Windows 8: Neue Version lockt mit Gratis-Apps

29.02.2012 | 16:54 |   (DiePresse.com)

Über den neuen Windows Store können Nutzer im Rahmen der "Consumer Preview" kostenlos neue Anwendungen ausprobieren. Microsoft will mit Windows 8 PC- und Tabletwelt vereinen.

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Microsoft hat auf dem Mobile World Congress (MWC) in Barcelona die nächste Vorschauversion seines Betriebssystems Windows 8 vorgestellt. Statt "Beta" nennt der Hersteller sie "Consumer Preview" und zielt auf PC- und Tabletnutzer gleichermaßen. Um den Nutzern einen besonderen Anreiz zu schaffen, sind alle Apps, die im Lauf der Betaphase veröffentlicht werden, kostenlos über den Windows Store zu beziehen. Microsoft hofft dadurch, eine starke Fanbasis zu generieren, bevor das fertige Produkt voraussichtlich im Herbst veröffentlicht wird. Einen genauen Termin nannte der Hersteller aber noch nicht. Die aktuelle Vorschau kann direkt bei Microsoft heruntergeladen werden (Installer oder ISO-Image). Noch während der Präsentation sollen Interessenten aus 70 Ländern die Software heruntergeladen haben, was für Netzwerkprobleme bei Microsoft sorgte.

100.000 Änderungen seit September

Microsofts Windows-Chef Steven Sinofsky, der schon maßgeblich für Windows 7 verantwortlich war, stellte die Software vor. Die komplette Benutzererfahrung neu zu erfinden sei ein "gewagtes Ziel" gewesen, sagte er bei der Präsentation. In der Tat hat sich seit der "Developer Preview", die im September des Vorjahrs veröffentlicht wurde, einiges geändert. Mehr als 100.000 Änderungen habe es seitdem gegeben, erklärte Sinofsky. Dadurch sei die "Consumer Preview" ein komplett neues, besser durchdachtes Produkt. Microsoft habe keine Kompromisse eingehen wollen und ein System entwickelt, das für alle Formfaktoren geeignet sei, war das Credo der Veranstaltung.

Der Desktop als App

Die "Metro"-Oberfläche ist stark an das Smartphone-Betriebssystem Windows Phone angelehnt. Anwendungen laufen im Vollbildmodus und sind in einem klaren, flächigen Look gehalten. Der klassische Desktop ist nach wie vor integriert, wird aber von Microsoft wie eine App gehandhabt. Für die Zukunft sieht der Hersteller Geräte voraus, die nicht nur auf Touch oder Tastatur und Maus setzen, sondern eine Kombination bieten, wie etwa das IdeaPad Yoga von Lenovo, das vom Tablet zum Laptop verwandelt werden kann. Microsoft führe Windows 8 dann auch auf einem 82-Zoll-Touchscreen aus, der extra für die Vorführung auf der Bühne montiert wurde.

Facebook und Amazon mit im Boot

Der erstmals vorgestellte Windows Store präsentiert sich aufgeräumt und erinnert stark an das Pendant "Marketplace" auf Windows Phone. Zahlreiche App-Icons waren zu sehen, darunter auch Facebook und Kindle, Amazons eBook-Software. Antoine Leblond, zuständig für Windows Web Services, behauptete, Microsoft hätte die besten wirtschaftlichen Bedingungen für Apps. Das würde auch an der unvergleichbaren Reichweite liegen, die Microsoft bei Computern habe.

Neue Hardware-Horizonte

Mit Windows 8 erweitert Microsoft auch die kompatible Hardware. Neben den bisher favorisierten Intel-Chips kann das neue Betriebssystem auch mit den effizienteren, für Mobilgeräte ausgerichteten ARM-Prozessoren umgehen. Für Entwickler soll sich aber nichts ändern. Ob sie für die klassische x86-Architektur oder ARM entwickeln, sei egal, sagte Microsoft. Der Windows Store würde automatisch die richtige Version für das entsprechende Gerät herunterladen. Vier Hardware-Partner wurden genannnt: Naturgemäß Intel, hinzu kommen TI, Qualcomm und nVidia, dessen Tegra3 für viele neue Tablets eingeplant wird.

Kaltstart in acht Sekunden

Microsoft verspricht vor allem einen Geschwindigkeitszuwachs für sein neues Betriebssystem. So soll etwa ein Laptop der aktuellen "Ultrabook"-Generation in nur acht Sekunden bis zur vollen Funktionsfähigkeit starten. Auch im Betrieb präsentierte sich Windows 8 bei der Vorführung sehr flott, sowohl auf Tablets als auch auf Laptops. Ein Grund dafür ist auch, wie die neue Software mit Anwendungen umgeht. Wenn eine nicht benutzt wird, wird sie "geparkt" und soll damit keine Ressourcen vergeuden.

