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Stadt Wien wechselt von Linux auf Windows

05.06.2008 | 08:38 |   (DiePresse.com)

Eine benötigte Software ist nicht mit dem freien Betriebssystem kompatibel. Deshalb werden 750 von 1.000 Linux-Rechner mit Microsoft-Produkten ausgestattet.

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"Wienux" statt Windows, OpenOffice statt Microsoft Office und als Internetbrowser Mozilla Firefox: Seit dem Jahr 2005 experimentiert die Stadt Wien mit alternativen Betriebssystemen und sogenannter Open-Source-Software. Jetzt sollen drei Viertel der rund 1.000 bisher auf Linux umgestellten Computer wieder mit Microsoft-Lizenzen ausgestattet werden.

"Der Gemeinderat hat heute beschlossen, die 750 Verwaltungs- und pädagogischen Arbeitsplätze in den Kindergärten auf Wunsch des Stadtschulrats von Linux auf Windows Vista quasi rückzumigrieren. Das ist ein schwerer Rückschlag", erklärte Marie Ringler, Gemeinderätin und Technologiesprecherin der Wiener Grünen.

Grund dafür sei der geplante Einsatz einer Software zur Sprachstandserhebung in den Kindergärten, die derzeit nur mit dem Internet Explorer von Microsoft genutzt werden könne. "Seit dem Jahr 2005 sind nur 3,1 Prozent aller Verwaltungsrechner auf Linux umgestellt worden, nun werden es noch weniger", so Ringler.

7,6 Mio. Euro für Windows Vista

Aber auch bei den Windows-Rechnern steht anscheinend ein Systemwechsel bevor. Schon im Februar sei ein Antrag der MA 14 (EDV-Abteilung der Stadt) im Gemeinderat bewilligt worden, in dem Kosten von 7,6 Mio. Euro für Softwarelizenzen zum Umstieg von Windows und Office 2000 auf Windows Vista und Office 2007 sowie die Aufrüstung bzw. den vorzeitigen Austausch älterer PCs genannt werden. "Das hat unsere Alarmglocken schrillen lassen", sagte die Gemeinderätin.

"Das ist die Entscheidung der zuständigen Dienststelle, die mir persönlich leid tut, die aber eine taktische Notwendigkeit ist", erklärte Erwin Gillich, Leiter des Rechenzentrums der Wiener Stadtverwaltung (MA 14), zum Wechsel der Kindergärten auf Windows-Software. Der Beschluss sei zwar ein "unangenehmes Ereignis, aber kein Präjudiz" für die geplante generelle Systemumstellung und die Ablöse von Windows 2000. Dass zu "Microsoft Vista" und "Office 2007" gewechselt werde, wie es im Subventionsantrag heißt, sei "falsch formuliert, das ist durchgerutscht", so Gillich.

Man habe lediglich Vorsorge für eine etwaige Umstellung getroffen und für die anstehenden Investitionen angespart. Bis Jahresende soll auch eine Studie vorliegen, die Vorschläge und Empfehlungen für die weitere Vorgangsweise enthält. "Dann wird der Gemeinderat entscheiden. Aber je mehr Zeit vergeht, desto mehr Chancen hat die Open-Source-Software", sagte der EDV-Leiter.

Die Bürosoftware OpenOffice ist laut Gillich inzwischen auf mehr als 12.000 der insgesamt rund 20.000 Computer - allerdings parallel zu Microsoft Office - installiert worden. Für die Akzeptanz der Anwender seien aber weitere Maßnahmen notwendig: "Mit Freiwilligkeit alleine wird es nicht gehen", so Gillich.

 

(APA)

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6 Kommentare
Gast: gast
16.03.2009 16:21
0 0

Steuergeldverschwendung

Codeweavers Crossover auf die Rechner und der Microsoft Internet Explorer läuft. Die MA2412 hätte das Programm für die Sprachstandserhebung in Kindergärten entsprechend modifizieren können, damit's auch auf Firefox und Opera funktioniert. Kindergartentanten und Beamte sind wohl zu windoof und unflexibel um mit Linux zu arbeiten?

LUPO
05.06.2008 10:06
0 0

Software für Parolen

Das ist eine ganz wichtige Software, damit die Kleinen schon im Kindergarten die Parolen sauber können, sollen ja mal gute Sozi werden. Wenn das nur unter dem IE läuft, dürft es wohl ein Dreck sein oder vielleicht lauschen die Amis mit, daher Vista.

tarrant
05.06.2008 09:43
0 0

7,6 Millionen - absolutes Schnäppchen

Um die 7,6 Millionen hätte man auch gleich ein neues Programm schreiben lassen können.

Was wetten, dass die fragliche Inkompatibilität ein CSS-Problem ist und die Schrift nicht blinkt, wie sie soll?

Antworten Herman
06.06.2008 12:04
0 0

Re: 7,6 Millionen - absolutes Schnäppchen

. . . ein Wahnsinn
wozu sind die Hochschulen und Forschungstätten da? Das könnten eben Studenten bewekstelligen.

Gast: drachir
05.06.2008 09:24
0 0

"Eine benötigte Software"

Da hat aber MS wieder tolles Lobbying betrieben!

Eine Software zur "Sprachstandserhebung" die nur unter IE läuft muss sicher toll und billig sein!

Mit "WINE" sollte eine Installation auch unter Linux möglich sein!

Antworten daPeda
05.06.2008 09:32
0 0

WINE

Laut ORF futurezone gab mit IE7 unter WINE Abstürze. Muss technisch ein ordentlicher Dreck sein, die Software.