Praktisch jeder Haushalt mit Internetanschluss beherbergt einen Router, der die Bits und Bytes aus dem DSL- oder TV-Kabel an die verschiedenen Geräte – PC, Tablet, Spielkonsole, Fernseher – verteilt. Die Geräte, die die Internet-Provider ihren Kunden standardmäßig zur Verfügung stellen, erfüllen zwar die Grundbedürfnisse der meisten Anwender, wer mehr aus seinem Heimnetzwerk herausholen möchte, kommt aber meist nicht um die Anschaffung eines eigenen Routers herum.
Die Fritz!Box von AVM etwa dient nicht nur als Internet-Router, sondern ist auch eine Telefon-Nebenstellenanlage, die alle Stücke spielt und die herkömmliche Festnetztelefonie sowie Voice over IP gleichzeitig unterstützt – Fax und Anrufbeantworter inklusive.
Fallback über Mobilfunk
Außerdem bietet der Router die Möglichkeit, einen UMTS-Stick an die Box anzuschließen und damit eine sogenannte Fallback-Lösung zu realisieren: Wenn das Festnetzinternet ausfällt, kann automatisch über das Handynetz weitergesurft werden. Ein USB-Anschluss erlaubt, den Router mittels externer Festplatte zum Multimedia-Server aufzurüsten, der freigegebene Ordner in einer privaten Cloud zur Verfügung stellt. Die Fritz!Box ist in verschiedenen Ausführungen zu haben, der Preis bewegt sich, je nach Leistungsumfang, zwischen 120 und 250 Euro.
Während die derzeitigen Fritz!Boxen noch auf die herkömmliche WLAN-Technologie mit einer Übertragungsrate von bis zu 300 Megabit pro Sekunde setzen, liefern einige Hersteller bereits die ersten Geräte aus, die die neue 802.11ac-Technologie unterstützen. Dieser Standard, der auch gern als 5GWiFi bezeichnet wird, ist zwar offiziell noch nicht hundertprozentig abgesegnet, die Industrie rechnet allerdings nicht damit, dass es bei der neuen Norm noch zu relevanten Änderungen kommen wird. Theoretisch sind durch die gleichzeitige Nutzung des klassischen 2,4-GHz-Frequenzbandes und des Fünf-GHz-Bandes bis zu 1750 Megabit pro Sekunde möglich – genug etwa für 3-D-Videoübertragungen. Das System ist abwärts kompatibel, sodass auch WLAN-Geräte der früheren Generationen in das Netzwerk eingebunden werden können.
Noch wenige Empfänger
Dies ist auch notwendig, denn bis jetzt gibt es kaum Endgeräte, die den 802.11ac-Standard unterstützen. Deshalb will Netgear im Herbst einen USB-Adapter auf den Markt bringen, mit dem vorhandene PCs und Notebooks auf das superschnelle WLAN nachgerüstet werden können. Schönheitsfehler: Der am weitesten verbreitete Anschluss USB 2.0 schafft höchstens 480 Megabit pro Sekunde und wird damit zum Flaschenhals im Hochgeschwindigkeitsnetz.
Routerseitig hat Netgear schon jetzt den etwas mehr als 200 Euro teuren Dual-Band-Router R6300 in seinem Programm, der den WLAN-Standard der fünften Generation in seiner vollen Leistung ausreizt, später im Jahr soll mit dem R6200 noch eine etwas langsamere, dafür aber auch billigere Version auf den Markt kommen.
Auch Belkin kündigte bereits den Einstieg in die Dual-Band-Router der jüngsten Generation an, wobei das Einstiegsmodell AC1000DB auf diversen Online-Plattformen bereits um unter 170 Euro gelistet ist. D-Link nimmt den 802.11ac-Markt mit seinem Cloud Router DIR-865L in Angriff, der insbesondere für den Aufbau von eigenen Private-Cloud-Lösungen optimiert ist. Der Preis liegt bei rund 250 Euro. Buffalo hat seine neue Airstation AC1800 ebenfalls mit der neuen 5GWiFi-Technologie ausgestattet, im Web ist das Gerät ab 150 Euro zu finden.
Der 175 Euro teure RT-AC66U von Asus ist ebenfalls bereits im Handel. Wie die Fritz!Box kann er mit einem UMTS-Stick auch als 3G-Router benutzt werden, ist also auch für den Aufbau von mobilen Netzen abseits eines festen Internetanschlusses – zum Beispiel bei Veranstaltungen, aber auch auf der Gartenparty oder im Urlaub – geeignet.
Der WLAN-Standard IE802.11 ac ist zwar noch nicht offiziell, namhafte Hersteller unterstützen ihn aber bereits. Theoretisch sind 1750 Mbs möglich.
Damit können mehrere Nutzer im selben Netz gleichzeitig anspruchsvolle Aufgaben wie Video- oder Musikstreaming durchführen. Für das reine Surfen ist der Geschwindigkeitsvorteil irrelevant.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 16.08.2012)
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