Microsoft will NSA-Anfragen genauer offenlegen

27.06.2013 | 08:57 |   (DiePresse.com)

Das Unternehmen will vor Gericht erstreiten, die umstrittenen Datenabfragen nach dem FISA-Gesetz veröffentlichen zu dürfen. Dass die NSA Zugriff auf Microsoft-Server hatte, wird weiterhin bestritten.

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Mit einer Gerichtseingabe will Microsoft die Erlaubnis einholen, die genaue Zahl der Anfragen unter dem umstrittenen US-Gesetz Foreign Intelligence Surveillance Act (FISA) offenlegen zu dürfen. Für das Unternehmen gehe es laut dem Dokument darum, die "Fehlinterpretation zu korrigieren", dass es "der Regierung der Vereinigten Staaten direkten Zugang zu seinen Servern und Netzwerken und damit wahllos Microsoft-Benutzerdaten der Regierung offenlegt". Eine ähnliche Anfrage hatte auch Google einen Tag zuvor eingebracht.

Zugriff auf Server? Microsoft verneint

Die US-Technologiekonzerne stehen derzeit hart in der Kritik, da im Zuge des Skandals um die NSA-Datenaffäre PRISM die Befürchtung aufgetaucht ist, dass Firmen wie Google, Microsoft, Apple, Facebook oder Yahoo der US-Spionagebehörde ungehindert Zugriff auf ihre Server gewähren - "fälschlicherweise", wie Microsoft in der Gerichtsakte schreibt. Die Unternehmen versuchen seitdem Aufklärung zu betreiben, werden aber von der US-Rechtslage zurückgehalten. Bisher durften sie nur allgemein nennen, wieviele Datenanfragen sie erhalten hatten und auch dann nur in Tausenderschritten.

Nur ungenaue Angaben möglich

Microsoft sprach bisher etwa von 6000 bis 7000 Anfragen, die 31.000 bis 32.000 Benutzer betroffen hätten. Unter diese Daten, die von Dezember 2012 bis Mai 2013 erhoben wurden, fielen aber alle Anfragen, von der Polizei über das FBI bis hin zu anderen Behörden. Mit Anrufung des Gerichts wollen Microsoft und Google nun ganz genau darlegen, welche Daten sie an die NSA aushändigen mussten.

(Red.)

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