Umfrage: Mehrheit lehnt Festplattenabgabe ab

15.01.2013 | 12:15 |   (DiePresse.com)

Die Wirtschaftskammer hat die Befragung initiiert. Künstler sollen entschädigt werden, sagen die Österreicher - aber nicht über pauschale Abgaben. Die Initiative "Kunst hat Recht" wettert dagegen.

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Laut einer aktuellen Umfrage lehnen zwei Drittel der Österreicher die von Kulturschaffenden geforderte Festplattenabgabe ab. In Auftrag gegeben wurde diese von der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) und der von 18 Technologie- und Handelsunternehmen gegründeten Plattform für ein modernes Urheberrecht. Als Konsequenz lehnt man weiter die entsprechenden Pläne des Justizministeriums ab und präsentierte am Dienstag in Wien eine bundesweite Unterschriftenaktion für eine Parlamentarische Bürgerinitiative gegen eine solche Steuer.

Bei der Onlineumfrage unter 1000 Personen gaben 64 Prozent an, es für legitim zu halten, dass Kunstschaffende entschädigt werden, wenn ihre Werke legal kopiert und abgespeichert werden. Dagegen halten 67 Prozent eine pauschale Urheberrechtsabgabe auf alle Speichergeräte für nicht gerechtfertigt. Nach Schulnotensystem würden 55 Prozent einen Fünfer oder Vierer für die Festplattenabgabe vergeben. Der Mittelwert liegt demnach bei 3,7.

"Neue Steuer durch die Hintertür"

"Wir treten entschieden dagegen ein, dass noch vor den Wahlen eine neue Steuer durch die Hintertür eingeführt wird. 50 Millionen Euro drohende Mehrbelastung für die Konsumentinnen und Konsumenten sind einfach zu viel", so Damian Izdebski als Obmann der Plattform für ein modernes Urheberrecht. Um den Dialog mit den Experten zu forcieren, starte man eine parlamentarische Bürgerinitiative mit den zentralen Anliegen "Nein zur Handy- und Computersteuer!" sowie "Ja zu einem modernen und fairen Urheberrecht". Man leite an rund 8000 Handelsunternehmen in ganz Österreich die Unterschriftenlisten weiter, die dann bis 22. Februar unterfertigt werden könnten. WKÖ-Spartenobfrau Bettina Lorentschitsch betonte ebenfalls, dass die Einführung einer Festplattenabgabe durch die geplante Einbeziehung aller Speichermedien eine extreme Belastung der Konsumenten bedeute - "aber ohne jeglichen Zusatznutzen für die Verbraucher".

Auch die Arbeiterkammer beschied am Dienstag, die Forderung der Verwertungsgesellschaften nach zusätzlichen Abgaben auf immer mehr Geräte und Speichermedien in der vorgeschlagenen Form und Höhe abzulehnen. "Eine einseitige Verteuerung von Geräten und Festplatten benachteiligt im Verhältnis zum Ausland den Standort Österreich und bringt damit auch die Arbeitsplätze der betroffenen Wirtschaftszweige unter Druck", so Silvia Angelo als Leiterin der Abteilung Wirtschaftspolitik in der Wiener Kammer.

Künstler sehen Abgabe "überfällig"

Die Befürworter der Idee verwiesen am Dienstag hingegen auf eine vom Verband der Musikwirtschaft in Auftrag gegebene Umfrage des GfK-Instituts von Dezember, die ebenfalls unter 1000 Personen durchgeführt worden sei und deren Detailergebnisse man in den kommenden Wochen veröffentlichen wolle. "Diese Studienergebnisse bestätigen einmal mehr, was wir seit langem sagen: Wie überfällig die Einführung der Festplattenabgabe endlich auch in Österreich ist", so Gerhard Ruiss von der Künstlerinitiative "Kunst hat Recht" in einer Aussendung vom Dienstag. Die Abgabe von drei Euro pro Jahr sei auch für Konsumenten die fairste Lösung. "Die immer wieder von der Industrie genannten Horrorzahlen über eine angebliche Verteuerung der Festplatten, PCs und anderer Geräte durch die Festplattenabgabe stimmen einfach nicht", pflichtete auch Komponist Christian Kolonovits bei.

(APA)

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7 Kommentare

Wo kann ich mich zum Künstler anmelden?

Ich möchte gerne Künstler werden und von dieser Steuer profitieren.
Auf meinem PC befinden sich einige private Dokumente, und jede Menge an Bilder meiner Familie ... Nachdem ich diese Bilder selbst gemacht habe, bin ich ein Künstler, und sollte deswegen von der Steuer profitieren, und eben auch von der Bezahlung von dieser befreit sein.

Ansonsten wäre es nicht fair, manchen Geld auszuschütten, ohne wirkliche Leistung erbracht zu haben. Wenn diese Künstler nicht gut genug sind, Ihre Werke vernünftig zu verkaufen, steht ihnen auch nicht diese Bezeichnung zu.
Jeder macht das, was er/sie am besten kann, und bekommt dafür Geld von dem der diese Person beauftragt hat ... eben der Leistung entsprechend.

Re: Wo kann ich mich zum Künstler anmelden?

Ach ja ... einige Cookies und temporäre Dateien befinden sich auch immer wieder mal drauf, aber die werden regelmäßig gelöscht.

...

bitte bitte, sollen nur eine pauschale von 3 euro pro jahr verlangen. dafür zahl ich dann aber keinen weiteren cent mehr für das zeug. entweder pauschale oder pro werk, aber nicht pauschale und dann noch für alles extra. sonst verlang ich jetzt dann auch eine pauschale von jedem, egal ob der was bei mir kauft oder nicht.

Hoffentlich

werde ich demnächst nicht wegen Vergewaltigung verhaftet. Hab ich zwar noch nie getan und käme mir auch nicht in den Sinn, aber die techn. Möglichkeiten hätte ich.....

Bin auch dafür.

Man sollte manche Künstler irgendwo abgeben können...

As usual

Mir gehen langsam die Worte bei diesem Pack aus... Spotify / Netflix und co. machens vor, wie Leute bereit sind für Unterhaltung nicht wenig Geld zu bezahlen, was macht die Musikindustrie? Sie jammert lieber und führt sinnlosen Scheiß ein. Sollte ich nun auch noch zu diesen Abgaben verdonnert werden, dann saug ich mir eure Musik bis meine Leitung glüht, versprochen.. um sie Anschließend wieder zu Löschen, weil den meisten Rotz will eh keiner hören.

Ich bin für die Künstlerabgabe

Weil dann kann ich endlich alles pauschal runterladen und muss dafür nicht mehr extra zahlen. Juhu!
WTF?

Die ganzen Vereine und Interessenvertretungen sollen aufhören ihre eigene Existenz zu rechtfertigen. Es gibt keinen Anspruch auf gleichbleibende oder steigende Gewinne.
Wenn ich Verluste mache (was ja die Contentindustrie witzigerweise, trotz Jammern und angeblichen jährichen Millardenschäden nicht tut), dann sollte ich anfangen mein Geschäftsmodell zu hinterfragen.

Bestes Beispiel für gekaufte Politik(er), äh angwandten Lobbyismus, meinte ich.

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