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Jugendkultur: Jugendliche leben online

08.10.2012 | 18:06 |   (Die Presse)

90 Prozent der 14- bis 19-Jährigen nutzen "Facebook", dabei spielen die Pflege sozialer Kontakte und Zeitvertreib eine herausragende Rolle. Ihre Onlinepräsenz entscheidet auch über ihre Offlinepräsenz.

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Wien/Apa. „Die Welt der Jugendlichen steckt in ihrer Hosentasche.“ So fasst Jugendforscher Matthias Rohrer vom Institut für Jugendkulturforschung das Blickfeld der heutigen Heranwachsenden zusammen. Sie sind via Smartphones mit dem Internet verbunden – den ganzen Tag –, und dort spielt sich auch ihr soziales Leben ab. Gleichzeitig mangelt es ihnen an Gefahrenbewusstsein. Viele berichten von negativen Erfahrungen im Umgang mit der Onlinewelt.

90 Prozent der 14- bis 19-Jährigen nutzen „Facebook“, dabei spielen die Pflege sozialer Kontakte und Zeitvertreib eine herausragende Rolle, wie eine Befragung des Instituts zeigt. „Das Internet ist aus ihrem Leben nicht mehr wegzudenken“, so Rohrer. Onlineplattformen bieten eine Bühne zur Selbstdarstellung und Selbstvermarktung. Eine wichtige Grundregel für soziale Onlinenetzwerke lautet: „Du darfst kein MOF (Mensch ohne Freunde, Anm.)sein“ – und das muss man auch zeigen. Ein großer virtueller Freundeskreis bedeutet „Sozialprestige in der Gesellschaft der Gleichaltrigen“, sagt Rohrer. „Zwischen 200 und 500 sollte man schon haben.“

Dadurch herrscht großer sozialer Druck: Man muss zeigen, wer man ist beziehungsweise als wer man gesehen werden will. Passiert das nicht, wird man ausgeschlossen: „Ist man online nicht dabei, fällt man auch offline raus.“ Dabei werden die Gefahren des Internets nur am Rande bis gar nicht wahrgenommen. Das Bewusstsein, dass etwas passieren kann, ist zwar da, aber „die jungen Internetnutzer denken, dass nur andere davon betroffen sind“. Ein Drittel der Facebook-Nutzer hat ein komplett offenes – also auch von Nicht-Freunden einsehbares – Profil. Das Problem dabei: Die Jugendlichen überschätzen ihr Know-how im Hinblick auf Sicherheitseinstellungen. Jugendliche meinen, sie haben ein uneinsichtiges Profil, aber haben in Wahrheit keinerlei Sicherheitseinstellungen getätigt.

 

Immer mehr weibliche Täter

Viele Jugendliche können auch von negativen Erfahrungen berichten. Rund ein Drittel hat angegeben, dass „jemand meine Freunde oder Freundinnnen beschimpft hat“. Fast jeder Vierte gab an, dass er schon einmal „blöd angemacht“ wurde, genauso viele haben die Erfahrung gemacht, dass „jemand Unwahrheiten über mich verbreitet hat“. Davon, dass ein „Freund“ Fotos ins Netz gestellt hat, die „mir unangenehm waren“, konnte fast jeder fünfte Befragte berichten.

Als Besonderheiten des Cyber-Mobbings führte Rohrer an, dass sich die Inhalte schneller verbreiten, diese einer größeren Gemeinschaft zugänglich sind und sie kaum aus dem Netz entfernt werden können. Die vermeintliche Anonymität des Internets senkt zudem die Hemmschwelle. Unter den Tätern finden sich immer mehr weibliche Personen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 09.10.2012)

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14 Kommentare
Gast: Presseleser
10.10.2012 09:03
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Mit 19 ist man klüger


Die Jugendlichen in meinem Bekanntenkreis und in der Familie kommen mit 19 drauf, wie wenig nützlich Facebook für sie ist.

Diese Online-Spielerei ist für sie nur eine Lebensphase.

ps. Der Gruppenzwang ist natürlich mit 14 sehr groß. Erst später wird man selbstbewußter und nicht so vom Gruppendruck abhängig.


Gast: Chris S.
09.10.2012 12:32
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Quelle

19 J., kein Facebook - wie viele Jugendliche wurden für diese Statistik befragt - 10, 20 oder nur die eigenen Praktikanten?

Gast: Johan C.
08.10.2012 23:49
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90% der Jugendlichen leben "online"...

und genauso schauts auch mit der Konzentration und mit dem Arbeitswillen aus.

Die gesamte Energie wird in Internet und Spiele investiert - Selbstwert ist entweder überhöht oder total minimiert.

Die Jugend von heute schafft NACHWEISLICH nur mehr 2/3 von dem, was Jugendliche vor 20 Jahren noch geschafft haben.

Es gibt soviele, die NICHTS mehr aus ihrem Leben machen - am liebsten wäre denen, sich für immer und ewig die Füsse in der Schule zu wärmen, wo die Kumpels sind.

Hauptverantwortliche dafür sind schwache Eltern und blinde und dumme Politiker - denn wer steuert denn Medien und Internet?

Der Krug geht solange zum Brunnen, bis er bricht. Lang dauerts eh nimma.

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Re: 90% der Jugendlichen leben "online"...

ah, ist doch immer das gleiche. die jungen machen das eben komplett anders, als die alten, und die alten verstehen das nicht, und...die übliche geschichte.

dass sie online sind, ist - das traue ich mich zu sagen - ein gewinn (vorallem mittel- bis langfristig) für die welt. die gesellschaften, die das zukünftig drauf haben sind die gewinner. und wenn sie, wie sie sagen, unmotiviert daher kommen, dann 'holt man sie nicht entsprechend ab'. die jungen werden es trotzdem, und sicher gut, machen. keine sorge.

