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Manfred Spitzer: "Unsere Kinder verballern ihre Jugend"

30.08.2012 | 18:21 |  Von Karl Gaulhofer (Die Presse)

Zu frühe Internetnutzung macht dumm, süchtig und psychisch krank: Mit seinem Buch "Digitale Demenz" legt sich der deutsche Hirnforscher Manfred Spitzer mit Medienpädagogen und Politikern an.

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Die Presse: Wie hält es denn ein rabiater Kritiker digitaler Medien privat mit ihrer Nutzung?

Manfred Spitzer: Als unsere fünf kleinen Kinder immer gestritten haben, wer was gucken darf, haben wir den Fernsehapparat abgeschafft. Da gab es nur einen kurzen Zwergenaufstand. Wir haben auch nur einen Computer. Warum man eine PlayStation brauchen soll, hat mir nie eingeleuchtet.

Was ist für einen Hirnforscher so schlimm an der frühen und starken Nutzung digitaler Medien?

Unser Gehirn ändert sich ständig. Milliarden von Verbindungen zwischen Nervenzellen wachsen oder werden weggeräumt, wenn sie nicht gebraucht werden. Die Informationstechnologie nimmt uns geistige Arbeit ab. Das hat Folgen. Wenn man nur noch oberflächlich über Dinge nachdenkt, bleiben sie nicht mehr hängen. Wenn Sie mit dem Navi im Auto fahren, kennen Sie sich irgendwann nicht mehr aus. Je weniger „gebildet“ das Hirn in jungen Jahren wird, desto schneller erfolgt der Abstieg im Alter.

Die Technologie erspart uns stupides Auswendiglernen. Stattdessen trainieren wir komplexes Denken, das die Wissensgesellschaft braucht.

Das ist falsch! Man muss erst einmal das Einfache draufhaben, sonst können wir das Komplexe gar nicht lernen. Wer nicht Kopfrechnen kann, scheitert auch an der höheren Mathematik. Platz machen durch Auslagern: Das ist dummes Geschwätz!

Wir arbeiten die meiste Zeit am Computer. Da sollte doch die sinnvolle Nutzung digitaler Medien schon von früh an gelehrt werden.

Googeln lernt man nicht durch googeln. Nur durch solides Grundwissen können Sie in einer Suchmaschine die Spreu vom Weizen trennen. Stattdessen wird in der Schule Software gepaukt. Das ist völlig unsinnig, weil Microsoft-Produkte in fünf Jahren ganz anders sind. Kinder finden im Netz schnell zu Sex and Crime. Wir haben in Deutschland eine Viertelmillion Internetsüchtige und 1,4 Millionen, die stark gefährdet sind. Ich kenne als Psychiater die schweren Fälle, die 18 Stunden am Tag online spielen. Die verballern ihre Jugend, das ist schrecklich! Spiele wie „World of Warcraft“ werden bewusst so programmiert, dass sie süchtig machen. Da wird Leid erzeugt. Und dann zu sagen: Wir bringen den Kindern schon ganz früh bei, damit kritisch umzugehen – das ist unglaublicher Nonsens. Wir lassen auch keine Sechsjährigen Auto fahren.

 

Aber die Politiker empfehlen doch keine Killerspiele, sondern Lernspiele...

Kein Zehnjähriger will eine PlayStation, um damit Vokabel zu lernen. Damit wird geballert. Aber in einer Empfehlung des Gesundheitsministers zur Mediennutzung von Kindern kommt x-mal „PlayStation“ vor – das ist Werbung für Sony. Und es heißt: Manche machen es, manche nicht, und entsprechend gibt es Unterschiede in der Medienkompetenz. Es gibt null Studien, die so etwas behaupten! Aber Eltern, die das lesen, denken: Ein inkompetentes Kind will ich ja nicht haben, deshalb kaufe ich ihm eine PlayStation. Damit verschenken sie erwiesenermaßen schlechte Noten und Schulprobleme. Das ist skandalös!

Digitale Medien sind besser als Fernsehen. Ich lasse mich nicht berieseln, wähle Inhalte, kommuniziere, bestimme bei Spielen die Handlung.

