Surface an einem größeren Bildschirm hängt oder auch etwa beim Frühstück aufgestellt, um schnell nebenbei über die Lieblings-Websites zu schauen.

Gutes Display ohne Rekord-Auflösung

Einmal eingeschaltet und eingerichtet, begrüßt den Nutzer die schon bekannte neue Startoberfläche von Windows 8 - auch wenn eigentlich Windows RT eingesetzt wird, aber dazu später. Mit 1366 x 768 Bildpunkten gewinnt das Surface das Rennen um die höchste Auflösung definitiv nicht. Dieses Gefecht tragen iPad und Nexus 10 aus. Bei einem normalen Betrachtungsabstand wirken Schriftarten dennoch nicht verwaschen, auch wenn mit ein bisschen Anstrengung einzelne Pixel sichtbar sind. Farbdarstellung und Blickwinkel sind absolut in Ordnung und auch generell braucht sich das Microsoft-Tablet hier nicht verstecken.

Auf Fingereingaben reagiert der Bildschirm flott, Eingaben gelingen präzise. Die automatische Rotation ist etwas sehr feinfühlig, weshalb sie im Test recht schnell deaktiviert wurde. Die Auflösung ist hoch genug, um Apps an der Seite anpinnen zu können. Damit lässt sich etwa eine Website betrachten, während am linken oder rechten Rand ein Skype-Chat oder ein Nachrichten-Ticker läuft. Diese Multitasking-Fähigkeit haben Windows-Tablets der Konkurrenz voraus und sorgen bei manchen Nutzern für einen "Aha!"-Effekt.

Vom Surf-Ace zum Work-Place

Mit dem Standfuß und dem Touch Cover hebt sich Microsoft vom Rest der Tablet-Welt angenehm ab. Denn zum Webbrowsen, Videos schauen oder E-Mails lesen genutzt, lässt sich die Abdeckung einfach auf die Rückseite klappen. Die Tastatur deaktiviert sich dabei automatisch. Will man aber eine längere Nachricht oder andere Texte schreiben, verwandelt sich das Gerät recht schnell vom Surf-Ace zum Work-Place - vorausgesetzt, es gibt einen stabilen Untergrund. Mit aufgeklapptem Standfuß und Touch Cover lässt sich auf auf den Oberschenkeln nämlich nur ungenügend arbeiten. Überraschend positiv fällt auf, wie flott und präzise die in der Abdeckung eingebaute Tastatur reagiert. Allerdings muss man sich erst einmal dran gewöhnen, dass es kein haptisches Feedback außer der Berührung der Oberfläche gibt.

Das genutzte Microfaser-Material hat leider die unangenehme Eigenschaft, recht schnell Gebrauchsspuren durch Schweiß, fettige Finger oder andere Einflüsse aufzunehmen. Dank der recht guten Software-Tastatur, die einen Tick flotter reagiert als die des iPad, lassen sich kurze Texte auch ohne das Cover problemlos tippen. Gelegentlich kann es aber passieren, dass die eingeblendete Tastatur ein Eingabefeld überdeckt. Über einen Button rechts unten lässt sie sich aber wieder ausblenden, ein Fingertipp auf das Eingabefeld öffnet sie wieder.

Weiter: Software-Wehen und App-Dürre >>>

(db)

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41 Kommentare
 
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Warum das Surface RT, wenn bald das Surface Pro kommt?

Das Surface Pro hat dann nur noch Konkurrenten im eigenen Betriebssystem-Lager, nämlich Hersteller von Windows 8-Tablet-PCs. Android und iPad sind keine Surface Pro Konkurrenz. Wer ein Surface auf iPad- bzw. Android-Niveau sucht, wählt das Surface RT.


zum zwiebelschneiden super

leicht zu reinigen, es klebt nix... super schneidbrett


Werbeeinschaltung

3 Seiten Testbericht habe ich bei der Presse noch über kein Produkt gelesen. Ich hoffe es hat sich bezahlt gemacht. Enttäuschend.

5 10

aha...

ein sau teures netbook mit wenig speicher...

Re: aha...

also bitte.. da redet jemand ohne ahnung muss man sagen!

2 1

Re: Re: aha...

wer was mit tastatur haben will schaut mal um Asus S200E-CT157H. inkl. touchscreen und 500GB festplatte. ist zudem auch noch günster als das windows dings...

2 1

Re: Re: aha...

wenns meinen...
zuerst baut man die tastatur weg von einen bildschirm mit touchpanel und nennt es tablet. juhu man ist mobil. dann macht man extra eine software die auf einen echten computer laufen soll, und zugleich auf einem tablet die selben möglichkeiten bietet.
dann baut man eine tastatur dran und der heilige gral ist gefunden... na bumm

kaum anschlüsse, kein optisches laufwerk. zu wenig speicher...
für mich also kein vollwertiger ersatz.

wo schreib ich grad

schreibe meinen kommentar auf einem ipad - würde aber gerne jetzt mit einem surface weiterschreiben

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Ich finde das Ding eigentlich garnicht mal so schlecht

Meistens surfe ich in der Gegend herum, schau mir Videos an und höre Musik. Für diese Tasks ist es eigentlich relativ Wurst, ob ich jetzt ein Android, iOS oder W8 Gerät verwende.

