EU beschließt Fahrplan für europaweites Urheberrecht

Bis 2014 soll ein Entwurf stehen, der für alle 27 EU-Länder eine einheitliche Regelung ermöglicht. Das könnte es neuen Angeboten erleichtern, in Europa zu starten.

EU beschließt Fahrplan für europaweites Urheberrecht
Schließen
EU beschließt Fahrplan für europaweites Urheberrecht
EU beschließt Fahrplan für europaweites Urheberrecht – EPA

Die EU-Kommission hat sich auf die Vorgehensweise für die Entwicklung eines neuen, europaweiten Urheberrechts geeinigt. Anfang nächsten Jahres sollen Gespräche mit den entsprechenden Interessenvertretern durchgeführt werden. Dieser Dialog soll im Dezember 2013 abgeschlossen sein und Hinweise für notwendige Maßnahmen geben. Gleichzeitig sollen mit Hinblick auf eine mögliche Entscheidung im Jahr 2014 Marktstudien durchgeführt und die möglichen Auswirkungen eines neuen Urheberrechts bewertet werden. Auch soll bereits das rechtliche Rahmenwerk festgelegt werden, wie die Kommission in einer Aussendung schreibt. Im Endeffekt soll die Fragmentierung des Urheberrechts vorbei sein.

Bürger könnten profitieren

Das hätte nicht nur für die Firmen, sondern auch für die EU-Bürger Vorteile. Derzeit werden viele Dienste nur in ausgesuchten Ländern auf den Markt gebracht. In den USA beliebte Portale wie Netflix oder Hulu, die Spielfilme und Serien legal über das Internet anbieten, sind hierzulande bisher nicht möglich, weil die rechtlichen Hürden zu zahlreich sind. Die USA mit ihren 300 Millionen Einwohnern und einem einzigen Rechtsraum sind da deutlich attraktiver als die EU mit ihren 27 verschiedenen Urheberrechts- und Lizenzvereinbarungen.

Bei der 2013 startenden Dialogrunde sollen sechs Punkte geklärt werden: Die Übertragung von Inhalten über nationale Grenzen hinweg, User-generierte Inhalte, Data-Mining, private Kopierabgaben, Zugriff auf audiovisuelle Werke und kulturelles Erbe. Sowohl Lizenzbedingungen als auch mögliche Technologien sollen Gegenstand dieser Gespräche sein. Seitens der Kommission werden Neelie Kroes, zuständig für die Digitale Agenda, Binnenmarktkommissar Michel Barnier und Androulla Vassiliou, Kommissarin für Kultur und Jugend, federführend sein.

(Red.)

Sie sind zur Zeit nicht angemeldet.
Um auf DiePresse.com kommentieren zu können, müssen Sie sich anmelden ›.