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Kampf ums Web: Microsoft investiert in Cloud Computing

26.11.2008 | 16:01 |   (DiePresse.com)

Um seine Zukunft zu sichern, strebt Microsoft verstärkt in Richtung Internet-Applikationen. Dazu werden demnächst Rechenzentren im Wert von 20 Milliarden Dollar gebaut.

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Microsofts Chief Software Architect, Ray Ozzie, will die Softwareschmiede zunehmend ins Internet lenken. Immer mehr und immer ausgefeiltere Onlinedienste sollen in Zukunft die Aufgaben der bislang auf Standrechnern installierten Microsoft-Programme übernehmen. Als Schlagwort dafür schwirrt seit längerem "Windows Azure" durch die Luft.

 

Microsoft will in luftige Höhen vordringen

"Cloud Computing" soll die Zukunft von Microsoft werden. Hinter der luftigen Bezeichnung verbirgt sich nichts anderes als die Software-Versorgung durch das Internet. Laut Ray Ozzie soll sich das Unternehmen in Zukunft nicht mehr nur auf Software, sondern auf Software plus Service konzentrieren - mit Betonung auf Service. Demnächst sollen der Mail-Server Exchange und auch das Büropaket Office als Internetdienste zur Verfügung stehen.

Microsoft wird sich aber anstrengen müssen, um neue Höhen erreichen zu können. Im Bereich der Online-Applikationen haben die Rivalen Adobe, Amazon und allen voran Google bereits etliche der Wölkchen für sich besetzen können. Um diesen Angeboten ausreichend entgegentreten zu können, will Microsoft seine Server-Infrastruktur massiv erweitern. In den nächsten Jahren sollen 20 neue Rechenzentren mit einem Investitionsvolumen von jeweils einer Milliarde Dollar entstehen. Insgesamt will Microsoft also die enorme Summe von 20 Milliarden Dollar in neue Infrastruktur investieren. Eine erst kürzlich fertig gestellte Server-Farm wurde bewusst nahe eines neuen Wasserkraftwerks gewählt - die Anlage hat einen enormen Energiebedarf.

 

Eine halbe Million Server

Bei den Rechenzentren setzt Microsoft auf modulare Bauweise. Container, die 2500 Server enthalten, werden einfach in eine riesige Halle platziert, eingeschaltet und können sofort in Betrieb gehen. Die Implementierung eines solchen Containers in das vorhandene System dauert lediglich zwei Tage. Microsoft erhofft sich dadurch nicht nur einen schnelleren Ausbau der Rechenzentren, sondern auch Einsparungsmöglichkeiten bei Personal und vor allem bei Energie. Analysten von Gartner halten Microsofts Pläne in dieser Hinsicht für durchaus vielversprechend. Ein neues Rechenzentrum in San Antino soll 220 Server-Container beherbergen können. Das wären über eine halbe Million Server nur für diese eine Server-Farm.

Wie schnell Microsoft dem Erzfeind Google aktuelle Führerschaft im Internetgeschäft streitig machen kann, bleibt abzuwarten. Bei Google reagierte man nach außen hin gelassen. Der Suchmaschinen-Spezialist verkündet, dass man bereits seit Jahren Infrastrukturen fürs "Cloud Computing" entwickeln würde und dadurch bereits einen beträchtlichen Vorsprung hätte.

(Red.)

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