Die deutsche Bundesregierung ist sich einig: Sie will ein Leistungsschutzrecht für Zeitungsverlage einführen. Künftig sollen Suchmaschinenbetreiber für jeden Zeitungsartikel, den sie im Internet verlinken, ein paar Cent an die Verlage zahlen.
Das soll vor allem mächtige Internetkonzerne wie Google treffen. In ihrer Existenz bedroht fühlen sich aber kleinere Digitalunternehmen – so das deutsche Kulturmagazin „Perlentaucher“. Aus Protest ließ das Webportal am Donnerstag seine tägliche Feuilletonrundschau ausfallen und legte unter dem Titel „Das Internet war eine Episode der Freiheit“ seine Kritik am Leistungsschutzrecht dar: Die Politik sei „vor der Lobbymacht der Medien“ in die Knie gegangen. „Das von der Bundesregierung angedrohte Gesetz ist ein Einschnitt in der Geschichte der deutschen Öffentlichkeit.“
Man protestiere nicht aus Solidarität mit Google, sondern um den „Propagandaartikeln der Presse etwas entgegenzusetzen“. Auch Zeitungen würden einen großen Teil ihrer Inhalte aus dem Internet, von Google, aus Blogs oder anderen Zeitungen, übernehmen und – „wenn sie fair sind“ – zitieren. Was zahlen sie denn dafür?, fragt der „Perlentaucher“. awa
("Die Presse", Print-Ausgabe, 01.09.2012)
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