Kim Dotcom, der umtriebige Gründer der inzwischen gesperrten Filesharing-Plattform Megaupload plant bereits einen neuen Dienst. Dieser soll nur noch Mega heißen und in weiten Teilen Megaupload ähneln. Allerdings sollen die Daten verschlüsselt werden. Somit würde der Anbieter gar nicht wissen können, welche Daten über seine Server hoch- und runtergeladen werden, berichtet Wired. Beim Upload werden die Dateien verschlüsselt. Den Schlüssel erhält der Nutzer separat, die Mega-Betreiber wollen darauf keinen Zugriff haben, heißt es. Die Kontrolle darüber, wie und mit wie vielen Menschen Dateien geteilt werden, würde komplett an die Nutzer abgegeben werden.
Server auf mehrere Länder verteilt
"Wenn Server verloren gehen, wenn die Regierung in ein Datenzentrum kommt und es zerstört, wenn jemand die Server hackt oder stiehlt, würde ihnen das nichts geben", erklärt Dotcom das Konzept. Die Hoffnung besteht, dass mit dieser Methode eine weitere Razzia, wie im Jänner gegen Megaupload, vermeiden lassen könnte. Laut Dotcoms Juristen wäre die einzige Möglichkeit, einen solchen Dienst zu verbieten das Verbot von Kryptografie für die breite Öffentlichkeit. Zur Sicherheit sollen alle Daten aber auf mehrere Datenzentren in unterschiedlichen aufgeteilt werden.
"Kein riesiger Mittelfinger für Hollywood"
Beobachter fürchten, dass Mega nichts anderes als Megaupload in neuem Gewand ist. Dotcom beharrt aber darauf, dass der Dienst "kein riesiger Mittelfinger für Hollywood und das US-Justizministerium" oder eine neue Variante seines alten Produkts sei. Sollten Nutzer öffentlich Links und passende Schlüssel zu Material posten, mit dem Urheberrechte verletzt werden, würden diese Daten entfernt. Unternehmen wie Filmstudios würden auch Zugriff auf die Daten direkt erhalten - allerdings nur, wenn sie vorhin vertraglich garantieren, Mega nicht für das Verhalten seiner Nutzer verantwortlich zu machen.
Polizei stürmte Villa
Die Stilllegung von Megaupload hatte für großen Wirbel gesorgt. Kim Dotcoms Anwesen in Neuseeland wurde auf Drängen des FBI von Spezialeinheiten gestürmt. Die USA sperrten Megaupload, laut Behörden einer der größten Umschlagplätze für illegale Raubkopien im Netz, und beschlagnahmten die Server. Neun Monate und einige Wochen in Untersuchungshaft später sieht der gebürtige Deutsche noch immer keinen Grund, sich vom digitalen Geschäft zurückzuziehen. Geld verdienen will er mit kostenpflichtigen Zugängen und Werbung. 90 Prozent der Einnahmen sollen an die Künstler gehen. Angeblich spülte das Vorgängerportal Megaupload 135 Millionen Euro in die Kassen des Unternehmers. Dotcom selbst nannte den Betrag stets "grotesk überzogen".
Neuseeland entschuldigt sich
Den Start von Mega wird Kim Dotcom in jedem Fall in Freiheit feiern dürfen. Die Auslieferung in die USA verzögert sich weiter. Die erste Anhörung wurde zuletzt auf März 2013 verschoben. Bis dahin darf sich der Online-Millionär bei seiner Familie in seinem Haus nördlich von Auckland aufhalten. In den USA drohen ihm bis zu 20 Jahren Haft. Es ist allerdings fraglich, ob er wirklich ausgeliefert wird. Seit Beginn des Verfahrens häufen sich Berichte über Ermittlungsfehler. Das neuseeländische Höchstgericht hat die Razzia im Jänner bereits für illegal erklärt. Premierminister John Key hat sich dafür offiziell bei Kim Dotcom entschuldigt.
(Red.)
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