Richtig: Wenn Sie beim Abknallen aktiver eingreifen, gibt es mehr Punkte. Aktiv Fehlverhalten einüben ist noch schlechter, als es passiv zu betrachten. Multitasking ist nichts anderes als eine Aufmerksamkeitsstörung. Und reale Kommunikation ist nachhaltiger als ihr Abklatsch im Netz. Beim Chatten fehlen Mimik und Gestik des Gegenübers.

Dafür gibt es längst Webcam und Skype...

Da haben Sie immer noch etwas weniger. Warum treffen wir uns in einem Kaffeehaus, statt zu skypen? Das hat doch einen Grund!

Mail, Chat und SMS: Jugendliche schreiben heute vermutlich mehr als je zuvor. Ist das nicht toll?

Manche Sprachforscher sagen, dass die Codes, die Jugendliche da verwenden, durchaus differenziert sind. Ich bin da skeptisch. Man kann zwar per Knopfdruck „Wow“ oder „Autsch“ sagen, aber eine differenzierte Schilderung meines subjektiven Erlebnisstroms ist da nicht geplant.

Schwarmintelligenz hilft, kollektives Wissen gemeinsam effizienter zu verarbeiten.

Ist es effizient? Wenn es darum geht, wie viel ein Ochse wiegt, komme ich mit aggregiertem Wissen weiter als ein einzelner Experte– einverstanden. Aber heute geht es doch um die Erfassung sehr komplexer Probleme. Das kann ein Schwarm, der irgendwann einmal etwas herausblökt, gar nicht leisten.

Träumen Sie von einer Welt ohne TV und Web?

Sicher nicht. Ich bin kein Medienhasser. Ich bediene auch keine ältere Klientel, die Angst vor allem Neuen hat. Aber ich weise als Arzt auf Nebenwirkungen hin. In den USA ist die Hälfte der Medienforscher Pessimisten. Bei uns ist offenbar die Lobby erfolgreicher.

Auf einen Blick

Manfred Spitzer (54) ist ein deutscher Hirnforscher und Psychiater. Bekannt wurde er durch die Fernsehserie „Geist und Gehirn“ und populärwissenschaftliche Bücher. Sein Versuch, aus der Hirnforschung Schlüsse für das richtige Lernen zu ziehen, ist umstritten. Mit seinem neuen Buch, „Digitale Demenz“, zog er sich den Zorn vieler Medienforscher zu. [Droemer]

("Die Presse", Print-Ausgabe, 31.08.2012)

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132 Kommentare
Antworten Antworten Gast: Der Artikel ist abzulehnen!
31.08.2012 22:20
0 3

Re: Re: Meine Wertung: Nichtgenügend!

Kein Mensch mit etwas Hirn kommt auf die Idee Schneeballschlachten zu verbieten mit dem Argument sie könnten das mit anderen Dingen dann fortsetzten.

Der Sommer ist vorbei, dennoch die Wasserspritzpistole als Übungsgerät für einen Massenmord zu sehen ist ebenso krank...

Klar kann man Begründen das diese Dinge eine Vorbereitung zu einer Straftat anzusehen sind, dann aber bleibt die Frage offen ob bei dieser Paranoia es nicht gleich besser ist, Kinder zu verbieten?

Re: Re: Re: Meine Wertung: Nichtgenügend!

Wenn ich einem Kleinkind bereits ein Mordwerkzeug die Hand gebe, dann ist das krank. Aber das Bundesheer brauchte ja Soldaten, und sämtliche anderen Heere auf der Welt brauchen neues Kanonenfutter!

Gast: Umgang
31.08.2012 14:38
5 0

Umgang mit digitalen Medien

Natürlich muss man Kindern den vernünftigen Umgang mit digitalen Technologien vorleben!
Doch wieviele Erwachsene können dies?
Wie sieht der vernünftige Umgang aus?
Verbote und weg sperren von Geräten halte ich persönlich hierbei für einen schlechten Weg.
Und ich glaube kaum, dass Kinder, die noch im Wald auf Wiesen und Feldern toben können, lieber vor dem Fernseher sitzen oder Computer spielen.
Klar, ist im Frühjahr bis Herbst und wenn's nicht regnet am feinsten und wie sollen Kinder in unseren Betonhöllen die Kreisläufe der Natur und des Lebens verstehen lernen?) Vorm Fernseher und PC, am Kinderspielplatz? In den Grünflächen und Parks (Hundeklos)?

