Microsoft hat neue Details zu seinem kommenden Betriebssystem Windows 8 verkündet. Sehr zur Verärgerung zahlreicher Nutzer wird die Software keine DVDs mehr abspielen können. Wer das möchte, muss sich das Media Center, das nicht mehr in Windows integriert sein wird, extra kaufen. Wahlweise ist es im Windows 8 Pro Pack oder im Windows 8 Media Center Pack integriert, je nachdem, welche Version des neuen Betriebssystems man besitzt. Offenbar will sich Microsoft die Lizenzgebühren für einen DVD-Decoder ersparen, der bisher in allen Windows-Systemen integriert war. Das gibt der Hersteller in einem Blogeintrag auch unumwunden zu.
Entschlackungskur
Microsoft begründet seinen Schritt damit, dass Online-Quellen für Filme und Serien deutlich stärker boomen als der Konsum über DVDs oder TV-Sender. Auch würden DVD-Verkäufe weltweit seit Jahren einbrechen. Daher sieht es Microsoft nicht mehr als gerechtfertigt an, die "erheblichen Mengen an Lizenzgebühren", die bisher gezahlt wurden, weiterhin zu leisten. Ein Ziel dieser Maßnahme ist auch, Windows 8 schlanker zu machen. Im Vordergrund dürfte aber die finanzielle Entscheidung gestanden haben.
Nachrüsten zu "marginalen Kosten"
Nutzer, die auf DVD- und Blu-ray-Wiedergabe nicht verzichten wollen, können sich das Media Center über die Funktion "Add Features to Windows 8", vormals "Windows Anytime Upgrade" jederzeit (kostenpflichtig) nachladen. Die Preise für diese Zusatzpakete hat Microsoft noch nicht genannt, genausowenig wie für Windows 8 selbst. Es soll sich aber um "marginale Kosten" für das Media Center handeln, verspricht der Hersteller.
Tablets im Fokus
Mit Windows 8, das für Oktober erwartet wird, will Microsoft sich im Tablet-Markt etablieren. Das neue Betriebssystem ist dafür gleichermaßen ausgelegt wie für Desktop-Rechner. Besitzer von letzteren fühlen sich derzeit aber ein bisschen vernachlässigt, da der Fokus der Entwickler deutlich auf dem Tablet-Teil gelegt war. Ob Microsoft damit gegen Apples übermächtiges iPad Erfolg haben wird, ist unbekannt. Bisher ist Windows 8 aber das einzige Betriebssystem, das nahtlos zwischen Touchscreen- und klassischer Steuerung umschalten kann.
(db)
Windows 8 im Test: Schmerzhafter Spagat für Microsoft-Fans




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