Wenn ich aber wirklich mal was arbeiten muss, Dokumente bearbeiten, etc., muss ich aktuell vom Tablet auf den StandPC/Laptop wechseln. Mit dem Surface kann ich mir vorstellen, dass ich wirklich nurmehr (privat) ein Gerät brauch. Nachdem das Ding auch einen USB Anschluss hat, kann ich auch stresslos meine externe Festplatte anhängen oder einen grossen Monitor dranhängen, eine richtige Tastatur, etc.

Bin gespannt ...

Re: Ich finde das Ding eigentlich garnicht mal so schlecht

Sie sagen es... genau das war auch mein kaufargument!

Re: Ich finde das Ding eigentlich garnicht mal so schlecht

stimmt, einziger Nachteil die meisten neuen Geräte haben keine 3G Funktion. Schade das ist für mich kaufentscheident, das wäre so als bringt man einen neuen Geländewagen auf den Markt, bietet aber keine Allrad Version an!!!!!

Re: Re: Ich finde das Ding eigentlich garnicht mal so schlecht

Das Surface hat einen USB Anschluss. Sie koennen also auch einen SIM Stecker stressloss dranstecken

Re: Re: Ich finde das Ding eigentlich garnicht mal so schlecht

smartphones als hotspot besitzt heutzutage fast jeder tablet besitzer - ich finde da meistens eher die 100.- aufpreis für ein lächerliches 3g Modul sinnlos ... außerdem mal ehrlich ... wo werden sie wirklich arbeiten wo es keinen hotspot gibt? und falls es einen solchen ort gibt ist 3G dort sicherlich sehr schmächtig vertreten!

Re: Re: Re: Ich finde das Ding eigentlich garnicht mal so schlecht

ich bin beruflich den ganzen Tag unterwegs und muss ständig meine Mails checken, da tut man sich das nicht an ständig einen hot Spot herzustellen. ich finde nur man sollte die Version anbieten, entscheiden kann sich jeder selbst ob er mehr bezahlt oder nicht.

Re: Re: Re: Re: Ich finde das Ding eigentlich garnicht mal so schlecht

ja - kann die argumentation dann doch nachvollziehen! anbieten könnte man es für den letzten Rest an Konsumentenrente - die Sinngaftigkeit beurteilt ja ohnedies jeder Nutzer für sich!

26 7

endlich

ein Teil mit dem man auch arbeiten kann! hätte einen iPad zu verkaufen, günstig ;-)

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Re: endlich

bekommst eh kein Geld mehr für dein iPad. Verschenke es einfach und schicke es an meine Adresse:-:

5 4

Re: endlich

Mac-Benutzer dürften sich über solche Angebote freuen.
Ich nutze das iPad mit pages, keynote und numbers - vernetzt über die icloud. Ein harmonischeres Zusammenspiel von Pad und Laptop kann ich mir kaum vorstellen da es perfekt abläuft.

Re: Re: endlich

vor allem weil man am ipad so toll schreiben kann ohne mühsam eine tastatur herumzuschleppen :) :)

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Re: Re: Re: endlich

So wie bei jedem Tablet. Entweder man nimmt sie mit oder man schreibt am Display.

Re: endlich

Einen iPad? Einen? Warum wollen Sie ihn nicht mehr, den iPad?

“If you’re the sort of person who likes features over finish, Surface is for you.”

https://www.youtube.com/watch?v=gQhhtvuZwVg

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Und wieder der gleiche MS-Murks

Ist halt wieder der gleiche unausgegorene MS-Schrott, mit dem die Welt seit zwanzig Jahren zwangsbeglückt wird. Wieder von technikgeilen Programmierern zusammengeschustert, unter Vernachlässigen einer übergeordneten Harmonie. Ein Halleluja darauf, dass sich MS endlich einem Konkurrenzkampf stellen muss und die Zwangsverordnung ein Ende hat.

Ich frage mich immer wieder, was es so unverzichtbare Dinge zu "arbeiten" gibt, die jetzt auf dem Surface endlich möglich sind. In unseren Besprechungen sitzen alle mit einem iPad, machen Notizen, checken ihre E-Mails, führen den Kalender. Organigramme, längere Texte und Präsentationen, also alles das, wozu man eine Maus braucht, werden dann am PC erledigt. Aber vielleicht lebe ich in einer Parallelwelt.

Re: Und wieder der gleiche MS-Murks

zuerst bitte mal testen und dann negativ urteilen! hätten sie schon mal den luxus gehabt ein volles office produktiv und völlig rund direkt und schnell am tablet nutzen zu können wären sie anderer meinung! features wie notizen, mail oder kalender kann nämlich bereits mein iphone .. meine ansprüche an ein tablet liegen höher! ;)

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Re: Und wieder der gleiche MS-Murks

Der Witz der Sache ist es ja gerade, dass man dazu dann keinen extra PC braucht. Diese Idee, portable Geräte nur wie erweiterte Terminkalender zu sehen ist längst überholt, weil es technisch keine Notwendigkeit für diese BEschränkung gibt.

Ob der Deckel der Tablet-Hülle nur Plastik ist oder auch eine Tastatur beinhaltet ist vom Platzbedarf her ziemlich egal. Ich finde diese Lösung ist sehr gut durchdacht.

 
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