Eine "wundersame Vermehrung" ihrer Follower hat die deutsche CDU auf Twitter erlebt. 22.110 Nutzer folgen @cdu_news derzeit. 5000 davon kamen innerhalb von nur drei Tagen dazu. Nutzer aus unterschiedlichsten Ländern von Indien bis Venezuela klickten von 26. bis 29. April auf den "Folgen"-Button.
Aufgedeckt hat den Fall der ZDF-Blogger Jens Schröder. Er erstellte eine Verlaufskurve für den CDU-Account und bemerkte den sprunghaften Anstieg. Die 5000 neuen User vom April haben nach seinen Recherchen kryptische Namen und sind auf Twitter kaum aktiv. Für den in den drei April-Tagen erreichten Zuwachs habe die Partei zuvor über ein halbes Jahr benötigt.
"Die Indizien zeigen deutlich: Diese Twitter-Accounts sind Fakes", schreibt Schröder. Im Verdacht sieht er das Unternehmen "Social Media Combo", die Twitter-Follower, Facebook-Freunde und Youtube-Video-Views vermitteln soll.
CDU ließ Anmeldungen löschen
Nun steht der Verdacht im Raum, die CDU könne die Follower gekauft haben. Die Partei bestreitet das. Auf Schröders Anfrage hin gab sie sich "überrascht". Via Twitter erklärte sie: "Die CDU Deutschlands hat zu keinem Zeitpunkt und für keines ihrer Angebote den Kauf von Followern beauftragt oder veranlasst." Man habe Twitter wegen des ungewöhnlichen Anstiegs der Follower-Zahlen im April mit der Überprüfung und gegebenenfalls Löschung der Anmeldungen beauftragt. "Die entsprechenden Löschungen" seien bereits erfolgt.
In Österreich war SP-Bundeskanzler Werner Faymann im Herbst mit einem ähnlichen Vorwurf konfrontiert: Auf seiner Facebook-Seite tauchten "Freunde" mit gefälschten Accounts auf; mindestens 3000 solcher Profile wurden daraufhin gelöscht. Faymanns Web-Team erklärte damals, offenbar hätten unbekannte Dritte die falschen Freunde "spendiert".
(Red.)
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