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Europe vs. Facebook: Behörde lässt Studenten abblitzen

31.07.2012 | 08:12 |   (DiePresse.com)

Wiener Studenten haben in Irland ein Verfahren gegen Facebook angeregt. Das Verfahren läuft, Beiträge der Initiative sind aber nicht mehr erwünscht.

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Die Initiative "Europe vs. Facebook" ist bei der irischen Datenschutzbehörde abgeblitzt. Die Gruppe um den Wiener Studenten Max Schrems hatte ein Verfahren gegen Facebook angeregt, da sich das Unternehmen ihrer Ansicht nach nicht an europäisches Datenschutzrecht halte. Zuständig ist Irland, da sich dort der europäische Firmensitz des US-Konzerns befindet. Tatsächlich hat die zuständige Behörde auch ein Verfahren eingeleitet, um die Einhaltung der europäischen Richtlinien zu prüfen. Den Studenten ging das Verfahren aber nicht weit genug. Nach einem regen Briefwechsel hat die Behörde deutlich gemacht, nun nichts mehr hinzuzufügen zu haben und keine weiteren Gespräche zu wünschen - per SMS, wie der Wiener Student betont. 

"Es geht nicht um 'Europe vs. Facebook'"

Die gesamte Korrespondenz mit der Behörde hat Schrems auf der Website der Initiative veröffentlicht. In einem Brief vom 23. Juli stellt die Behörde klar, dass es bei der Anhörung lediglich um eine generelle Prüfung gehe, ob sich Facebook an die Datenschutzgesetze von 1988 und 2003 halte. Es sei zu keinem Zeitpunkt um die Beschwerden von "Europe vs. Facebook" gegangen, obgleich sich die Kritik in einigen Bereichen mit dem Verfahren überschneide. Einer der Hauptbeschwerdepunkte der Initiative ist, dass Facebook Daten nicht lösche, sondern lediglich verberge.

"Faires Verfahren unmöglich"

Schrems fühlt sich von der Behörde ungerecht behandelt. Die Behörde erfinde Regeln für Prozesse und gewähre keine Akteneinsicht. Ein faires Verfahren sei dadurch unmöglich, ist auf der Website zu lesen. Nach der jüngsten Korrespondenz zweifle man auch daran, dass der zuständige Beamte unvoreingenommen entscheiden könne. Aufgeben will Schrems nicht. "Wir sprechen mit unseren Anwälten und werden kommende Woche nach Irland fliegen", steht auf der Website.

Derweil arbeiten die irischen Datenschützer an einem Bericht darüber, ob Facebook die Ende 2011 von der Behörde empfohlenen Schritte umgesetzt hat. Die Überprüfung sei bereits zu Ende, der Bericht dauert aber ein wenig länger als angekündigt. Statt Ende Juli, ist nun ein Termin im September oder Oktober geplant, sagte ein Sprecher auf Nachfrage der Presseagentur dpa. Nach Gesprächen mit dem Data Protection Commissioner hatte sich Facebook im Dezember bereiterklärt, besser über seine Gesichtserkennungsfunktion zu informieren und von den Nutzern gelöschte Daten schneller von seinen Servern zu entfernen. Auch bei der Weitergabe von Informationen an die Anbieter von Facebook-Apps sollte mehr Transparenz walten. Die Untersuchung ging unter anderem auf eine Beschwerde der Gruppe "Europa-v-Facebook" zurück

 

(sg)

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6 Kommentare
Gast: Desillusionierte Generation
01.08.2012 00:58
0 0

Vortrefflich, daß mit dieser an totalitäre Regime erinnernde Vorgangsweise von Behörde & Facebook alle naiv-freizügigen FB-User aufgeschreckt werden


Deutlich erkennbar wird dadurch die perfide Doppelstrategie von Facebook:

- Zuckerberg fungiert für den wirtschaftlichen Arm von FB als geschäftstüchtig-gerissener Smiley=Sympathieträger für die Öffentlichkeit, der "nur" aus der ihm freiwillig frei Haus gelieferten Daten-Goldmine durch geschickte Datenvermarktung für die Werbewirtschaft völlig harmlos(?) Profite zockt. Als freundlich-sympathisch anmutendes Spiegelbild seiner naiv-freizügigen Zielgruppe wirkt er mit verführerischen Schalmeientönen als deren Rattenfänger.

- Dahinter verbirgt sich klammheimlich die böse (?) sicherheitspolitische geostrategische Fratze des alle(s) ausspionierenden US-Geheimdienstes, der auf diese charmante, verführerische Weise das Psychoprofil samt intimster Details aller FB-User nebst Gesichtserkennungsdaten, Bewegungsprofil (Handyortung!), Konsumverhalten (Kundenkarten), Einkommensverhältnisse & Bankdaten (Kreditkarte), Freundeskreis und deren Freundeskreis, sensible Gesundheitsdetails über die bald elektronischee-Card, Wohnort (Google StreetView) und unendlich vieles mehr in Echtzeit kostengünstigst zur Auswertung erhält.

Jedem Halbintelligenten sollte vor FB schaudern, denn niemand weiß, wofür dieser Datenschatz irgendwann mißbraucht werden kann. Jedes noch so harmlose Detail könnte im Ernstfall gravierende bis tödliche Auswirkungen haben.

Verdienst der Wiener Studenten ist es, das wahre Gesicht von FB seinen allzu leichtfertigen Usern vorzuführen.

Mißtrauen veranlaßt Selbstschutz.


Gast: geld
31.07.2012 11:06
0 0

geld regiert die welt ...

... dies zeigt sich hier wieder sehr stark. die iren brauchen geld (stichwort finanzblase) und lassen sich von facebook kaufen. ist ja auch klar. denn wenn facebook wirklich vom cia gegründet worden ist und zahlreiche user freiwillig ihr leben, ihe identität und fotos dort preisgeben, ohne dass sich geheimdienste anstrengen müssen, dann wird man viel dagegen tun, dass facebook seine macht nicht verliert.
es ist alles so klar wie klossbrühe!

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ich vermute

mal es wird Anweisungen von oben geben Facebook nicht zu hart anzufassen. Irland möchte offensichtlich nicht den FB Sitz verlieren.

Gast: Ein Gastkommentar
30.07.2012 14:52
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Mir kommt vor, dass diese Studenten mehr Mut als die meisten Politiker haben


Antworten Gast: ovi
31.07.2012 07:58
2 0

Re: Mir kommt vor, dass diese Studenten mehr Mut als die meisten Politiker haben

mehr Hirn vielleicht auch?

wahrscheinlich liegt's bei den Politikern aber nur am "Partei-frisst-Hirn-Syndrom", die meisten sind nämlich nicht von Haus aus so dämlich


Antworten Gast: Hmm.
30.07.2012 16:03
7 1

Re: Mir kommt vor, dass diese Studenten mehr Mut als die meisten Politiker haben

Das ist allerdings auch nicht besonders schwer.