Firmen starten Initiative gegen Festplattenabgabe

31.10.2012 | 13:22 |   (DiePresse.com)

Eine neue Plattform soll in Österreich eine Diskussion um ein modernes Urheberrecht für das Internet-Zeitalter anregen.

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18 Technologie- und Handelsunternehmen haben sich in Österreich zur "Plattform für ein modernes Urheberrecht" zusammengeschlossen, darunter Apple, Canon, Dell, HP, Nokia oder Samsung. Am Montagabend hat die Initiative erstmals ihre Forderungen präsentiert. Der zentrale Kritikpunkt an den derzeit diskutierten Abgaben auf Festplatten, Computer oder Breitbandanschlüsse: "Ab dem kommenden Jahr drohen 50 Millionen Euro jährliche Mehrbelastung für die Konsumenten ohne Gesamtkonzept."

Es drohe eine umständliche Computer- und Handysteuer, die keine Lösung bringe und neue Probleme schaffe, heißt es in den Unterlagen der Plattform. Gerade im Onlinehandel drohe der Abfluss von Kaufkraft ans Ausland und die Thematik Cloud Computing werde überhaupt nicht erfasst.

Österreich als Vorkämpfer für EU-Lösung

Essenziell sei deshalb der Dialog über die geplante Abgabe. Diese sollte nach Sicht der Plattform eher auf europäischer Ebene ansetzen. "Was bei Finanztransaktionen in zahlreichen europäischen Ländern demnächst möglich wird, könnte auch für Medieninhalte interessant sein: Österreich könnte etwa zum Vorkämpfer für eine gemeinsame Lösung werden", heißt es. Dabei begrüße man, dass sich Konsumentenschützer in den Dialog einbrächten: "Die Argumente, wie sie von Seiten einiger Vertreter der Künstlerinnen und Künstler formuliert werden, greifen zu kurz."

Die Künstler fordern die Festplattenabgabe als Ersatz für die ausbleibenden Einnahmen über die seit 1980 existierende Vergütung auf Leermedien wie Kassetten, CDs oder DVDs. Diese Abgeltung, die von der Verwertungsgesellschaft Austro Mechana eingehoben wird, ermöglicht im Gegenzug jeder Privatperson, geschützte Inhalte wie Musik, Film, Literatur oder Bilder zum eigenen privaten Gebrauch zu kopieren. In Zeiten von Gratis-Downloads und einfacher digitaler Vervielfältigungsmöglichkeiten fühlen sich die Künstler um diese zentrale Einkommensquelle beraubt.

(APA)

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9 Kommentare
Gast: GatUser
03.11.2012 09:27
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kein Problem

Also angenommen ich soll 50€ pro Monat zahlen, dafür darf ich dann wirklich ALLES gratis downloaden bin ich für diese Steuer/Abgabe!

Rechenbeispiel: Ich wollte ja schon immer Microsoft SQL Server 2008 haben, für die Firma.
Das kostet ca. 50,000€ , AutoCad wäre auch noch praktisch und das vollständige Adobe Paket. Da ich ja jetzt auch jeden Blockbuster downloaden darf (für 50€ sollte die Filmindustrie dann aber die Filme auch in 4K-Qualität zur Verfügung stellen, ist ja schließlich legal dann) könnte man die Kinos gleich zusperren.

Schnittsoftware für Privatvideos brauche ich ja auch noch, die kostet wieder ein paar 1000€.

Also rechnen wir zusammen:

Kosten 50€ pro Monat für ein komplettes Leben: 48000€ (gerechnet mit 80 Jahren)

Ersparnisse durch nun legale Downloads:
über 100,000€

Also alles in allem ein guter Deal.

Achja, noch etwas zu den Künstlern:
Vielleicht sollte man nicht versuchen den Kunden weiter zu verärgern, der dann sicherlich noch weniger kauft, sondern sich mit seiner Plattenfirma unterhalten warum man im aktuellen Vertrag nur 10% der Einnahmen bekommt.

