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Facebook startet App-Zentrum weltweit, verärgert Entwickler

02.08.2012 | 13:50 |   (DiePresse.com)

Facebook hat nun einen Sammelplatz für Apps, die in Facebook selbst, im Browser oder auf Smartphones laufen. Nicht alle Entwickler sind willkommen.

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Facebook hat sein "App Center" nun weltweit freigeschaltet. Die hierzulande "App-Zentrum" getaufte Funktion ist Teil von Facebook und bietet einen Platz für Apps von Drittanbietern. Damit sind erstmals nicht nur Anwendungen und Spiele in Facebook selbst gemeint, sondern auch Smartphone-Apps mit Facebook-Anbindung. Will man eine solche App im App-Zentrum installieren, wird man in den jeweiligen Appstore von iPhone bzw. Android weitergeleitet. 

Mit dem App-Zentrum will Facebook seine Position am Smartphone-Markt stärken, die als wunder Punkt des Unternehmens gilt. Nach wie vor gelingt es Facebook nicht, aus der steigenden Anzahl mobiler Nutzer Geld zu schlagen. Entwicklern, die von der Reichweite von Facebooks App-Zentrum profitieren wollen, knöpft die Firma nun einen Obolus ab. Dementsprechend betont Facebook auch gerne die Offenheit der Plattform und lädt alle Entwickler ein, Teil davon zu sein. Dass das in der Praxis offenbar nicht ganz so ist, zeigt der Fall von Dalton Caldwell. 

Keine Konkurrenz erwünscht

Der im Silicon Valley bekannte Entwickler bastelt bereits seit längerer Zeit an einer Anwenung für Facebook, an der auch das Social Network wiederholt Interesse gezeigt habe, schreibt er in einem offenen Brief an Facebook-Gründer und -Chef Mark Zuckerberg. Offenbar handelt es sich bei Caldwells Projekt aber um ein direktes Konkurrenzprodukt zum App-Zentrum, das Facebook schließlich selbst entwickelte. Der zuständige Manager hat dem Entwickler offenbar mit Konsequenzen gedroht, sollte er nicht zu Facebook wechseln wollen und seine App abdrehen. "So sehen doch keine Übernahme-Verhandlungen aus", schreibt Caldwell. Und, so meint der verärgerte Entwickler, es handle sich nicht um einen Einzelfall. "Dein Unternehmen, und Twitter auch, hat bewiesen, dass es die Nutzer und unabhängige Entwickler verarschen will, alles im Namen der Werbeeinnahmen", fügte Caldwell hinzu. Er habe kein Vertrauen mehr, dass sich diese Entwicklung aufhalten lasse. Deshalb sei er entschlossen nie wieder eine Zeile Programmcode für "zutiefst verdorbene Plattformen" wie Facebook oder Twitter zu schreiben.

Von Facebook gab es zunächst keine Reaktion auf den Offenen Brief. Dafür meldete sich der hochrangige Google-Manager Vic Gundotra zu Wort. Sein Unternehmen sei kritisiert worden, dass es noch keine Schnittstelle zum Sozialen Netzwerk Google+ bereitgestellt habe, an die Entwickler dann eigene Anwendungen andocken könnten. Gundotra betonte aber, dass Google bei der Bereitstellung von Software-Schnittstellen (APIs) den Entwicklern die Zuversicht vermitteln wolle, "dass die Innovationen, die sie bauen, eine langfristige Perspektive haben". "Ich bin nicht daran interessiert, Entwickler hinters Licht zu führen", schrieb Gundotra.

(APA/dpa/Red. )

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