Einfach zu sagen unsere Kinder verballern ihre Jugend, ohne die Kinderleben im gesamten zu betrachten halte ich persönlich für genauso dumm, wie das Gegenteil zu behaupten.

Achja, fast vergessen "Goldman sucks" und die Dummheit unserer Politik verballert die Zukunft der Kinder! Keine Technologien!

Gast: asterix der gallier
31.08.2012 14:37
3 2

Wer in den USA 18 geworden ist,

hat 13.000 Stunden in der Schule verbracht und 25.000 Stunden vorm Fernseher. Dabei hat er 32.000 Morde und 200.000 Gewalttaten gesehen.
Bei einer Untersuchung von 2.500 Stunden Fernsehprogramm wurde festgestellt, das in 4% der Fälle gewaltfreie Konfliktlösungsmodelle angesprochen werden, dass in 50% der Fälle, Gewalt scheinbar keine Schmerzen verursacht und dass in 70% der Fälle der Gewalttäter keine Konsequenzen erleiden muss.
In einer Studie mit 700 Familien über 20 Jahre in einem ländlichen Teil der USA konnte eine Korrelation zwischen dem täglichen Fernsehkonsum der Kinder (Mädchen und Buben) und späteren kriminellen Aktivitäten nachgewiesen werden.

Antworten Gast: Handyman
31.08.2012 15:21
2 1

Re: Wer in den USA 18 geworden ist,

Bin mir sicher, dass sich dieses Beispiel auch mit alleinerziehenden Eltern, mit dem Bildungsgrad, mit dem IQ, mit dem sozialen Umfeld und und und der Eltern ebenso assoziieren lassen würde!

Daher eine Schwachsinnige Studie, ich gehe sogar noch weiter und behaupte, Sie haben es nicht gelernt Informationen zu bewerten und würden in einer Studie, die ich zusammen stellen, genauso abschneiden, wie ich es haben will!


2 0

Re: Re: Wer in den USA 18 geworden ist,

Aha, Sie urteilen über eine Studie, die Sie nicht kennen!

Antworten Antworten Antworten Gast: handyman
31.08.2012 20:55
0 1

Re: Re: Re: Wer in den USA 18 geworden ist,

Aha, Sie sind ein basher!

Antworten Antworten Gast: asterix der gallier
31.08.2012 19:24
1 0

Re: Re: Wer in den USA 18 geworden ist,

Gut, man kann sämtliche Studien in der Psychologie und in der Soziologie anzweifeln und diese Disziplinen, ebenso wie die Wirtschaftswissenschaften (die ja eigentlich als angewandte Soziologie bezeichnet werden können) als "Nichtwissenschaften" bezeichnen.
Es gibt dann sicher auch keinen Zusammenhang zwischen Alkoholkonsum und Verkehrsunfällen und keinen Zusammenhang zwischen Rauchen und Impotenz, denn medizinische Studien werden ebenfalls auf statistischer Grundlage erstellt.

Antworten Antworten Antworten Gast: handyman
31.08.2012 20:42
0 0

Re: Re: Re: Wer in den USA 18 geworden ist,

Mein Gedanke dahinter ist, dass es sicher auch darauf ankommt, warum einige Kinder mehr Zeit vor dem Fernseher verbringen.
Die Zusammenhänge von zuviel Monitor und Flimmern und Augenkrankheiten, Rauchen... zweifelt doch keiner an, auch nicht, dass Gewalt weder beim Fernsehen konsumiert oder in real life fürs weitere soziale Zusammenleben förderlich ist.

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: asterix der gallier
01.09.2012 16:30
0 0

Re: Re: Re: Re: Wer in den USA 18 geworden ist,

Wie können Sie von "einigen Kindern" reden.
Der durchschnittliche Fernsehkonsum von Kindern in Deutschland beträgt 3tunden und 20 Minuten. Da ist der Computerkonsum noch gar nicht eingerechnet(wird mit 2 Stunden täglich angenommen). Wenn die Kinder, die Sie kennen wesentlich weniger fernsehen, dann heißt das nur, das andere noch viel länger vor dem Fernseher hocken.
Und wenn der durchschnittliche Konsum schon so hoch ist, dann ist das ein gesellschaftliches Problem, egal in welchen Kreisen Sie verkehren und wie dort Kinder mit dem Fernsehkonsum umgehen.