Die Film/Musik oder sonstige Industrie bekommt den Großteil der Einnahmen und der Künstler ist dann natürlich sauer wenn er für seine Arbeit nur einen Bruchteil bekommt, aber dafür kann der Konsument ja nichts.

Eine sinnvollere Lösung wäre es eine unabhängige Plattform zu erschaffen wo man gratis downloaden kann und der Künstler dann die Werbeeinnahmen der Seite bekommt, ohne Einfluss der Medienmafia.

Re: kein Problem

hehe!! keine werbung!
wieso werbung wenn man eh zahlt!
außerdem ist werbung fürn hugo mit diesem konzept. man nimmt sich dann eh das was man will(wenns um virtuelles geht)

der rechnung ist recht lustig denn man kann das dann eig. so nicht rechnen. denn die preise sind ja so ausgelegt dass die software nur manche firmen kaufen und keine privatkunden. wenn es auf privatkunden zugeschnitten müsstest du einen geringeren betrag rechnen. bei beiden softwares im beispiel.
meine absicht ist eig. dass jeder was vom kuchen abbekommt ohne etwas illegales zu machen, weiters die softwares verbessert werden und nicht immer neu geschrieben, allles untereinander mal kompatipel wird, die filmproduzenten zusammenarbeiten und nicht so viel geld für die schauspieler ausgeben müssen und im endeffekt mehr nutzen aus weniger arbeit raus kommt, denn man macht nicht so viele sachen doppelt bis man zum endprodukt kommt.

gute idee

hey! super idee! jeder ab 18 zahlt im monat 50 euro (bis 18 nur 20 euro) und man kann dafür sämtliche software, filme, musik, handy, gps, clouds und den ganzen virtuellen quatsch machen. dann haben die programmierer, schauspieler, entwickler, usw. ihr geld. es wird nicht immer ein neues prog geschrieben dass das gleiche kann und endlich mal was gscheites gmacht. und die kunden (also alle!) haben die software legal!!! kein herumgeraunze der überreichen verträter des filmreichs und kein jammern der programmierer und alle sind glücklich.
wer bietet mehr? ^^

zum glück gibt's kein urheberrecht auf rezepte

... sonst müssten wir bald gebühren auf kochtöpfe zahlen

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Re: zum glück gibt's kein urheberrecht auf rezepte

Beim Kochtopf zahlen Sie freilich auch die Idee wie er konstruiert ist. Das ist die Gewinnspanne des Herstellers. Der lässt sich die Idee ja auch bezahlen und verkauft den nicht zu den Herstellungskosten. Ein besonders schöner Kochtopf wird teurer sein, als ein simpler. Wenn er beispielsweise von einem bekannten Designer ist.

Bei einer Musikdatei fällt lediglich der Preis für die Herstellung des Einzelexemplars weg. Zu zahlen ist also quasi nur die Gewinnspanne.

Audi würde sich schön bedanken, wenn Ihnen der Staat eine feste Gewinnspanne zubilligt, die genauso hoch ist wie die für einen Kia. Leuten, die Musik etc. schaffen, mutet man das aber zu.

Re: Re: zum glück gibt's kein urheberrecht auf rezepte

mir geht's nicht um den topf, sondern ums rezept! ¿comprende?

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Re: Re: Re: zum glück gibt's kein urheberrecht auf rezepte

Sorry, damit haben Sie freilich recht.

Geld ohne Gegenleistung?

Die Frage ist: was bekommt der Kunde für dieses Geld und wie können sich Personen die dieses Service nicht kaufen wollen wehren? Es kann nicht sein, dass die Allgemeinheit voll zahlt, aber das Herunterladen weiterhin kriminalisiert wird.

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"Die Künstler"

Wer sind bitte "die Künstler"? Die wollen aus einem Topf versorgt werden. Die Konsumation von urheberrechtlich geschützten Werken muss bezahlt werden und aus.

Der Staat hat die Leistungen seiner Bürger nicht zu konfiszieren und nach eigenen Vorstellungen und zu eigenen Bedingungen zu verkaufen. Wo sind wir denn?

Fotografen, Textautoren und Komponisten sind ja keine Beamten.

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