Einloggen einfacher gemacht

Viele gezeigte Funktionen, etwa das Teilen von Informationen quer über verschiedene Apps oder die allgemeine Suche waren schon in der Entwicklervorschau, die DiePresse.com bereits getestet hat, integriert. Neu ist, dass man sich beim Einloggen nicht mehr mit der Tastenkombination "Strg+Alt+Entf" anmelden muss, sondern einfach auf "Enter" drücken kann. Der Rechner kann per Passwort, PIN oder "Picture Password" gesperrt werden. Letzteres verlangt vom User, auf einem vorhin gewählten Foto bestimmte Muster zu zeichnen, um den PC oder das Tablet zu entsperren.

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Windows 8 für Unternehmen auf der CeBit

Wann Windows 8 fertig sein wird, ist noch nicht bekannt. Es wird erwartet, dass es Ende 2012 auf den Markt kommen soll. Bis dahin gibt es die Möglichkeit, sich per Consumer Preview schon einmal darauf einzustellen. Der nächste Meilenstein wird der "Release Candidate", erklärte Sinofsky auf dem MWC. Anschließend folge der "Release to Manufacture", also die Auslieferung an die Fertiger und Hardwarepartner. Spannend bleibt es für Unternehmenskunden. Microsoft will im Rahmen der CeBit "Windows 8 for Enterprise" vorstellen.

(db)

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8 Kommentare

Wieviele Gratis-Apps sehen Sie?

Nicht mehr als 12. Wo ist das Skydrive-App? Wo kann ich sehen, welche Apps ich wann installiert habe? Der Store ist mehr als mangelhaft.


Gast: Noldi
01.03.2012 13:10
0 0

Erklärt mit bitte mal wer, wieso Intel weiterhin x86

produziert?!? Ich dachte "richtiges" x86 produzieren die doch eh nicht mehr, wird ja nur innerhalb der CPU emuliert. Wieso haben die diese Bremse nicht einfach mit Win8 beseitigt?
Die die die alten x86 Programme brauchen hätten eh auf den alten System bleiben können und ein paar Jahre später hätte es überall nur mehr das neue System gegeben.

Wann wenn nicht jetzt will Intel eigentlich dass in Wahrheit eh nicht mehr existente x86 endlich zu Grabe tragen?

Die Frage der Kompatibilität ist doch die Nachteile gar nicht mehr wert.

Gast: MAV
01.03.2012 07:05
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@P3PO

Gestern durfte ich ein Lumia 800 teste und muss sagen das es dem IPhone in nichts nachsteht. Ich würde sogar behaupten das es flüssiger und besser arbeitet als das IPHONE.
Nur Zur Info, ich besitze ein IPhone.

Gast: P3PO
29.02.2012 20:33
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Der letzte aufschrei eines Dinosauriers

Was Microsoft hier versucht ist bei Apple schon lange standart, so wird das nichts. Der einstige Gigant fällt! Wenn Microsoft Glück hat, wird es von Apple übernommen!!!

Antworten Gast: ampel
01.03.2012 07:57
1 0

Re: Der letzte aufschrei eines Dinosauriers

Sie haben vollkommen recht, Apple hat schon seit Ewigkeiten (!!!) ein gemeinsames Betriebssystem für PCs und Tablets. Microsoft hat das mal wieder wie immer nur kopiert...Moment! There is a mistake somewhere...

Antworten Gast: Ach
29.02.2012 20:59
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Re: Der letzte aufschrei eines Dinosauriers

Da täuschen sie sich gewaltig.
Kaum was davon ist bei apple standard.

Re: Re: Der letzte aufschrei eines Dinosauriers

ich finde es eigenartig, wenn anwendungen im vollbild starten. am handy ist das notwendig, viel. auch auf laptops, aber wozu auf normalen pcs?
bin schon gespannt, wie xp nutzer, die sich heute noch vista oder 7 verweigern auf metro reagieren werden.

Antworten Antworten Antworten Gast: Druckbleistift
01.03.2012 10:07
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Re: Re: Re: Der letzte aufschrei eines Dinosauriers

Wie meinen Sie das wenn Sie sagen es ist merkwürdig wenn Anwenungen im Vollbild starten? Was ist so merkwürdig daran, dass man den verfügbaren Bildschirm optimal ausnutzt? Einer der größten Kritikpunkte des neuen "Mountain Lion" ist meiner Meinung nach der verschwendete Platz bei den Anwendungen (siehe link: http://gizmodo.com/5888597/mountain-lion-review-what-happened-to-apples-innovation)." target="_blank">http://gizmodo.com/5888597/mountain-lion-review-what-happened-to-apples-innovation).

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