Facebooks "Graph Search" und die Privatsphäre

16.01.2013 | 09:10 |   (DiePresse.com)

Facebook betont, dass alle Privatsphäre-Einstellungen berücksichtigt werden. Mehr Vorsicht ist dennoch geboten.

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Facebook hat am Dienstag eine eigene Suchmaschine vorgestellt. "Graph Search" durchsucht alle Inhalte, die Nutzer auf Facebook geteilt haben. Unweigerlich stellt sich die Frage, ob und wie sich das auf die Privatsphäre einzelner Nutzer auswirkt. Facebook betont, dass die persönlichen Privatsphäre-Einstellungen strikt berücksichtigt werden. Das bedeutet, dass eine Suchabfrage nur jene Inhalte liefern kann, auf die der Nutzer ohnehin Zugriff hat. Das sind Beiträge, die Freunde mit dem jeweiligen Nutzer geteilt haben und öffentliche Beiträge. Dennoch wird es ratsam sein, in Zukunft besser darauf zu achten, welche Inhalte mit welchem Personenkreis geteilt werden.

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"Graph Search" lässt zum Beispiel auch Abfragen zu wie "Freunde von Freunden, die in meiner Stadt wohnen" oder sogar "Nutzer, die in meiner Stadt wohnen". Das ist eine Information, die von den meisten Nutzern mit einem erweiterten Personenkreis geteilt haben oder sogar öffentlich ist. Dasselbe gilt häufig für den Arbeitgeber oder die Universität. Diese Einstellungen lassen sich direkt im Profil bearbeiten. 

Chefs im Lieblings-Restaurant aufspüren

Die Suchfunktion lässt aber auch verknüpfte Abfragen zu. Zum Beispiel "Restaurants, die Geschäftsführer mögen". "Gefällt mir"-Angaben sind ebenso oft für viele Nutzer oder sogar öffentlich sichtbar wie Angaben zum Beruf. Mitunter fremde Personen könnten so herausfinden, in welchem Restaurant man eventuell häufiger anzutreffen ist.  Die Liste solcher Beispiele ließe sich endlos fortsetzen. Jedenfalls empfiehlt es sich, vor dem allgemeinen Start einmal die Privatsphäre-Einstellungen im eigenen Profil unter "Info", unter "Gefällt mir"-Angaben und das "Aktivitätenprotokoll" zu überprüfen. 

Ein ebenfalls wichtiger Punkt, sind fremde Fotos, auf denen man markiert ist. Dort gilt die Privatsphäre-Einstellung, die der Foto-Besitzer eingestellt hat. Party-Fotos von Veranstaltern sind in der Regel öffentlich sichtbar und wenn sie mit einer Standortinormation versehen sind mit Abfragen wie "Fotos von der Bar xy" über die Graph Search auffindbar. Auf welchen Fotos man markiert ist, kann einfach unter "Fotos" im eigenen Profil überprüft werden. Wer diese Fotos sehen kann, erfährt man in der Detailansicht der Bilder neben dem Datum.

 

(sg)

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