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Umfrage: 59 Prozent gegen personalisierte Web-Inhalte

18.09.2012 | 13:42 |   (DiePresse.com)

Durch das Surfverhalten optimierte Werbung und Suchergebnisse sind dem Großteil der Nutzer suspekt. Allerdings glauben viele, dass diese Filterung durch Google & Co. gar nicht geschieht.

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Google, Facebook, Amazon & Co - "All dies prägt unseren Alltag und beeinflusst unsere Realität", betonte heute, Dienstag, Telekom-Generaldirektor Hannes Ametsreiter. Doch dass die Informationen gefiltert und durch Algorithmen maßgeschneidert auf jeden User zugeschnitten sind, das ist längst nicht allen Österreichern bewusst, wie eine bei der Pressekonferenz in Wien präsentierte SORA-Umfrage zeigte.

Obwohl 59 Prozent der heimischen Internet-User individualisierte Inhalte und Empfehlungen als nicht hilfreich einstufen, fehlt erstaunlicherweise das Bewusstsein dafür: 43 Prozent glauben nämlich nicht, dass Suchergebnisse persönlich auf sie zugeschnitten sind. Eine Mehrheit findet dies auch nicht hilfreich, wobei Jüngere sich damit besser anfreunden können.

Jedoch zeigt man sich durchaus skeptisch, was die Ergebnisse betrifft: Nur eine knappe Mehrheit vertraut den so gewonnenen Informationen. Am meisten profitieren von den Suchergebnissen Menschen mit Matura, die aber zugleich kritischer sind.

90 Prozent nutzen Google

Wie sehr man für Google, das neun von zehn Österreichern nutzen, ein gläserner Mensch ist, ist nur einem Teil am Rande bewusst, meinte Christoph Hofinger, wissenschaftlicher Leiter bei SORA. Dementsprechend glaubt eine große Mehrheit der Österreicher, dass der/die Partner/in mehr über den persönlichen Musikgeschmack, politische Einstellung, Shopping-Gewohnheiten und erotische Vorlieben weiß als das Internet.

Sich im Internet nur einen Spiegel der eigenen Persönlichkeit vorhalten zu lassen, das streben nur wenige an: Als Nachrichtenquellen werden von 78 Prozent jene bevorzugt, die keine spezifische Linie vertreten oder sogar die eigene Meinung hinterfragen. Für den kritischen Austausch nutzen drei Viertel persönliche Gespräche mit Familie und Bekannten und lediglich acht Prozent das Internet.

Nicht auf Google? Existiert nicht!

Wie sehr sich die Ergebnisse einer Google-Suche unterscheiden, zeigte ein SORA-Experiment: Die drei Begriffe "Euro", "Echt" und "Zukunft" wurden nach Geschlecht, Alter und Region durchaus unterschiedlich gereiht. So wird die Fußball-Euro bei Männern deutlich öfter und weiter oben angezeigt. "Alles, was nicht auf der ersten Google-Seite steht, existiert nicht", so der Generaldirektor.

Was sind nun die Konsequenzen? Die Menschen sollten ein Bewusstsein entwickeln. "Der erste Schritt ist, zu wissen, wie die Dinge funktionieren", sagte Ametsreiter und verwies auf Schulungen, in denen Kindern die Risiken und Gefahren des Internets bewusst gemacht werden. Der von der Telekom am 9. Oktober in Wien ausgerichtete future-talk 2012 steht unter dem Motto "ME MYSELF AND I. How does the Internet shape our thinking?" und wird u.a. mit Jared Cohen, Direktor von "Google Ideas" und dem Philosophen Slavoj Zizek hochkarätig besetzt sein.

(APA)

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4 Kommentare
Gast: anonymos
13.10.2012 22:19
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Personalisierte suchen perfeckt!

Obwohl ich kein Freund von Blogs bin will ich hierzu mal was schreiben...

Ich seh das ganze genauso vorschreiber! lieber personalisierte Werbung und Ergebnisseals jedes mal 5 Stunden suchen. Ist doch klasse wenn ich gleich auf der ersten Seite mein Ergebnis finde, mal besser als 100te von Seiten zu duchsuchen.
Und warum soll Google nicht für den Aufwand den sie betreiben dann ein wenig Vergütungbekommen?
Seit doch mal alle erhlich, wer nützt nicht Google Mapps, Eard, Websuche oder Bildersuche usw.? Und warum nützt ihr es?
Klar weils bequem schnell und fast alles was man brauch vorhanden ist!
Beispiel: wenn ich ein Termin bei einem neuen Arzt hab und nicht weiss wo der ist schau ich doch in Google Mapps rein und weiß gleich wo hin...
Wenn die personalisierung nicht da währe würde ich 100 mal Arzt Müller als Ergebnis bemommen oder die genaue adresse eingeben und mit sucht er die in neiner ungebung, ist doch klasse!
Die ganze Panik macherrei find ich lächerlich, das ganze was Google da macht ist Marktforschung und deshalb sind sie auch so erfolgreich!
Wenn ihr das nicht wollt dann meldet euer Internet, Handy ab und regt euch nicht über kostenlose Dienste auf die ihr selber täglich am meisten nützt. Aber selbst ohne Internet wird Marktforschung betrieben oder seit ihr nie im Supermarkt nach eurer Postleitzahl gefragt worden?
Was interessiert den Läden meine Postleitzahl?
Ist doch klar, damit sie Wissen wo sie mehr Werbung machen müssen damit sie die anderen auch erreichen...

Gast: Michael74
21.09.2012 12:09
0 1

Besser personalisierte, als sinnlose Werbung

Also ich finde es hilfreicher, wenn mein Browser weiß welche Seiten ich ansurfe und mir Google+Co. dann halt Werbung anzeigen, die meiner Person entspricht. Google und Co leben von dieser Werbung und stellen dafür deren vielfältige Services (Mail, Kalender, Kontakte, Earth, Maps, WebAlerts, etc. "kostenlos" zur Verfügung - nur bezahlt mit Werbeeinnahmen. Wenn ich im werbefinanzierten Privatfernsehen Hundefutter Werbung sehen muss, obwohl ich keinen Hund habe, nervt mich das mehr als personalisierte Werbung im Web. Da wird man auf Produkte aufmerksam, die man sonst vielleicht gar nicht kennen würde und die tatsächlich interessant für einen sein können. (Und wenn der brave Familienvater plötzlich nur noch Werbung von Single-Börsen, Escort-Service und so Zeug bekommt - dann weiß er auch warum. Dann sind da nicht Google & Co schuld...) Wer es mit den Web-Seiten genau so handhabt wie mit den realen Orten an denen er sich blicken lässt, hat mit dem Web auch kein Problem.

Ich bin sehr zufrieden ...

mit dem Ghostery-Plugin (http://www.ghostery.com/)

Gegen Google, das einem neben dem Liebesbrief in Gmail Werbung für einen Vaterschaftstest einblendet, hilft es leider nicht.

Das Schlagwort der persönlicher Filter-Bubble …

… fehlt gänzlich unverständlich in diesem Artikel.

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