Support-Ende: Haben Windows-XP-Nutzer Grund zur Panik?

Microsoft liefert ab April 2014 keine Sicherheitsupdates mehr und meint, dass dann das Risiko, sich einen PC-Virus einzufangen, um zwei Drittel steigt.

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Windows XP hält sich hartnäckig – (c) REUTERS (Reuters Photographer)

Dreizehneinhalb Jahre alt wird Windows XP sein, wenn Microsoft kommendes Jahr im April aufhört, das System weiter zu pflegen. Für eine Software ist das bereits mehr als ein normaler Lebenszyklus - Schuld daran ist die eingefleischte Nutzerbasis. 21 Prozent aller Windows-Nutzer verwenden laut Microsoft nach wie vor Windows XP, obwohl mittlerweile mit Vista, 7 und 8 einige Nachfolge-Versionen veröffentlicht wurden. Seit Jahren bemüht sich Microsoft, Nutzer zum Umstieg zu bewegen - die neuesten Programme laufen nicht mehr unter XP und seit einiger Zeit gibt es keine Updates mit neuen Funktionen mehr. Jetzt probiert es Microsoft auf die harte Tour: Mit April gibt es nicht einmal mehr Updates, die schwere Sicherheitsprobleme beheben würden. Laut einer Analyse des US-Konzerns steigt für XP-Nutzer dann die Gefahr, sich einen PC-Schädling einzufangen, um zwei Drittel.

Nur Virenprogramm reicht nicht

Hacker haben ab April leichtes Spiel, erklärt Microsoft in einem Bericht. Angreifer müssten dann nur noch nachsehen, welche Sicherheitslecks in neueren Systemen gestopft würden und könnten dieselben in Windows XP ausnutzen, um Schadprogramme auf einen Rechner zu schleusen. Grund zur Panik? "Vielleicht ist das leicht übertrieben", erklärt Jürgen Eckel, Entwicklungsleiter bei der Sicherheitssoftware-Firma Ikarus, im Gespräch mit der "Presse". Manche Nutzer könnte das Support-Ende womöglich gar nicht auffallen, weil sie ohnehin nie Updates durchführen. Der Experte würde allerdings trotzdem niemandem raten, das veraltete System weiter zu verwenden. Selbst ein gutes Antiviren-Programm biete ohne Updates von Microsoft keinen vollständigen Schutz vor Angreifern. Virenprogramme schützen in der Regel vor bereits vorhandenen Schadprogrammen, ein Update von Microsoft bietet allerdings schon eine Lösung, bevor ein Virus oder Ähnliches eine Sicherheitslücke ausnutzen kann.

Marktanteil von Windows 8 steigt nur langsam

Microsoft mahnt jedenfalls dringend zum Umstieg. "Windows XP wird in Zukunft noch unsicherer sein als es das heute schon ist. Die Software war eine enorme Erfolgsgeschichte, aber es ist Zeit weiter zu machen", sagte Microsoft-Manager Tim Rains bei der Präsentation des jüngsten "Security Intelligence Reports" in Wien. Sicherheitsmaßnahmen, die man vor zwölf Jahren in Windows XP integriert habe, würden heute routinemäßig von Hackern umgangen werden. Von Jänner bis Juli verzeichneten 9,1 Prozent der Windows XP-Benutzer Virenbefälle, die Zahl der betroffenen Windows 8 Nutzer lag hingegen bei rund 1,8 Prozent, gibt Microsoft in dem Sicherheitsbericht an. Möglicherweise liegt das auch daran, dass der Marktanteil von Windows 8 nur sehr langsam wächst. Die US-Analysefirma NetApplications schätzte den Anteil von Windows 8 noch im August auf etwa 5,4 Prozent. Windows 7 sei mit 44,5 Prozent Spitzenreiter gewesen und dann folgte bereits Windows XP mit einem Anteil von 37,3 Prozent, gab die Firma im August bekannt.

> Zu Microsofts Zusammenfassung des "Security Intelligence Reports"

(sg)

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