Re: Re: Wer in den USA 18 geworden ist,

das die Gewaltbereitschaft und die brutale Ausübung derselben un tereinander und auch anderen gegenüber eine Qualität angenommen hat,die mit jener vor 50 Jahren nicht mehr vergleichbar ist ,ist unbestreitbar
wir sind soweit das sich in Städten viele alte Menschen nachts nicht mehr vor die Haustür wagen
das sollte zu denken geben und nicht mmit irgendwelchen Floskeln relativiert werden

Antworten Antworten Antworten Gast: handyman
31.08.2012 20:27
0 0

Re: Re: Re: Wer in den USA 18 geworden ist,

Solche Studien machen die Wissenschaften unglaubwürdig! Gewalttaten aufs Fernsehen zu reduzieren...
Und es gibt viele die bemängeln, dass in vielen Bereichen der Wissenschaft vieles zu reduziert betrachtet wird.
Doch wir glauben eben fast alles zu wissen, doch wenn es um ein "einfaches" Doppelpendel, Mandelbrot, Tesla,... geht wirds schnell ruhig...
Denn dann kommt das Totschlagargument:"Ohne schneller, höher, weiter, gibt es keine Forschung und keine Entwicklung der Menschheit"

Ich sehe es etwas anders, aber ich halte auch nicht all zu viel von "lifetimecycle-management" und anderen wirtschafts-"wissenschaftlichen" Verbrechen an der Allgemeinbevölkerung.

naja

im prinzip wird manches stimmen, was in dem buch steht - aber ich denke auch viel falsches - ich hab bereits vor 25 jahren mit computerunterricht für 10-jährige begonnen - und ich glaub, die sind heute mit mitte 30 noch nicht dement. Soziale kontakte ? im nebenzimmer schreit mein sohn gerade in sein iphon, um sich über facetime mit seinem viele kilometer entfernt wohnden klassenkollegen zu unterhalten

Re: Oh-Ha!

Sie halten das für einen „sozialen“ Kontakt?

Sozial beinhaltet die Fähigkeit, sich für andere zu interessieren, sich einfühlen zu können, das Wohl Anderer im Auge zu behalten (Altruismus) oder fürsorglich auch an die Allgemeinheit zu denken. Aber es bedeutet auch, anderen zu helfen und nicht nur an sich selbst zu denken. (Quelle: WP)

Anschreien gehört nicht zu einem liebevollen Sozialumgang.

Wäre gescheiter, er würde die Folgen des Nachrichten konsums beleuchten!

Dann würde er feststellen, dass TV und PRINT ein ganzes Volk in den Wahnsinn treibt!

Was aber tun wenn es soweit ist?

Kenne bereits mehrere Jugendliche die tatsächlich bis zu 18 Stunden vor diversen Online Kampfspielen sitzen.

Diese haben sich von diversen sportlichen, sowie sozialen Aktivitäten zurückgezogen, und kommunizieren nur noch online.

Dazu bemerkte ich starken abfall der physischen Leistungsfähigkeit, und erhöhtes Agressions Potential, sowie vermehrte Isolation.

Erweitertes Angebot an Aktivitäten außerhalb der eigenen 4 Wände wird ungeprüft abgelehnt.

Auf der anderen Seite sehe ich bei Jugendlichen welche weniger im Internet unterwegs sind, die Tendenz sich sportlich stark zu engagieren, und mehr Interesse selbst Spitzensport zu betreiben.

Aber das sind nur persönliche Erfahrungen.


Gast: Johan C.
31.08.2012 11:52
5 1

Zuviele Reize!

Es ist erwiesen, daß Computer die falschen Reize liefern und vor allem viel zu viele. Und zuviele Informationen.

Versuchen Sie doch einfach mal, eine Woche komplett ohne Technik zu leben - sie werden sehen, daß Sie mit der Zeit alles anders wahrnehmen. Auf einmal Dinge bemerken, die sie vorher übersehen haben.

