EU beschließt Fahrplan für europaweites Urheberrecht

05.12.2012 | 14:38 |   (DiePresse.com)

Bis 2014 soll ein Entwurf stehen, der für alle 27 EU-Länder eine einheitliche Regelung ermöglicht. Das könnte es neuen Angeboten erleichtern, in Europa zu starten.

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Die EU-Kommission hat sich auf die Vorgehensweise für die Entwicklung eines neuen, europaweiten Urheberrechts geeinigt. Anfang nächsten Jahres sollen Gespräche mit den entsprechenden Interessenvertretern durchgeführt werden. Dieser Dialog soll im Dezember 2013 abgeschlossen sein und Hinweise für notwendige Maßnahmen geben. Gleichzeitig sollen mit Hinblick auf eine mögliche Entscheidung im Jahr 2014 Marktstudien durchgeführt und die möglichen Auswirkungen eines neuen Urheberrechts bewertet werden. Auch soll bereits das rechtliche Rahmenwerk festgelegt werden, wie die Kommission in einer Aussendung schreibt. Im Endeffekt soll die Fragmentierung des Urheberrechts vorbei sein.

Bürger könnten profitieren

Das hätte nicht nur für die Firmen, sondern auch für die EU-Bürger Vorteile. Derzeit werden viele Dienste nur in ausgesuchten Ländern auf den Markt gebracht. In den USA beliebte Portale wie Netflix oder Hulu, die Spielfilme und Serien legal über das Internet anbieten, sind hierzulande bisher nicht möglich, weil die rechtlichen Hürden zu zahlreich sind. Die USA mit ihren 300 Millionen Einwohnern und einem einzigen Rechtsraum sind da deutlich attraktiver als die EU mit ihren 27 verschiedenen Urheberrechts- und Lizenzvereinbarungen.

Bei der 2013 startenden Dialogrunde sollen sechs Punkte geklärt werden: Die Übertragung von Inhalten über nationale Grenzen hinweg, User-generierte Inhalte, Data-Mining, private Kopierabgaben, Zugriff auf audiovisuelle Werke und kulturelles Erbe. Sowohl Lizenzbedingungen als auch mögliche Technologien sollen Gegenstand dieser Gespräche sein. Seitens der Kommission werden Neelie Kroes, zuständig für die Digitale Agenda, Binnenmarktkommissar Michel Barnier und Androulla Vassiliou, Kommissarin für Kultur und Jugend, federführend sein.

(Red.)

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3 Kommentare

Abwarten

Ich bin gespannt ob die EU dies schafft, denn all zu oft stehen ja bei den einzelnen Mitgliedsstaaten nur die eigenen Interessen im Vordergrund.
Sollte die EU dies schaffen währe es für Europa und die Bürger sicherlich ein Vorteil!

epic fail - die nächste

...wieder ein paar ahnungslose politaffen, die meinen, sie müßten ein neues regelwerk aufstellen, dass vermutlich auch wieder zum nachteil der bürger gereichen wird.
ich hab diese eu schon so satt - nichts als regeln und beschränkungen! kümmert euch um wirklich WICHTIGE dinge und lasst die finger von dingen, die ihr nicht versteht!

Re: epic fail - die nächste

Das ist leider etwas zu sehr eingeschränkt gedacht. Das Urheberrecht ist nicht dazu da, die Rechte der Bürger zu beschneiden, sondern die Rechte der Urheber geistiger Werke zu schützen.

Natürlich: was des einen Vorteil, ist gerne mal des anderen Nachteil.

Das Problem ist, dass Nachteile dort empfunden werden, wo eigentlich keine sind. Und das liegt ganz einfach daran, dass es gegenüber geistigem Eigentum kein Rechtsverständnis in der Bevölkerung gibt.

Zum Beispiel: es ist ein weit verbreiteter Fehlglaube, dass ein im Internet veröffentlichtes Foto automatisch frei von jedermann beliebig genutzt werden darf.

Würde man das auf eine einfache Ware übertragen, so dürfte man sich im Supermarkt beliebig bedienen, ohne an der Kasse zahlen zu müssen - die Sachen liegen ja schließlich offen da. Nein...das geht nicht...ist jedem klar, oder? Und als richtigen Nachteil empfindet man das ja auch nicht wirklich...

Bitte begreift: ein Gut ist nicht weniger Wert, nur weil einen geistigen Charakter hat!

In Deutschland ist das Urheberrecht eine klare und faire Regelung für den Umgang mit Nutzungsrechten. Nur so kann z. B. ich als Fotograf bestehen. Im Europäischen Ausland sieht es da aber schon anders aus - da herrschen Grauzonen und Wüsten der Unklarheit über die Rechtslage.

Von daher kann ich mir eine EU-überspannende Lösung nur wünschen und kann in einer Neufassung des Regelwerkes keinen Epic Fail erkennen.

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