Windows 8: Nutzungszahlen schlechter als Vista

05.03.2013 | 15:01 |   (DiePresse.com)

Weniger Menschen nutzen die neue Software als Microsofts missglücktes System nach derselben Zeit nach dessen Marktstart. Microsoft selbst spricht von 20 Millionen verkauften Lizenzen pro Monat.

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Microsofts aktuelles Betriebssystem Windows 8 kommt nicht von seinem zweifelhaften Image los. Der bekannte Windows-Spezialist Paul Thurrott hat Nutzungszahlen des Marktforschungsunternehmens Net Applications analysiert. Diese zeigen, dass Windows 8 im Februar auf 2,67 Prozent der PCs genutzt wird. Seit Ende Oktober ist die Software auf dem Markt. Das als Flop gewertete Windows Vista hatte nach einer vergleichbaren Periode bereits vier Prozent Nutzungsintensität.

Das derzeit beliebteste Desktop-Betriebssystem ist Windows 7 mit 44,6 Prozent, danach kommt Windows XP mit immer noch 39 Prozent. Vista wurde mit 5,2 Prozent gemessen, Apples Mac OS X (Version 10.8) kam auf 2,6 Prozent knapp hinter Windows 8. Zumindest würde Windows 8 die Konkurrenz hinter sich lassen, konstatiert der Microsoft recht positiv gesinnte Thurrott in seinem Eintrag.

Microsoft-Zahlen nicht eindeutig

Microsoft behauptet, man verkaufe derzeit 20 Millionen Windows-8-Lizenzen pro Monat. Abnehmer sind aber fast ausschließlich PC-Hersteller und Firmen. Aus diesen Zahlen lassen sich also keinerlei Rückschlüsse auf die Akzeptanz bei den Endkunden ziehen. Thurrott bewertet die Zahl als "das zu erwartende Minimum" für Windows 8. Daher sei er noch nicht bereit, das Betriebssystem als Reinfall zu bezeichnen.

Der Windows-Experte führt aber noch einen wichtigen Punkt an. Windows 8 sei nicht nur für PCs im engeren Sinn (also Standrechner, Laptops und dergleichen) konzipiert, sondern auch für Hybridgeräte und Tablets. Aus den Zahlen von Net Applications würden sich diese Geräteklassen nicht herauslesen lassen. Aufgrund der von Microsoft angegebenen Lizenzverkäufe, die in etwa auf dem Niveau von Windows 7, das 2009 auf den Markt kam, liegen, zeige sich aber, dass das Potenzial für Windows 8 nicht ausgeschöpft werde. Es sei "bedenklich", dass Microsoft bei den neuen Geräteklassen noch nicht wirklich Fuß fassen konnte, schreibt Thurrott.

Am 18. April wird Microsoft die nächsten Quartalszahlen veröffentlichen. Im letzten Geschäftsbericht vom 24. Jänner war die Rede von 60 Millionen verkauften Lizenzen. Aufgrund der nächsten Ergebnisse lässt sich vielleicht besser ableiten, wo Microsoft nun wirklich mit Windows 8 steht.

(Red.)

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13 Kommentare

Ha Ha

Windows 8 ist und wird ein nochgroesserer Flop als Vista.Dann wuensch ich mal Microsoft alles gute und warscheinlich werden sie sich mit Windows 7 ueber Wasser halten.

naja ..

Wenn ich mit win7 zufrieden bin, alles super läuft, mir das Kachelsystem sowieso nicht gefällt & ich keine apps auf meinen PC brauche - wieso sollte ich dann auf Win8 umsteigen?
Das ist mein Problem, ich sehe da einfach keinen Grund. Und ich denke, dass es vielen so geht, was dann auch die schlechte Statistik erklärt.

Also mir als durchschnitt User

bis jetzt, ausser Preis, hat mich keine der Windows überrascht...Es wäre höchste Zeit, dass eine platformübergreifendes System statt Windows zu lancieren und das zu einem Preis, dass sich das jeder leisten kann...

ich wünsch denen alles gute

Endlich hat man sich mal getraut auf was neues zu setzen, nicht wie alle anderen Apple zu kopieren und ich finde auf tablets & Smartphones ist das Kachelsystem (ich weiß, nicht jedermann Geschmack) sehr ansprechend. Lg

Mit diesem inkosistenten und nicht zu Ende gedachten User Interface ...

... kommt mir das auf keinen richtigen Rechner. Und für Tablets habe ich Android.

Habe Win8 prof


und leider laufend Abstürze!


Re: Habe Win8 prof

Ich habe auch dauernd Abstürze, meist am Wochenende. Aber mein Windows 8-PC läuft zum Glück einwandfrei.

Re: Re: Habe Win8 prof


Gratuliere!

Bei mir läuft es nicht richtig, 64 bit Version mit Neuinstallation.

Das Mediacenter ist auch Schrott!

Für das verlangen sie auch noch extra Geld...



Das war zu erwarten

Wer so am User vorbeiprogrammiert, verdient nichts anderes.
Außerdem ist Windows 8 nicht Windows 8 RT.
Das sind 2 Betriebssysteme und gehören in der Statistik getrennt.
Die verrückte Entscheidung, mit .NET keine Anwendungen für Win 8 RT schreiben zu können, machte mich sowieso fassungslos. Da machen sie eine tolle Entwicklerumgebung und werfen dann alles über den Haufen.
Nicht nur, dass es 2 Betriebssysteme sind, man muss auch, wenn man Software für beide Betriebssysteme entwickeln will, 2 Entwicklerumgebungen in der Firma installieren. 2 x das Programmierpersonal schulen, 2x alle Probleme mit der Entwicklung machen, doppelt so teuer entwickeln.
Da kann ich gleich mit Windows weitermachen und im Tablet- und Smartphonebereich auf Java gehen. Dafür gibts genug Know-How.

Das Problem von Microsoft ist die aufgeblähte Arroganz von Steve Ballmer

Wenn einer behauptet "man habe den Computer neu erfunden" aber sich strikt weigert, einen Macintosh auch nur einmal in die Hand zu nehmen, darf gar nicht ernst genommen werden.


Re: Das Problem von Microsoft ist die aufgeblähte Arroganz von Steve Ballmer

Microsoft wandelt sich sehr zum Positiven die letzten Jahre, auch Windows 8 ist ein gutes Produkt, das auf Tablets oder Hybriden zum sehr guten Produkt wird.
Aber ich gebe Ihnen Recht: Steve Ballmer, wenn auch etwas ruhiger geworden, leistet sich immer wieder sehr entbehrliche Aussagen und Auftritte, die dem Unternehmen mehr schaden als helfen.
Ich denke da z.B. an das Inteview zum Thema iPhone zurück: http://youtu.be/eywi0h_Y5_U

Re: Re: Das Problem von Microsoft ist die aufgeblähte Arroganz von Steve Ballmer

Ich finde das Ballmer-Interview zum iPhone war nicht so unrichtig. Denn das erste iPhone war in vieler Hinsicht ein gewaltiger Rückschritt gegenüber Smartphones, die es damals schon gab: das iPhone konnte zuerst mal kein Copy & Paste, hatte kein UMTS und auch noch keinen Appstore. Zur gleichen Zeit, schon Jahre davor, hatten Smartphones mit Windows CE (z.B. von HTC, die MDA-Serie) Copy & Paste, sie waren mit UMTS weit schneller im Netz unterwegs als das iPhone, und es gab haufenweise Anwendungen dafür! Ballmer hat sich damals zu Recht übers iPhone lustig gemacht. Aber das Marketing und der Hype hat Apple dann eben gute Verkaufszahlen beschert.

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