Wir stumpfen durch die Technik immer mehr ab, wir verblöden, wir vereinsamen, werden immer bequemer, immer unsportlicher und verlernen die einfachsten Instinkte.

Machen Sie einmal Urlaub in einem echt armen Land - sie werden sehen, daß dort die Menschen mit viel weniger oft viel glücklicher sind als wir!

what if i told you

das es auch spiele gibt von denen man etwas lernt und die trotzdem Spaß machen. Portal, Minecraft, .... haben mir eine ganz neue Denkweise gelehrt, die mir in der Schule eher Gute Noten bringt als schlechte.

Es sieht so aus,

als ob man nur noch mit Extrempositionen in unserer Medienlandschaft Aufmerksamkeit erregt (z.B. Sarrazin, Eva Hermann, ..) - schade eigentlich!

Zitat: " Multitasking ist nichts anderes als eine Aufmerksamkeitsstörung!"

Coole Aussage...

Antworten Gast: asterix der gallier
31.08.2012 13:52
3 0

Re: Zitat: " Multitasking ist nichts anderes als eine Aufmerksamkeitsstörung!"

Wikipedia meint dazu:
"Wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass die Effizienz beim Bearbeiten verschiedener Aufgaben abwechselnd in kurzen Zeitabschnitten im Vergleich zur seriellen Bearbeitung sinkt. Besonders deutlich werden die Grenzen der gleichzeitigen Informationsverarbeitung angesichts der Reizüberflutung unserer Umwelt. Das Gehirn filtert Informationen automatisch auf eine vom Menschen wahrnehmbare Menge. So kann bei einem Telefongespräch im Auto der Sehsinn auf den sogenannten „Tunnelblick“ reduziert werden, diese Einschränkung kann sogar nach dem Telefonieren noch für einige Minuten bestehen bleiben.[4] Die Reaktionsfähigkeit ist bei gleichzeitigen Tätigkeiten verringert, verstärkter Stress kann ebenfalls die Folge sein."

2 2

Muss vollkommen widersprechen

Wie schon (zum Glück) einige Leser kommentiert haben, ist dieser Artikel nur Kritik von der bekannten Sorte "Oh nein, die neue Generation ist nicht so wie wir!"
Dieser Hirnforscher sollte sich mal das Buch "The Shallows" von Nicholas Carr durchlesen, da werden viele seiner Punkte widerlegt.
Die Probleme, die hier angesprochen werden, haben ihren Ursprung eher im Bildungssektor und durchaus in der Globalisierung als im Internet. Ich bin z.B. auch nicht einverstanden mit der Sprachverarmung und den überflüssigen Anglizismen, aber da kann man genauso gut Hollywood die Schuld dafür geben, weil dieser Prozess schon seit Jahrzehnten stattfindet.
Was die "Schwarmintelligenz" mit Verdummung zu tun haben soll, ist mir ein Rätsel. Es hat früher auch schon (kontraproduktive) Besprechungen mit Brainstorming gegeben; das ist nur die logische Weiterentwicklung davon...

Gast: superquant
31.08.2012 10:23
5 1

Komisch

Tja das Zitat:
Wer nicht Kopfrechnen kann, scheitert auch an der höheren Mathematik

Ist meiner Meinung falsch. Bei uns auf der TU hat man sich immer über uns Mathematiker lustig gemacht, dass wir meist schlechte Kopfrechner waren / sind.
Wobei man natürlich relativeren muss, wenn man garkein Zahlenverständnis hat kann man sicher nie höhere Mathematik betreiben.

Gast: Unsinn
31.08.2012 10:06
6 2

Nur Extreme

Warum werden immer nur ein paar extreme herausgegriffen und nie auf den großen breiten Durchschnitt geschaut!
Dass sich jemand mit einem Hobby exzessiv beschäftigt hat es schon immer gegeben und hat immer schon zu Defiziten an anderer Stelle geführt.
In den 50 iger und 60iger war es das viele "blöd randalierende" Musik hören der jungen Leute um dann in den nächsten Jahrzehnten vom exzessiven Fernsehen und in weiterer Folge vom Computerspiele, dann vom Internet, dann vom Handy, dann....., dann... abgelöst zu werden. Und immer gibt es Leute wie den herrn hier die der Meinung sind das ist schlecht und verbietet es seinen Kindern ohne zu bemerken, dass sie damit sozial isoliert werden, wenn sie sich mit den dingen der Zeit nicht auskennen dürfen.
LIMITIEREN UND DEN UMGANG BEIBRINGEN SIND DIE STICHWORTE UND NICHT VERBIETEN!

