Seit ich einmal im Repaircenter eines großen Computerherstellers auf die Reparatur eines Laptops gewartet habe, betreibe ich Datensicherung: Ständig kamen Boten mit defekten Geräten, und ich hörte immer wieder nur ein Wort – Festplatte.
Microsofts kostenloses „SyncToy“ und andere Programme bieten schon viel Komfort. Ideal aber wäre, wenn Datensicherung für alle PC und Laptops zu Hause und im Home-Office ganz von selbst erfolgen würde, und das zum Preis zweier externer Festplatten. Zweites Kriterium: Ambitionierte Menschen sollten Aufbau und Einrichten selbst bewerkstelligen können, weniger Eingeweihte mit wenig Arbeitszeit eines Profis davonkommen.
Der Windows Home Server kommt diesen Anforderungen sehr nahe. Im Wesentlichen handelt es sich hier um ein Gehäuse, in dem eine oder meist mehrere Festplatten sowie ein Netzwerkanschluss und Wlan untergebracht sind und das mit einem speziellen Betriebssystem auf eine Aufgabe ausgerichtet ist: Daten zu sichern und im Heimnetz zu verteilen. Eine Reihe von Herstellern wie Fujitsu Siemens, HP, Maxdata, Medion und Chiligreen bieten solche Home-Server – Qual der Wahl! Ich würde nach folgenden Kriterien entscheiden: Schreib/Lesetempo der Festplatten, Geräuschpegel, und – ganz wichtig bei einem Computer, der Tag und Nacht laufen soll, Energieverbrauch.
Server holt Sicherung nach
Den Chiligreen-Home-Server auszupacken und an den Netzwerk-Router anzuschließen dauert fünf Minuten, das Aufspielen der „Connector“-Software per CD und USB-Stick weitere fünf, dann kennt der Server meine PC. Das Einrichten der Back-up-Optionen dauert noch einmal fünf Minuten. Nach einer Stunde ist alles geklärt: Immer um Mitternacht fertigt der Server von den Festplatten meines Laptops und meines Desktops eine vollständige Datensicherung an, also eine Eins-zu-eins-Kopie des gesamten Platteninhalts einschließlich Betriebssystem. Drehe ich am Abend alle EDV stromsparend ab, wartet der Home-Server auf seine zweite Chance. Sobald ich ihn und einen meiner Computer wieder einschalte, holt er die versäumte Datensicherung nach. Das geht sehr sparsam vor sich, ich kann gleichzeitig auf meinem 1,2 GHz langsamen einkernigen Pentium flüssig schreiben.
Drei monatliche, drei wöchentliche und drei Tagessicherungen stehen für den Restore zur Verfügung. Man kann also auch auf ältere Dateiversionen zugreifen und eine fehlgegangene Programm-Installation rückgängig machen.
Alle Dateien, die man selbst auf dem Computer erzeugt, kann man auf dem Server und gleichzeitig automatisch ein zweites Mal auf dem Laptop in einem ident gehaltenen „Offline“-Ordner speichern. Der Ordner wird automatisch synchronisiert, wenn der Laptop wieder mit dem Netzwerk verbunden ist. Im Vorjahr sorgte dieses Feature für Aufregung, als ein Softwarefehler bekannt wurde, der zu Datenverlust führen konnte. Mittlerweile hat Microsoft diese Schlappe bereinigt.
Übers Internet ansprechbar
Das dritte interessante Feature ist die Möglichkeit, den Server übers Internet anzusprechen. Man erhält dazu von Microsoft eine eigene Webadresse. Nach Eingabe des Passworts sind alle Dateien lesbar, kopierbar und druckbar – nie wieder eine Datei „leider nicht dabeihaben“. Feature vier: Der Home Server kann überall im Heimnetz Videos, Fotos und aufgezeichnete TV-Sendungen bereitstellen. Über Zusatzprogramme ist es möglich, diese Daten Freunden im Internet ohne Passwort zugänglich zu machen.
Gefällt nicht: Softwarefehler erst nachträglich behoben
hightech@diepresse.com
("Die Presse", Print-Ausgabe, 07.03.2008)

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