04.07.2009 12:02 | Meine Presse Merkliste0

Home Server: Datensicherung leicht gemacht

07.03.2008 | 10:55 |  JOSEF BROUKAL (Die Presse)

Der Windows Home Server arbeitet sparsam und zieht automatisch Kopien neuer Dateien.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Seit ich einmal im Repaircenter eines großen Computerherstellers auf die Reparatur eines Laptops gewartet habe, betreibe ich Datensicherung: Ständig kamen Boten mit defekten Geräten, und ich hörte immer wieder nur ein Wort – Festplatte.

Microsofts kostenloses „SyncToy“ und andere Programme bieten schon viel Komfort. Ideal aber wäre, wenn Datensicherung für alle PC und Laptops zu Hause und im Home-Office ganz von selbst erfolgen würde, und das zum Preis zweier externer Festplatten. Zweites Kriterium: Ambitionierte Menschen sollten Aufbau und Einrichten selbst bewerkstelligen können, weniger Eingeweihte mit wenig Arbeitszeit eines Profis davonkommen.

Der Windows Home Server kommt diesen Anforderungen sehr nahe. Im Wesentlichen handelt es sich hier um ein Gehäuse, in dem eine oder meist mehrere Festplatten sowie ein Netzwerkanschluss und Wlan untergebracht sind und das mit einem speziellen Betriebssystem auf eine Aufgabe ausgerichtet ist: Daten zu sichern und im Heimnetz zu verteilen. Eine Reihe von Herstellern wie Fujitsu Siemens, HP, Maxdata, Medion und Chiligreen bieten solche Home-Server – Qual der Wahl! Ich würde nach folgenden Kriterien entscheiden: Schreib/Lesetempo der Festplatten, Geräuschpegel, und – ganz wichtig bei einem Computer, der Tag und Nacht laufen soll, Energieverbrauch.

Server holt Sicherung nach

Den Chiligreen-Home-Server auszupacken und an den Netzwerk-Router anzuschließen dauert fünf Minuten, das Aufspielen der „Connector“-Software per CD und USB-Stick weitere fünf, dann kennt der Server meine PC. Das Einrichten der Back-up-Optionen dauert noch einmal fünf Minuten. Nach einer Stunde ist alles geklärt: Immer um Mitternacht fertigt der Server von den Festplatten meines Laptops und meines Desktops eine vollständige Datensicherung an, also eine Eins-zu-eins-Kopie des gesamten Platteninhalts einschließlich Betriebssystem. Drehe ich am Abend alle EDV stromsparend ab, wartet der Home-Server auf seine zweite Chance. Sobald ich ihn und einen meiner Computer wieder einschalte, holt er die versäumte Datensicherung nach. Das geht sehr sparsam vor sich, ich kann gleichzeitig auf meinem 1,2 GHz langsamen einkernigen Pentium flüssig schreiben.

Drei monatliche, drei wöchentliche und drei Tagessicherungen stehen für den Restore zur Verfügung. Man kann also auch auf ältere Dateiversionen zugreifen und eine fehlgegangene Programm-Installation rückgängig machen.

Alle Dateien, die man selbst auf dem Computer erzeugt, kann man auf dem Server und gleichzeitig automatisch ein zweites Mal auf dem Laptop in einem ident gehaltenen „Offline“-Ordner speichern. Der Ordner wird automatisch synchronisiert, wenn der Laptop wieder mit dem Netzwerk verbunden ist. Im Vorjahr sorgte dieses Feature für Aufregung, als ein Softwarefehler bekannt wurde, der zu Datenverlust führen konnte. Mittlerweile hat Microsoft diese Schlappe bereinigt.

Übers Internet ansprechbar

Das dritte interessante Feature ist die Möglichkeit, den Server übers Internet anzusprechen. Man erhält dazu von Microsoft eine eigene Webadresse. Nach Eingabe des Passworts sind alle Dateien lesbar, kopierbar und druckbar – nie wieder eine Datei „leider nicht dabeihaben“. Feature vier: Der Home Server kann überall im Heimnetz Videos, Fotos und aufgezeichnete TV-Sendungen bereitstellen. Über Zusatzprogramme ist es möglich, diese Daten Freunden im Internet ohne Passwort zugänglich zu machen.