1 3

falsch

es ist wesentlich besser und gesuender zu spielen als mit politikern, psychologen oder medien oder eltern oder lehrern zu tun zu haben fuer kinder und ich denke die wissen das. es ist gut so!

Gast: bloßso
31.08.2012 09:38
5 1

alte lied

Es is wiedermal das alte Lied der "baller Spiele" ... welch Überraschung wenn Kinder und Jugendliche 14 Stunden pro Tag vor dem PC sitzen is das nicht gut! Aba geh wirklich.......

Wie schon oft hier geschrieben gibt es nur wenige Dinge die in exzessiven Ausmaß gut für die Entwicklung eines Kindes sind, deswegen find ich es lächerlich sich auf ein Thema einzuschießen und nur die negativen Aspekte aufzuzählen! Letzten endes kommt es doch auf die Eltern und deren Erziehung an und nicht darauf ob es Zuhause einen PC/TV gibt oder nicht!

schreit da wieder einer untergang des abendlandes?

ich gebe zu, meine erste reaktion auf diesen artikel war zustimmung. es könne doch nicht gut sein, wenn kinder 10 stunden am tag vor einem bildschirm lümmeln und ballern ...

aber pauschalurteile bringen nichts. hat spitzer breite wissenschaftliche studien vorzuweisen? die heutige 40plus-generation wuchs noch ohne pc auf und man kann nicht behaupten, dass sie sich durch besondere intelligenz oder weisheit hervortut. blenden, abzocken, materiellen gütern hinterher jagen! das soll gescheit sein?!?

zur verdummung gehören sicher mehr faktoren: chips, junkfood, privatfernsehen, orf, boulevardblätter, bewegungsarmut, schlafmangel, soziales umfeld ... auf den mix kommt es an!

und denkt man weiter nach, fallen einem sicher dutzende andere "dumme" freizeitbeschäftigungen ein. wenn mädchen stundenlang shoppen oder sich schminken (es soll heute auch burschen geben, die das lieben) wird das den iq auch nicht zwingend steigern ...

oder das lesen. ja! sogar stundenlanges lesen kann schlecht für die entwicklung sein. hängt halt von der lektüre ab. wer NUR und zu lang tolkien oder ähnlichen reaktionären phantasy-schmus liest, wird sich auch eher zum dogmatischen schwarz-weiß-maler als zum weisen empiriker entwickeln ...

ich persönlich habe mit exzessivem sporteln meine zeit verplempert. gescheit?

wie man sieht, muss man furchtbar differenzieren! ich finde diese kulturpessimistischen zeitgeist-wellenreiter langsam wirklich fad.

Antworten Gast: asterix der gallier
31.08.2012 14:16
1 1

hat spitzer breite wissenschaftliche studien vorzuweisen?

In einer Studie,die im Jahre 2004 erschienen ist (2623 Kinder) wurde ein Zusammenhang zwischen dem Fernsehkonsum im Alter von 3 Jahren und Aufmerksamkeitsstörungen im Alter von 7 Jahren festgestellt.
Fernsehkonsum im Alter von 3-5 korreliert eindeutig mit Lese- und Rechtschreibschwächen im Alter von 6-9.
Deutsche Kinder sehen im Schnitt 3h20min pro Tag fern. Dazu kommt noch ein geschätzter Computerkonsum von im Schnitt 2 Stunden täglich.
Bei einer Studie in den USA wurden 2 Schulen beliebig ausgewählt. In einer Schule wurde der private Fernsehkonsum der Kinder um 5 Stunden pro Woche reduziert. Nach einem halben Jahr war das durchschnittliche Körpergewicht und das Agressionspotential messbar gesunken.
Denken Sie wirklich, ein Neurowissenschafter verbreitet hier seine private Meinung, ohne sie durch zahlreiche Studien stützen zu können?
*Kopfschüttel*

Antworten Antworten Gast: Kaspar Hauser
01.09.2012 08:52
0 1

Re: hat spitzer breite wissenschaftliche studien vorzuweisen?

