Die weltweit größte Online-Videoplattform YouTube ist einen Deal mit der türkische Regierung eingegangen. Die Website wird von der Türkei aus unter der Adress-Endung .com.tr erreichbar sein und auf türkischer Sprache angeboten werden. Verkehrs- und Kommunikationsminister Binali Yildirim gab nach Angaben von Reuters zu, dass es Druck auf das von Google kontrollierte Videoportal gegeben hatte. Der Minister freut sich, dass YouTube sich jetzt türkischen Gerichtsbeschlüssen beugen müsse und "jegliche unerwünschte Veröffentlichung" zu entfernen habe. Die Türkei ist für ihre umfassende Internetzensur bekannt.
Zwei Jahre blockiert
YouTube und das Land am Bosporus hatten schon oft Differenzen. 2008 hatte die Türkei den Zugriff auf das Portal blockieren lassen, nachdem darauf Videos zu finden waren, in denen Staatsgründer Mustafa Kemal Atatürk beleidigt wurde. Erst Ende 2010 wurde die Sperre wieder aufgehoben. Yildirim, der damals schon im Amt war, hatte zu dieser Gelegenheit erklärt, er hoffe, YouTube habe "aus den Erfahrungen gelernt".
Kritik an türkischer Zensur
Neben YouTube sind in der Türkei noch tausende andere Internetseiten gesperrt. Kritiker machen dafür unter anderem das türkische Internet-Gesetz verantwortlich, das Gerichten und Staatsanwälten bei der sofortigen Sperrung von Internetseiten ohne Anhörung der Betroffenen sehr viel Spielraum gibt. Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) hatte die Türkei mehrmals für ihre Internet-Zensur kritisiert.
(Red.)
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