Facebook-Panik: AGB-Widerspruch per Status sinnlos

13.11.2012 | 12:02 |   (DiePresse.com)

Wenn Nutzer nicht mit den Bedingungen einverstanden sind, bleibt ihnen nur die Konto-Löschung. Eine Statusmeldung ist für Facebook nicht rechtlich verbindlich.

Drucken Versenden AAA
Schriftgröße
Kommentieren

Derzeit mehren sich wieder die Gerüchte, dass man mit einem Statuseintrag den Facebook-AGB widersprechen könnte. Die Hoffnung, dass das Social Network dann nicht mehr Teile der Nutzungsbedingungen durchsetzen kann, ist aber trügerisch. Eine rechtliche Verbindlichkeit ist mit einem Statuseintrag nicht gegeben. Ändert Facebook die AGB, gibt es in Wahrheit nur zwei Möglichkeiten: Entweder man nutzt den Dienst weiter, oder man löscht sein Konto.

Letzte Änderung bereits im Juni

Konkret heißt es in den Nutzungsbedingungen unter Punkt 14.6: "Deine weitere Nutzung von Facebook nach Änderungen an unseren Bedingungen bedeutet gleichzeitig dein Akzeptieren unserer geänderten Bedingungen." Auch ist die aktuelle Panik bezüglich Änderungen an den AGB schwer verständlich, da die Bedingungen zuletzt am 8. Juni 2012 angepasst wurden. Diese galten nach 30 Tagen als akzeptiert, wenn man Facebook weiterhin genutzt hat. Nur wer innerhalb dieser Zeit sein Konto gelöscht hat, kann damit wirkungsvoll den AGB widersprechen.

Facebook reißt Urheberrecht nicht an sich

Konkret sorgen sich die Nutzer darum, dass Facebook ihnen das Urheberrecht an ihren Bildern und Beiträgen wegnimmt. Diese Sorgen sind aber weitgehend unbegründet: Facebook räumt sich nur das Recht ein, die Werke zu verbreiten, da sie sonst rein rechtlich nicht auf der Plattform für andere sichtbar dargestellt werden dürfen. Das Urheberrecht selbst bleibt aber bei den Nutzern. Sehr wohl werden aber Fotos und andere Daten von Facebook für Werbezwecke genutzt. Einen Weiterverkauf der Daten bestreitet das Unternehmen.

Die derzeit kursierende Meldung
Aufgrund der neuen AGB’s in Facebook widerspreche ich hiermit der kommerziellen Nutzung meiner persönlichen Daten (Texte, Fotos, persönliche Bilder, persönliche Daten) gemäß BDSG. Das Copyright meiner Profilbilder liegt ausschließlich bei mir. Die kommerzielle Nutzung bedarf meiner schriftlichen Zustimmung.

Because of the new terms of Use on Facebook I disagree with this, the commercial use of my personal information (text, photos, personal images, personal data) according to BDSG. The copyright of my profile images belongs exclusively to me. The commercial use requires my written permission!

(Red.)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

13 Kommentare

!

Man braucht sich nur ein Interview mit Zuckerberg anhören und schon weiß man, warum Facebook ist wie es ist.

Ohne den Herdentrieb würde es Facebook gar nicht geben.

Bitte um Aufklärung

Letztens haben wir in Wirtschaft und Recht gelernt, dass man die einzelnen Verwertungsrechte weitergeben kann, das Urheberrecht aber nie. Wie ist das nun?

eigenverantwortung

und eigene entscheidung, facebook zu benutzen - niemand wird dazu gezwungen!!
gott sei dank sind dem regulierungswahn unserer heimischen politiker im netz grenzen gesetzt.

die Sklaven

eines "sozialen Netzwerkes"
die größte Bauernfängerei seit es I-net gibt

4 0

Re: die Sklaven

Ja, ich habe mich dort nie angemeldet. Aber es ist normal, dass bei einem Vertrag beide Seiten damit einverstanden sein müssen. Man kann den nicht einseitig ändern. Wenn man also nicht einverstanden ist, dann darf man das halt nicht nutzen. Das ist bei Geräten und Software auch nicht anders. Die können doch nicht mit jedem Kunden einen individuellen Vertrag abschließen.

2 0

Re: Re: die Sklaven

Man kann Verträge nicht einseitig ändern? Erzähl das mal UPC...

Für Facebook wird kein Geld benötigt, damit ist klar man selbst ist die Ware! Schweine zahlen am Schlachthof auch keinen Unterhalt.

was mich eher interessieren würde

Was mich ja eher juristisch interessieren würde (als den Blödsinn die Facebook AGBS nach Anmeldung abzulehnen); ob ein, im eigenen Profil verankertes Nutzungsverbot für ALLE ANDEREN staatlichen als auch facebook-kontraktfreien Institutionen juristisch durchgeht? Müsste es schon, oder?

3 0

Re: was mich eher interessieren würde

Machen Sie doch einfach eine eigene Website auf, da können Sie über die Nutzung Ihres Contents verfügen wie es Ihnen passt. Sie können ja von einem Facebook-Account dorthin verlinken.

0 0

Re: was mich eher interessieren würde

Was meinen Sie? Sie wollen auf Ihrer Facebook-Seite die Nutzung all ihre Objekte von anderen natürlichen und juristischen Personen (außer Facebook) ausschließen?

Re: was mich eher interessieren würde

Bin zwar kein Jurist, aber für mich klingt das ebenso blödsinnig. Denn wie soll man von dem vermeintlichen Verbot erfahren, wenn man das Profil nicht bereits gesehen hat. Darüberhinaus darfst du in Facebook überhaupt nichts rechtlich entscheiden, da du nur Anwender, oder anders ausgedrückt, (registrierter) Besucher dieser Website bist. Kurz, wollen kannst du vieles, aber was mit deinen Daten letztendlich geschieht, die du freiwillig an Facebook abgibst, liegt bei Facebook.

Re: Re: was mich eher interessieren würde

selbst Facebook deklariert mich (jede registrierte Person) als "Eigentümer" des eigenen Content. (FB behält sich nur die Nutzungsrechte) - es geht ja nicht um Nichtsehen, es geht um "Nutzung".

2 0

Re: Re: Re: was mich eher interessieren würde

Kunststück. Das Urheberrecht ist ja nicht veräußerbar. Es gibt also nicht einmal die theoretische Möglichkeit, Ihnen das zu nehmen.

Re: Re: Re: was mich eher interessieren würde

Welche Nutzungsrechte räumt sich FB denn ein?

Wenn die umfassend sind, hat man leider Pech gehabt.

AnmeldenAnmelden