Von da bis zur Aussage "Computerspiele machen aggressiv" ist es aber ein weiter Weg. (Wer das behauptet, hat übrigens keine Ahnung von Computerspielen.)

Antworten Antworten Antworten Gast: asterix der gallier
01.09.2012 16:35
0 0

Re: Re: hat spitzer breite wissenschaftliche studien vorzuweisen?

Wovon reden Sie eigentlich?
Im ganzen Interview kommt weder das Vokabel Computerspiel, noch das Vokabel aggressiv vor!
Lesen Sie zuerst das Interview und posten dann anschließend!

6 1

Re: schreit da wieder einer untergang des abendlandes?

muss ihnen eigentlich recht geben, ABER tolkien is kein "schmus" :D

Re: Re: schreit da wieder einer untergang des abendlandes?

ok, ist geschmackssache.

ich habs seinerzeit bald aufgegeben: die mischung aus langatmigkeit, geist- und humorlosigkeit fand ich unerträglich. nix für ungut.

1 0

Bitte nicht sofort die Reflexe schiessen lassen!

Die Hirnforschung hat gezeigt, welche bedeutende Rollen die kindlichen Beziehungen und die kòrperlichen Erfahrungen auf die Gehirnentwicklung haben...

Bin mit den Ansichten von Hirnforscher Spitzer auch nicht ganz einverstanden, aber ...

... aber zu frühe und massive Nutzung von digitalen Medien kann meiner Ansicht nach auch dazu führen, dass das Erlernen von schreiben und lesen einfach zu kurz kommt.

Siehe den Artikel mit dem Titel "Bekämpfung des Analphabetismus bei Jugendlichen - eine Herausforderung für Europa" auf der Seite der EU-INFOTEHK unter http://www.eu-infothek.com/article/bekaempfung-des-analphabetismus-bei-jugendlichen-eine-herausforderung-fuer-europa !

Das Problem: heute muss man alles gut drauf haben, um vorne mit dabei sein zu können: schreiben, lesen, ballern usw.

Große Herausforderung für die Jungen!

2 1

Re: Bin mit den Ansichten von Hirnforscher Spitzer auch nicht ganz einverstanden, aber ...

Ja, das ist richtig. Ohne Ballern geht es gesellschaftlich schlecht als Kind. Ganz ohne Fernsehen ist auch nicht optimal.

soviel

Schwachsinn in sowenig Zeilen liest man selten. hut ab!

3 2

Re: soviel

Ja, Sie haben aber immerhin 10 Worte gebraucht!

Als die Menschen in der Antike

SCHREIBEN und LESEN lernten,gab es sicher auch

VIELE steinzeitliche Hinterwäldler,

die diese damals moderne Technologie

mit komischen Schrift-Zeichen auf Tontafeln oder Papyri verteufelten

und nur die mündliche Überlieferung

als natürlich-menschliche

Kommunikation in einer Gruppe akzeptierten.

Antworten Gast: Goonbeeingstupid
31.08.2012 06:56
3 1

Re: Als die Menschen in der Antike

Ja sie haben ja eh Recht. Aber: Die Römer wussten z.B. von den nicht schriftkundigen Kelten, dass diese im Vergleich zu ihrer eigenen Bevölkerung ein phänomenales Gedächtnis besaßen, da sie wichtige Zusammenhänge im Kopf behalten mussten und mündlich weitergaben. Ich weiss es ist schwer damt umzugehen als Spiel oder Info junkie gesagt zu bekommen, das Gedächtnis altere vorzeitig. Es ist auch schwer als abhängiger Kettenraucher damit umzugehen, gesagt zu bkommen, der Organismus eines Rauchers altere vorzeitig und die Wahrscheinlichkeit Lungenkrebs zu bekommen ist 10x so hoch, gibt es doch den Ex BK Schmidt der 94 ist, klar denkt und noch immer raucht.