FAZIT: Home Server
Gefällt: einfaches Handling, übers Internet ansprechbar

Gefällt nicht: Softwarefehler erst nachträglich behoben

hightech@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 07.03.2008)

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Artikel kommentieren Kommentieren BookmarkBookmarken bei [Was ist das?]

Als Gast kommentieren

...oder einloggen um als registrierter Benutzer zu kommentieren (Vorteile dieser Variante)

*... Pflichtfelder

Sicherheitscode
(Was bringt das?)*


Schwer lesbar?
Neuen Code generieren

Verbleibende Zeichen

Schlagzeilen Tech

  • Apple: SMS-Sicherheitsleck im iPhone bestätigt
    Im SMS-Programm von Apples Kult-Handy steckt eine gefährliche Schwachstelle. Angreifer könnten ihre Opfer über das iPhone abhören und lokalisieren. Einen Patch soll es erst Ende des Monats geben.
    Windows 7: Microsoft plant "Familienlizenz" für drei PCs
    Windows 7 könnte es ab Oktober auch in einer Familienversion geben, die auf drei verschieden Rechnern in einem Haushalt installiert werden darf. Auch Apple bietet solche Familien-Pakete.
    Twitter: Beobachter können gekauft werden
    Wer sich auf Twitter unbeachtet fühlt und lieber mit einem großen Publikum protzen möchte, kann "Followers" zukaufen. Das Unternehmen USocial bietet Pakete von bis zu 100.000 Abonnenten.
  • Kids sind im Web zu freigiebig mit ihren Daten
    Die Herausgabe von persönlichen Daten ist bei einer Studie auf Platz eins der größten Web-Risiken für Kids in Europa gelandet. Gefolgt von Kinderpornos, Gewaltinhalten und Mobbing.
    Robocup 2009: Der Mensch ist Zuschauer
    Ob auf dem Spielfeld, zu Hause oder auf hoher See – die Roboter zeigen, was sie können. Die TU Graz hat den Robocup, den weltgrößten Roboter-Fußball-Bewerb, erstmals nach Österreich geholt.
    IP-Telefonie: Telefonieren ohne Telefonnetz
    Telefonieren im Web lockt Private und Unternehmen. Dank Flatrate und immer höherer Bandbreiten macht Skype nicht nur dem traditionellen Festnetz Konkurrenz, sondern wird zunehmend auch auf Internethandys genutzt.
  • The Pirate Bay will Nutzer fürs Filesharing bezahlen
    Der neue Besitzer der weltgrößten Filesharing-Plattform will die Rechteinhaber mit Geld zufrieden stellen, das Pirate-Bay-Nutzer zuvor verdient haben. Was übrig bleibt, dürfen die Nutzer behalten.
    Facebook erleichtert Schutz der Privatsphäre
    Die weltgrößte Online-Community soll für Mitglieder leichter bedienbar werden. Kompliziert verstreute Einstellungen können künftig zentral vorgenommen werden.
    iPhone: Apple kämpft mit Kinderporno-Apps
    Eine neue Anwendung für das iPhone lässt minderjährige Mädchen bewerten. Entwickler haben Wege gefunden, den Prüfprozess von Apple zu umgehen und illegale Inhalte nachträglich "einzuschmuggeln".
  • EU kippt umstrittene Steuer auf Handys
    Die schwedische EU-Präsidentschaft hat am ersten Tag ihrer Amtszeit die Steuerpläne für TV- und Navi-Handys vom Tisch gefegt. Geplant waren Aufschläge von bis zu 14 Prozent.
    Firefox 3.5: Fünf Millionen Downloads in 24 Stunden
    Die neue Version des Internet-Browsers Firefox ist erfolgreich gestartet. Bis Mittwoch-Abend wurde er bereits rund fünf Millionen Mal geladen. In Österreich immerhin rund 50.000 Mal.
    Windows Mobile 6.5 landet Ende September bei A1
    Das lange erwartete neue Windows für Smartphones kommt im Herbst auch nach Österreich. Das Touchscreen-Handy Omnia II von Samsung wird eines der ersten 6.5er-Modelle sein.