Re: 90% der Jugendlichen leben "online"...

Diesen Nachweis wuerde ich gerne mal lesen. Haben Sie eine Quelle? Denn ich stimme Ihnen so ganz und gar nicht zu. Wuerde mich interessieren woher und Warum Sie das so vertreten.

Ich (21) behaupte naemlich das Gegenteil - Jugendliche schaffen mehr als frueher.
Koerperlich wahrscheinlich weniger, keine Frage, dafuer hat sich die Welt zu sehr verschoben, aber das nennt man Zeit und nicht Problem.
(wobei.. von Jugendsportarten schon mal was gehoert?: Parkour, Longboarding, Tricking, Floorball, Downhillen? und das neben den Klassikern Fussball, Basketball, etc. )

Kognitiv jedoch, die Leistung die verlangt wird von der Gesellschaft, von Freunden und Familie, aber vorallem VON SICH SELBST, ist eine andere. Einer der wenigen Wahrheiten im Artikel: "Dadurch herrscht großer sozialer Druck: Man muss zeigen, wer man ist beziehungsweise als wer man gesehen werden will." Kurz: Man muss sich beweisen.
Wer denkt das geht mit Fuesschen waermen, Komasaufen und Menschen erschiessen, hat sich von der Oberflaeche taeuschen lassen.

Das Wissen das in einem Jugendlichen steckt ist naemlich breit gefaechert. Dazu gehoeren aber auch Dinge, die von der Gesellschaft (noch) nicht wirklich angesehen werden, weil es "ungesund", "oed" und "introvertiert" erscheint. Nur als Beispiel: Programmieren gehoert da immer noch dazu. PC-Arbeit von "Nerds", fuer die man viel viel leisten muss.

"Der Krug geht solange zum Brunnen, bis er bricht." - Zum Glueck ist unser Krug nicht mehr aus Ton.

Gruesse

Antworten Antworten Gast: NewModernLifing
09.10.2012 15:28
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Re: Re: 90% der Jugendlichen leben "online"...

Eben und dieses beweisen müssen führt zb. zu vermehrten Burn-Out Fällen.

Es darf eben nicht zu wichtig sein was die anderen über einen denken.

Jeder soll und darf so leben und machen wie er will.

Deshalb ist dieses beweisen auch eher schadhaft glaube ich. Mann soll sich höchstens selbst was beweisen.

Aber irgendwie leben wir halt in harten Zeiten.

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die guade olde zeit


Gast: hudriwudri
08.10.2012 22:10
0 3

Mobbing wird es immer geben,...

aber das Internet und solche Plattformen wie Facebook machen es Tätern immer leichter andere zu beleidigen, diffamieren oder zu bedrohen und dabei selbst unerkannt zu bleiben. Ich bin für eine strengere Bestrafung für Cybermobbing und mehr Kontrolle. Besonders wichtig wäre es, dass man sich bei Facebook und Co. nur dann anmelden kann, wenn man ein eindeutiges Identifizierungsverfahren durchläuft. Z.b.: Creditkarte, bürgercard, Bankomatkarte, etc. Dann wäre Schluss mit anonymen Beschimpfungen.

Antworten Gast: Zenzine
09.10.2012 06:48
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Re: Mobbing wird es immer geben,...

Ned bös sein, ich beleidige oder mobbe niemanden (weder online noch im echten Leben). Ich sehe also nicht ein, wieso ich, die ich mich richtig verhalte, mich identifizieren soll.

Sollen meinetwegen die Mobber härter bestraft werden, das betrifft mich nämlich nicht. Aber warum die gleich mitbestrafen, die sich nichts zuschulden kommen lassen?

Ich habe nämlich keine Lust, Nachteile zu erleiden, nur weil irgendjemandem (z.B. Arbeitgeber) meine Meinung nicht passt.

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Re: Mobbing wird es immer geben,...

übertreibs net

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Völliger Schwachsinn...

Vorweg: Bin Jugendlicher (17) und habe KEIN Facebook!

Und wenn ich da so Dinge lese wie, jeder der online nicht "liked" ist, kann dies offline auch nicht sein, muss ich immer schmunzeln!
Ich bin auch kein MOF nur weil ich kein FB hab, werde deswegen auch nicht gemobbt -im gegenteil- werde akzeptiert und respektiert, tlw. sogar bewundert!
Glaube auch, dass Leute die dort gemobbt werden, gibt es FB nicht, es im realen leben genauso werden, gleichwohl streite ich die Wirkung die es online hat (schnellere Verbreitung, mehr Mobber) nicht ab!
Nur wer behauptet, dass es ohne FB nicht geht, ohne dabei gesellschaftlichen Status einzubüßen, dem kann ich nur sagen er irrt und sollte dem so sein, hat er die falschen Freunde bzw. das falsche Umfeld!
Vielmehr treibt einen die eigene Neugier ins Social-Web, denn wo kann man sich besser/einfacher über andere informieren als da!
Es ist also nicht der Zwang "Teil der Community" zu sein um dazuzugehören, sondern der Drang alles über andere zu erfahren!

Wenn ich das so lese

bin ich einfach nur froh, dass es in meiner Jugend weder Handys noch Internet gab.

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Re: Wenn ich das so lese

Und die, die telefonisch immer erreichbar waren, waren Stubenhocker!

Re: Wenn ich das so lese

ich war auch einer derjenigen, die ihre Jugend im Freien mit Freunden spielenderweise verbracht haben!

direkte Kommunikation, wie altmodisch...