Re: Re: Als die Menschen in der Antike

Aber was hilft das beste Gedächtnis mit mündlicher Überlieferung,wenn es mit dem Körper stirbt und keine Informationen davon der Nachwelt in schriftlicher Form bzw.elektronischen Medien erhalten werden?

Viel Wissen der schriftlosen Kulturen ist deshalb für immer verschwunden.

Antworten Gast: asterix der gallier
31.08.2012 06:51
1 4

Haha

Es ist wirklich erfrischend, von Ihnen einmal einen richtigen Schwachsinn zu lesen!

bessern verballern als ver"link"t werden

the few

the proud

marines!

die pädagogische dimension des herren lässt sich an seinen taten messen:

kinder streiten ums tv-programm? fernseher weg. bravo! nebenbei: wie kann man schulprobleme "verschenken"?

wieder einer, der schulunterricht wie in den 80-ern haben möchte.

Antworten Gast: bloßso
31.08.2012 09:48
2 1

Re: die pädagogische dimension des herren lässt sich an seinen taten messen:

geben Ihnen da vollkommen Recht (bis auf den Schulunterricht der 80er, das kann ich nciht beurteiln)

es spricht nciht gerade für seine Kinder-Erziehung wenn er solche Probleme (TV-programm) auf diese Art löst, finde ich persöhnlich etwas drastisch und unbeholfen...
und auch das PC-Spiel-Konzerne an schlechten Noten schuld sind .... ja aber auch nur dann wenn ich als Elternteil mich nicht um die Schulausbildung der Kinder kümmere und sie mit der Entscheidung "PC oder Schule" alleine lasse!!

Antworten Gast: asterix der gallier
31.08.2012 07:11
1 0

Re: die pädagogische dimension des herren lässt sich an seinen taten messen:

Und wie war der Schulunterricht in den 80ern?
Übrigens: Wenn Sie "ver" aus dem Text streichen, dann werden Sie den Satz verstehen ;-)

Gast: Zeifel tut not
31.08.2012 01:55
1 4

Was ist Multitasking?

Der Begriff komme im obigen Artikel undifferenziert vor. Ich habe ihn eruiert:
http://en.wikipedia.org/wiki/Multitasking

Es handelt sich um keine Aufmerksamkeitsstörung sondern ist ein Begriff der Informatik.

Auf diese Weise wird polemisches Argumentieren ad absurdum geführt. Was nur gut ist!

2 0

Re: Was ist Multitasking?

Das Problem ist doch alt. Napoleon hat behauptet, er könne 2 Dinge gleichzeitig tun.

4 0

Re: Was ist Multitasking?

Wenn Sie den Begriff nicht nur nachschlagen können sondern auch verstehen würden, würden Sie wissen, dass damit gemeint ist, mehrere Aufgaben parallel zu erledigen.

Sie sind ein gutes Beispiel für das was er sagt.

Antworten Gast: asterix der gallier
31.08.2012 07:05
1 0

Re: Was ist Multitasking?

Dass der Begriff längst auch in anderer Bedeutung verwendet wird, ist bei Ihnen offensichtlich noch nicht angekommen.
Vielleicht versuchen Sie es unter folgendem Link und posten erst dann wieder, wenn Sie sich ordentlich informiert haben:
https://de.wikipedia.org/wiki/Multitasking_%28Psychologie%29

Antworten Antworten Gast: Zweifel tut not
31.08.2012 14:28
0 1

Re: Re: Was ist Multitasking?

Dort steht aber auch:
"Der Begriff ist wissenschaftlich noch nicht exakt definiert"!
Der technische Begriff ist gut etabliert. Multitasking (psychologie) ist eher Slang. Inwieweit ist es eine Aufmerksamkeitsstörung wenn man zwei oder mehrere Tätigkeiten ausführen kann?
In dem Artikel sind viele Behauptungen aufgeführt, vielleicht werden in dem auch Studien angeführt die die Behauptungen unterlegen.

Antworten Antworten Antworten Gast: asterix der gallier
01.09.2012 17:03
0 0

Re: Re: Re: Was ist Multitasking?

http://www.youtube.com/watch?v=eG8NEcGC9L0
Ab ca. 3min30 (wenn Ihnen die ganze Sendung zu lang ist) wird von Spitzer eine dementsprechende Studie vorgestellt

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